IM PORTRÄT

Immer das Ziel im Fokus

Dr. Silvia Bodi ist die neue Leiterin der Medizin-Abteilung in der Holding-Zentrale. Dass sie hervorragend managen kann, hat sie im LK Baden-Mödling bewiesen.

Dr. Silvia Bodi wechselte nach 26 Jahren vom LK Mödling in die Holding-Zentrale.



Am liebsten wäre Dr. Silvia Bodi gewesen, alle 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Foto zu haben. Aus Platzgründen leider nicht

möglich. Am Bild ist sie nun mit Beate Rea, die das Sekretariat betreut.


fotoS: Katharina Gossow

Sie ist eine, die anpackt, keine Herausforderungen scheut und Sachen rasch zu Ende bringt. Die stets das Ziel im Fokus hat und nicht das Problem. Eigenschaften, die sie für ihre neue Aufgabe prädestinieren: Dr. Silvia Bodi, MSc, leitet seit März die Abteilung Medizinische Betriebsunterstützung in der NÖ Landeskliniken-Holding und ist zudem seit April designierte Stell- vertreterin des Medizinischen Geschäftsführers Dr. Markus Klamminger. Ein großer Aufgabenbereich, ist die Medizinische Betriebsunterstützung doch die größte Abteilung der Holding-Zentrale, die sich mit den medizinischen Schwerpunkten der NÖ Kliniken beschäftigt (siehe Infokasten). Die Abteilung setzt auf Teamwork und unterstützt die Geschäftsführung, die an- deren Abteilungen und Stabsstellen sowie die Regionalmanagements bei Projekten und Prozessen, die den Ärztebereich betreffen. Genauso wie Silvia Bodi, für die das Arbeiten im Team das Um und Auf ist – am liebsten würde sie alle 19 Mitar- beiterinnen und Mitarbeiter namentlich in diesem Beitrag erwähnen: „Mein Team ist mir von Anfang an hilfreich zur Seite ge- standen. Lauter Spezialistinnen und Spezialisten, die für ihr Thema brennen – beeindruckend.“ Sie schätzt das Miteinander in der großen Abteilung und will den guten Boden, den sie vorgefunden hat, weiter intensiv aufbereiten. Eine Regel: Wenn ihre Bürotür offen ist, kann jede und jeder reinkommen, dann hat sie ein offenes Ohr für sämtliche Fragen und Belange.


Anästhesistin

Silvia Bodi ist zielstrebig, hat das Studium der Medizin beinahe in Mindestzeit absolviert. Aufgewachsen ist sie in Brunn am Gebirge, der Berufswunsch Ärztin stand immer schon fest. Mit 22 Jahren heiratet sie, ihr Mann ist Geo-Informatiker mit künstlerischer Ader, war etwa Modellbauer bei Friedensreich Hundertwasser. Auch ihre Tochter verschlug es eher ins künst- lerische Eck: Die promovierte Juristin arbeitet erfolgreich als freiberufliche Illustratorin. Sich selbst bezeichnet Silvia Bodi als nicht besonders künstlerisch, „ich bin eher die Muse.“ Nach dem Turnus macht Bodi die Ausbildung zur Fachärztin für Anäs- thesie und Intensivmedizin und arbeitet lange Zeit auf der Unfallabteilung im LK Mödling. Hier schätzt sie den Wechsel von höchster Anspannung bei Notfällen zu der ruhigeren Tätigkeit bei geplanten Operationen. „Man merkt, dass man wirklich gebraucht wird.“ Die Entscheidung, nach 26 Jahren vom LK Baden-Mödling in die Holding-Zentrale zu wechseln, sei ihr nicht leicht gefallen, sagt die 54-Jährige: „Ich habe viel aufgebaut, muss nun loslassen. Viele Weggefährten werden mir feh- len.“ Was ist die größte Umstellung? „Es geht nun um Themen, die früher ansetzen. Ich bin näher an der strukturellen Pla- nung.“


