IM GESPRÄCH

„Schule als Lebensraum“

Thomas Mörth, BScN, ist der neue Schuldirektor der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Baden – von der Arbeit am Krankenbett zum Unterrichten und nun ins Management.

foto:  Katharina Gossow

ZUR PERSON


Thomas Mörth, BScN (43 Jahre), absolvierte die Aus- bildung zur diplomierten psychiatrischen Gesund- heits- und Krankenpflege- fachkraft an der Psychiatri- schen Gesundheits- und Krankenpflegeschule Baum- gartner Höhe in Wien. Da- nach arbeitete er als Pflege- kraft im Wiener Otto-Wag- ner-Spital und im Anton- Proksch-Institut, wo er Be- reichsleiter und stv. Pflegedi- rektor wurde. Seit 2008 ist er an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Baden tätig, bis 2013 als externer Vortragender. Im März 2013 übernahm er die Leitung der Sonderausbildung für Psychiatrische Pflege, 2014 wurde er stellvertretender Direktor. Seit März 2018 ist er Schuldirektor. Sein Schwerpunkt liegt in der psychiatrischen Pflege, zu- sätzlich unterrichtet er Fä- cher wie Gesundheitsförde- rung, Pflegeprozess oder Kommunikation. Thomas Mörth absolvierte die Weiter- bildung „Basales und Mittle- res Pflegemanagement“ in Graz, den Universitätslehr- gang für Healthcare-Ma- nagement an der Wirt- schaftsuniversität Wien und das Studium der Pflegewis- senschaft und Sonderausbil- dung der Pflegepädagogik nach § 71 und Führung nach § 72 an der UMIT in Wien und Hall in Tirol.

Gesundheit ist … ein zufriedenes Leben führen zu können und mit sich eins, also resilient, zu sein und sich dabei körperlich und psychisch wohl zu fühlen.


Ich bin Pfleger geworden, weil … ich im Umgang mit Patientinnen und Patienten viel Freude habe. Im Zivildienst habe ich auf einer gerontopsychiatrischen Station mitgeholfen und danach entschieden, die Pflege-Ausbildung zu absolvieren. Da mir immer schon die Psyche des Men- schen ein Anliegen war, habe ich meine Ausbildung im psychiatrischen Bereich absolviert.


Ich bin Lehrer geworden, weil ... ich mein Wissen weitergeben möchte. Ich habe viele Jahre im Pflegemanagement gearbeitet und nebenbei immer Vorträge und Seminare gehalten. Die Reso- nanz war immer sehr positiv, sodass ich meinen Schwerpunkt auf den Bereich der Ausbildung ge- legt habe.


Das Unterrichten fasziniert mich, weil ... ich immer wieder merke, mit wie viel Interesse Auszu- bildende dabei sind, Neues kennenzulernen.


Das Berufsbild der Pflege ... ist vielschichtig. Es umfasst die Pflege und Betreuung von Men- schen aller Altersstufen, behinderter Menschen, Schwerkranker und Sterbender sowie die pflege- rische Mitwirkung an der Rehabilitation, der primären Gesundheitsversorgung, der Förderung der Gesundheit im intra- und extramuralen Bereich.


Die neuen Pflege-Ausbildungen (Pflegefachassistenz, Pflegeassistenz etc.) sehe ich ... als wichtigen Bestand in der zukünftigen Betreuung. Diese zwei Berufsgruppen werden eine große Rolle in der Versorgung spielen. Die neue Berufsgruppe der Pflegefachassistenz sollte als Ergän- zung der bisherigen Pflegeberufe gesehen werden und sich in der Praxis gut etablieren.


Die Gesundheits- und Krankenpflegeschulen sind … wichtige Partner für die vorhandene und künftige Versorgung im Pflegebereich. Die hohen Qualitätsstandards und das Arbeiten nach neu- esten wissenschaftlichen Erkenntnissen garantieren eine optimale Qualität in den Ausbildungen.


Ein großes Anliegen ist ... mir die Schule als „gesunde Schule“ zu etablieren, in der sich Auszu- bildende und Mitarbeitende wohl fühlen und eine offene und wertschätzende Gesprächskultur herrscht – dass die Schule mehr als Lebensraum anstatt als Lernraum gesehen wird. Natürlich ist mir eine gute Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb der Organisation wichtig, in der keine Dis- krepanz zwischen der Theorie und der Praxis besteht.


Mein Motto ist … Das Geheimnis von Veränderung besteht darin, die ganze Energie darauf zu konzentrieren, Neues aufzubauen, statt Altes zu bekämpfen. Ein weiteres Motto von mir lautet: Hole den Menschen von dort ab, wo er gerade steht.


Was ich schon immer „loswerden“ wollte, ist … ein Dank an alle Pflegenden, die höchstprofes- sionell ihren Beruf mit viel Wissen, menschlicher Wärme und Respekt gegenüber anderen aus- üben. Und natürlich ein Dank an mein Team, denn ohne dessen Engagement würde es niemals möglich sein, all diese Aufgaben zu erfüllen.


Ausgleich zu meinem Beruf finde ich … in sportlichen Aktivitäten, sozialen Kontakten und kultu- rellen Veranstaltungen. Ich kann gut loslassen bei einer faszinierenden Ausstellung oder einem guten Konzert. Aber auch ein gutes Buch oder Essen entspannen mich. Eine große Leidenschaft von mir ist das Reisen, um andere Kulturen kennenzulernen.