MONITOR

Monitor zeigt Wartezeit

In drei NÖ Kliniken startete der Wartezeiten-Monitor – und bringt mehr Transparenz und Klarheit für Patientinnen und Patienten.

Der Wartezeiten-Monitor am Beispiel der IAB in Mödling: Patien- ten sehen, wann sie gekommen sind, wann die Erstabschät- zung abgeschlossen war und wie laut Dringlichkeitsstatus ihre aktuelle Position in der Warteliste ist

Fast jeder und jede hat es schon erlebt: Wegen einem Unfall im Haushalt oder plötzlich starken unerklärlichen Schmerzen sucht man eine Ambulanz auf. Aber warum werden andere früher aufgeru- fen, obwohl sie später gekommen sind? Um dies transparenter zu machen, startete Mitte November in drei niederösterreichischen Kli- niken der Pilotbetrieb des Wartezeiten-Monitors – in Amstetten, Mödling und St. Pölten.

Ärzte und speziell geschulte Pflegekräfte fragen die Patienten gleich nach der Anmeldung im Klinikum nach Symptomen und Schmerzen und messen gegebenenfalls Körpertemperatur oder Blutdruck. An- hand eines Triage-Systems oder eines anderen normierten Modells bewerten sie dann die Behandlungsdringlichkeit und hinterlegen entsprechend die Farben Rot (sofortige Behandlung ohne Warte- zeit), Orange, Gelb, Grün bis hin zu Blau (nicht dringende Behand- lung).

Manche Kliniken legen die Reihenfolge auch ohne Triage fest. Auf einem neu installierten Monitor im Wartebereich der Ambulanz sieht der Patient dann, wie dringlich er eingestuft ist und wie die ak- tuelle Behandlungsreihenfolge gegeben ist. Diese kann sich jedoch ändern, sofern Patienten mit einer höheren medizinischen Behand- lungsdringlichkeit die Ambulanz aufsuchen.

Die Reihung der Behandlung ist nun auch für die Patienten sichtbar. „Wir wollten mehr Transparenz bieten. Und mit dem Wartezeiten- Monitor sind die Patienten und deren Angehörige über den Status und den Behandlungsrhythmus informiert“, sagt Dr. Markus Klamminger, designierter Medizinischer Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding.

Die Abteilung Informations- und Kommunikationstechnologie der Holding-Zentrale war technischer Umsetzungspartner in den Klini- ken. Die Darstellung der Wartezeiten erfolgt innerhalb des jeweili- gen Krankenhausinformationssystems und bringt keine oder kaum organisatorische Zusatzbelastung des Personals. Der Ambulanzmo- nitor aktualisiert sich „automatisch“ durch das Bearbeiten von Pati- enten im normalen Workflow-Prozess.

In einigen Monaten wird evaluiert, wie sich der Wartezeiten-Moni- tor in den drei Pilot-Kliniken bewährt hat. Weitere Kliniken sollen im nächsten Jahr folgen. Der Wartezeiten-Monitor bleibt vorerst auf die Bereiche der Unfall- und Notfallambulanz beschränkt.

Dr. Markus Klamminger

designierter Medizinischer

Geschäftsführer der

NÖ Landeskliniken-Holding