Reizvolle Aufgabe

Was reizt sie an der neuen Aufgabe? „Die Vielfalt, das Ge- stalten, die Möglichkeit zu steuern. Die Themen interessie- ren mich generell – von der therapeutischen Versorgung der Patientinnen und Patienten über Onkologie und For- schung, Beschwerdemanagement und Patientensicherheit bis hin zu Notfall- und Katastrophenmedizin und Ärzteaus- bildung.“ Besonders am Herzen liegt Silvia Bodi die Quali- tätskontrolle: „Viele Bereiche meiner Abteilung beschäfti- gen sich damit. Wir unterstützen die Kliniken dabei, die medizinische Qualität zu sichern und weiterzuentwickeln.“ Sie selbst hat im LK Baden- Mödling viele Jahre an der Verbesserung der Ergebnisqualität gearbeitet und dort vor über zehn Jahren ein effizientes OP-Management eta- bliert: „Die Abläufe im OP waren nicht optimal, daher habe ich mich dem angenommen“, erinnert sie sich, „gemein- sam mit allen beteiligten Abteilungen haben wir ein OP- Statut erarbeitet, das die Betriebsordnung im Operations- saal regelt. So wurden Kosten, Personaleinsatz und Aus- lastung optimiert.“ 2010 widmet sich Silvia Bodi dem Auf- bau einer Tagesklinik im LK Mödling: „Die größte Heraus- forderung war, durch Umstrukturierungen Platz für die Ta- gesklinik zu schaffen und die abteilungsspezifischen Pro- zesse an die neuen Gegebenheiten anzupassen“, sagt sie. Auch hier setzt Bodi auf gemeinsame Überlegungen und das An-einem-Strang-Ziehen. Schritt für Schritt ist die engagierte Anästhesistin so ins Management gerutscht: „Ich habe mich überall eingebracht, wo es nötig war. Mein damaliger Chef Primarius Dr. Burkhard Plainer hat ge- merkt, dass das meine Stärke ist und mich immer mehr in die Organisation einbezogen.“


Grenzgängerin

In ihrer Freizeit treibt Silvia Bodi viel Sport, läuft von Kind- heit an, einmal im Jahr sogar einen Halbmarathon – am liebsten in Italien: „Die italienischen Marathons mag ich lie- ber, etwa in Ravenna oder am Lago Maggiore.“ Im Herbst startet sie gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter. Mit einer Frauengruppe wandert sie von Wien nach Rom, in Etappen von je dreieinhalb Tagen pro Jahr. Vor zehn Jahren ging’s los, von Wien nach Mariazell, über Sloweni- en nach Italien. Nun im Mai marschieren die sechs Damen die nächste Etappe von Florenz nach Siena. „Bei Wind und Wetter, auch im Schüttregen. Alles war schon dabei“, lacht sie. Silvia Bodi sucht die Herausforderung, startete heuer zum zweiten Mal bei der Burgenland-extrem-Tour, jedes Jahr 60 km, um im Final Trail den 120 km  langen Rundweg um den Neusiedlersee zu beenden – ein winter- licher Grenzgang. „So was reizt mich.“ Gemäß ihrem Leit- satz: Wenn man etwas anfängt, macht man’s fertig.


Karin Schrammel

Zur Person

-1989 Abschluss des Medizinstudiums in Wien

-1992–1995 Turnusärztin für Allgemeinmedizin im LK Mödling

-1995–2001 Ausbildung zur Fachärztin für Anästhe- sie und Intensivmedizin im LK Mödling und AKH Wien nab 2001 Oberärztin für Anästhesie und Intensivmedi- zin im LK Mödling

-ab 2008 OP-Managerin im LK Mödling

-ab 2010 standortübergreifende OP-Managerin im LK Baden-Mödling

-ab 2011 organisatorische Leiterin der Tagesklinik im LK Mödling

-Studium Healthcare-Management an der Donau- Universität Krems

-seit 2014 Vorsitzende des Verbands OP-Manage- ment Österreich

-seit 1. März 2018 Leiterin der Abteilung Medizini- sche Betriebsunterstützung in der NÖ Landeskliniken- Holding

-seit April 2018 designierte stellvertretende Medizini- sche Geschäftsführerin der NÖ Landeskliniken-Hol- ding


Abteilung Medizinische Betriebsunterstützung


Die Abteilung beschäftigt sich mit den medizinischen Schwerpunkten der NÖ Kliniken.

-Medizin & Ärzteausbildung: Dieser Fachbereich be- arbeitet Agenden der Ärzteausbildung und der Rekru- tierung von Ärztinnen und Ärzten. In diesem Rahmen koordiniert der Bereich unter anderem die Initiative „NÖ studiert Medizin“, das klinisch-praktische Jahr mit den Universitäten und vieles mehr.

-Therapeutische, psychosoziale & medizinisch-tech- nische Versorgung: Dieser Bereich widmet sich der Koordination fachspezifischer Angelegenheiten sämtli- cher Gesundheitsprofessionen, die nicht den ärztli- chen oder pflegerischen Berufen angehören und koor- diniert Forschungstätigkeiten und wissenschaftliche Arbeiten an den NÖ Kliniken.

