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(v.l.) NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger und Antonín Tesařík, Ratsmitglied der Region Südmähren mit der EU-Zertifizierungsurkunde für das Endometriose-Zentrum im Landesklinikum Melk

(v.l.) NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger und Antonín Tesařík, Ratsmitglied der Region Südmähren setzen weiterhin auf die grenzüber- schreitende Zusammenarbeit zwischen Niederösterreich und Südmähren

(v.l.) Prim. Dr. Radek Chvátal, Leiter der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe Krankenhaus Znaim, Antonín Tesařík, Ratsmitglied der Region Süd- mähren, NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger, Prim. Dr. Leopold Wanderer, Leiter der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe LK Melk, freuen sich über die EU-Zertifizierung der Stufe 1 des Endometriose-Zentrums im LK Melk

(v.l.) Antonín Tesařík (Ratsmitglied der Region Südmähren), Oliver Kral (stv. Pflegedirektor), Prim. Dr. Radek Chvátal (Leiter Frauenheilkunde und Geburtshilfe Kranken- haus Znaim), Prim. MUDr. Miroslav Kavka, MBA (Direktor Krankenhaus Znaim), Ärztlicher Direktor Prim. Dr. Rupert Strasser, Dr. Markus Klamminger (Med. GF NÖ Lan- deskliniken-Holding), Prim. Dr. Leopold Wanderer (Leiter Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe LK Melk), NÖGUS-Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger

EU-Gesundheitsprojekt zieht erfolgreiche Bilanz

Das EU-Projekt „Gemeinsam Grenzenlos Gesund“ zog im Rahmen einer Konferenz der Projektpartner Niederösterreich und Südmähren am 21.06.2018 eine erfolgreiche Bilanz zur Projekt-Halbzeit. Das einzige Endometriose-Zentrum in Nie- derösterreich im Landesklinikum Melk bekam die EU-Zertifizierung der Stufe 1 verliehen. Zudem erhielt erstmalig eine niederösterreichische Patientin eine Strahlentherapie im Krankenhaus in Znaim.


„Wir müssen europäische Gesundheitsregionen fördern, um die wohnortnahe medizinische Versorgung der Bevölkerung im Grenzraum zu verbessern. Das stärkt auch die lokalen Strukturen, bringt Wertschöpfung und sichert Arbeitsplätze in der Region. Zudem profitiert Niederösterreich vom länderübergreifenden Ideen- und Wissensaustausch“, so NÖGUS- Vorsitzender Landesrat Martin Eichtinger.


„Das Projekt ‚Gemeinsam Grenzenlos Gesund‘ ist ein Best-Practice-Beispiel auch für andere Regionen in Europa. Die Er- gebnisse unserer Zusammenarbeit sind ein Meilenstein auf unserem gemeinsamen Weg. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit“, so Antonín Tesařík, Ratsmitglied der Region Südmähren.


Erstes EU-zertifiziertes Endometriose-Zentrum der Stufe 1 im Landesklinikum Melk

„Die EU-Zertifizierung des Endometriose-Zentrums ist eine Bestätigung für die hohe Qualität der Behandlung im Landes- klinikum Melk. Hier erhalten betroffene Frauen eine schnellere Diagnose und Therapie nach dem neuesten Stand des medizinischen Wissens. Und das trägt schlussendlich zu mehr Lebensqualität“, freut sich Eichtinger.


Das Zertifizierungsverfahren führten die Stiftung Endometriose Forschung, die Europäische Endometriose Liga und die Endometriose Vereinigung Austria durch. Für das Erreichen der Stufe 1 müssen jährlich mindestens 50 Patientinnen nach vorgegebenen Kriterien operiert werden. In Melk wurden im Vorjahr 90 Frauen und heuer bereits 53 Frauen erfolg- reich operiert. Das sind seit Beginn des Projektes insgesamt 143 Frauen. 15 Patientinnen wurde mit der OP auch der Kinderwunsch erfüllt.

Die Patientinnen in Niederösterreich werden von ihren niedergelassenen Fachärzten zugewiesen und vereinbaren einen individuellen Beratungstermin im Endometriose-Zentrum für die exakte Diagnose und weiterführende Therapie. Basis für das Endometriose-Zentrum ist der Wissensaustausch zwischen dem Landesklinikum Melk und dem Krankenhaus in Znaim, welches federführend auf diesem Gebiet ist und bereits ein Zentrum der Stufe 2 beherbergt. Ärzte aus dem Lan- desklinikum Melk operieren gemeinsam mit Ärzten aus dem Krankenhaus Znaim Patientinnen in Melk und in Znaim, um mehr Erfahrung zu sammeln und sich gegenseitig auszutauschen. Zudem finden Info-Veranstaltungen für die Fachärzte in Niederösterreich statt, um das Bewusstsein für die Krankheit zu schärfen.


Erstmalige Behandlung einer Niederösterreicherin im Krankenhaus Znaim

„Patienten in grenznahen Regionen ersparen sich lange, anstrengende Anreisewege zu Behandlungen. Ich bin über- zeugt, dass wir mit diesem Projekt Vorbehalte in der Bevölkerung abbauen und das Vertrauen stärken“, so Eichtinger.


Erstmalig hat eine Niederösterreicherin freiwillig eine strahlentherapeutische Behandlung im Krankenhaus in Znaim in Anspruch genommen. Nach eigenen Angaben, war die Patientin zufrieden mit der Behandlung und hat sich gut aufge- hoben gefüllt. Im Projekt sollen bis Juni 2019 15 Patienten aus den Kliniken Hollabrunn und Krems im Krankenhaus in Znaim eine strahlentherapeutische Behandlung erhalten, um erste Erfahrungen in der Durchführung zu gewinnen.


Das Projekt sichert eine qualitativ gleichwertige Behandlung wie in Niederösterreich. Der medizinische Ablauf ist im Pro- jekt strengstens geregelt. Die medizinische Ausrüstung in Znaim entspricht europäischen Standards. Davon wurde im Rahmen eines Vorprojektes überprüft. Die Patientenauswahl erfolgt nach medizinischer Indikation und bedarf der Zu- stimmung des Patienten. Die Patienten werden mit dem Rettungswagen nach Znaim gefahren und von einer deutsch- sprachigen Ansprechperson begleitet. Die Behandlungskosten übernimmt die Sozialversicherung.


Hintergrundinformationen: Endometriose

Endometriose ist eine chronische Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut, oft verbunden mit starken Schmerzen und unerfüllten Kinderwunsch. Jede 10. Frau im gebärfähigen Alter leidet an Endometriose. Das sind rund 300.000 Frauen in Österreich. Studien gehe davon aus, dass rund die Hälfte der Frauen, die in einem Kinderwunschzentrum vorstellig wer- den, eine Endometriose haben. Die Erkrankung ist jedoch schwer diagnostizierbar, oft vergehen Jahre bis zur korrekten Diagnose. Das ist eine große Belastung für jede einzelne Frau und ihre Familie. Die Erkrankung verursacht österreichweit Kosten von mehr als 300 Millionen Euro.