-Operative Qualitäts- & Leistungsanalyse: Der Be- reich arbeitet an der laufenden Verbesserung, Weiter- entwicklung und Sicherung der medizinischen Qualität in den NÖ Kliniken. Durch die Analyse und Aufberei- tung von Leistungsdaten stehen Qualitätsindikatoren zur Verfügung, um die Leistungen systematisch und transparent zu bewerten.

-Notfall- & Katastrophenmedizin: Der Bereich ist Bin- deglied zwischen den NÖ Kliniken, den Rettungs- diensten und der Leitstelle 144 Notruf NÖ. Außerdem koordiniert der Bereich die Aus- und Weiterbildung der Notärztinnen und Notärzte.

-Patientensicherheit & Beschwerdemanagement: Ziel dieses Bereiches ist die Steigerung der Patienten- sicherheit durch systematisches klinisches Risikoma- nagement. Das Beschwerdemanagement nützt – in Kooperation mit den Ombudsstellen – kritische Rück- meldungen als wertvolle Informationen zur Steigerung der Patientensicherheit.

-Onkologie & Forschung: Dieser Fachbereich unter- stützt die onkologische Koordination und Vernetzung innerhalb von NÖ. Im Vordergrund steht der Aufbau und Ausbau des Onkologie-Informations-Systems. Weiters unterstützt der Fachbereich die Abwicklung klinischer Forschungsprojekte und koordiniert die da- bei notwendigen Aufgaben an den NÖ Kliniken

Dr. Silvia Bodi, MSc


54 Jahre, verheiratet, eine Tochter (27), wohnt in Maria Enzersdorf


Wie würden Sie sich selbst beschreiben?

Immer das Ziel im Fokus – freundlich im Ton.


Wie würden Ihre Kolleginnen und Kollegen Sie beschreiben?

Diese Frage muss ich weiterleiten.


Was macht eine gute Managerin aus?

Voraussetzung für eine gute Managerin ist, dass sie ihr eigenes Leben, ihr Zeitmanagement, im Griff hat und den Überblick über ihre Aufgaben und Termine bewahrt. Eine gute Managerin achtet ihre Kolleginnen und Kollegen und sollte Vorbild sein, wissend, dass sie beobachtet wird und das Unternehmen nach außen vertritt. Mir ist wichtig, Entscheidungen klar und eindeutig zu formulieren und auch die Verantwortung dafür zu übernehmen. Ziele sollte man mit Bedacht auf die notwendigen Rahmenbedingung erreichbar setzen. Dies führt zu Anschlusshandlungen, die das Unternehmen weiterentwickeln. Gerade am Erreichen von angepeilten Zielen kann man gutes Management messen. Wesentlich dabei ist, dass der Blick auf das große Ganze nicht verloren geht. Eine gute Managerin sollte die Fä- higkeit besitzen, Strukturen und Gesetzmäßigkeiten rasch zu erkennen und hier Anknüpfungspunkte für ihre Arbeit zu finden. Wichtig finde ich auch eine positive geistige Grundhaltung, um Chancen wahrnehmen zu können und sich nicht ausschließlich auf Probleme zu fixieren. Es gilt hier auch, allfällige neue Wege aufzeigen zu können. Gute Manager führen Menschen mit unterschiedlichen Kompeten- zen zusammen und lassen den Diskurs von verschiedenen Meinungen zu, um schlussendlich einen belastbaren Konsens zu finden. Gutes Management zeigt sich auch in der Fähigkeit, Vertrauen zu schaffen, denn in einer Umgebung des Misstrauens können Zusam- menarbeit und Leistung nicht entstehen.


Wie ist Ihr Führungsstil?

Wichtige Grundregeln sind für mich charakterliche Integrität, Verlässlichkeit, das Nutzen persönlicher Stärken von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und eine Ergebnisorientierung. Mein Führungsstil kann durchaus situationsbezogen gesehen werden und ist abhängig von Erfahrung, Qualifikation und Verlässlichkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und von der Wichtigkeit und Komplexität der zu er- ledigenden Aufgaben.


Lebensphilosophie oder Motto?

Wer nicht weiß, wohin er will, darf sich nicht wundern, wenn er woanders ankommt. (Mark Twain)


Wie halten Sie sich gesund?

Ich betreibe regelmäßig Sport (Laufen, Radfahren, Wandern, Schilaufen). Vor allem das Laufen mit Freunden oder alleine schätze ich zum Stressabbau. Im Dezember nehme ich regelmäßig eine Auszeit, um im Waldviertel zu fasten.


Worüber schätzen Sie sich glücklich?

Dass ich in jeder Situation auf meine Familie zählen kann und dass mich viele meiner Freundinnen und Freunde von Jugend an be- gleiten.