LEHRLINGE

Lehrreich

Lehrlinge finden in den NÖ Kliniken ein gutes Umfeld vor, um zu lernen.

Lisa Dvoracek (17) und Rene Rosenberger (16) schätzen ihre Ausbildungsstätte- .

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Küchenleiter Martin Knabb ist mit seinem Lehrling sehr zufrieden- .


Rene mit Koch Thomas Brandstätter, der für die Lehrlingsausbildung zuständig is- t

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Manchmal gehört auch Bürotätigkeit zu Lisa Dvoraceks Aufgaben: Gemeinsam mit Dipl. KH-BW Jacqueline Brand- stetter, MBA, der Leiterin des Logistikzentrums, schaut sie den Tourenplan an.

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fotoS: philipp monihar- t

Rene Rosenberger rührt vorsichtig in einem großen Bottich mit Kalbsragout mit Pilzen. „Dazu gibt es Bandnudeln“, sagt e- r. Der 16-Jährige ist Lehrling in der Küche des Universitätsklinikums St. Pölten, im zweiten Lehrjahr als Koch. Davor hat e- r heute schon mit dem Fleischwolf Faschiertes runtergedreht, Suppengemüse geputzt, Schnittlauch geschnitten und Salat g- ewaschen. Und das in etwas anderer Größenordnung: In St. Pölten befindet sich die neueste und größte Hightech-Küch- e des Landes. Auf 2.000 m2 Nutzfläche werden täglich rund 5.700 Portionen zubereitet. Für 1.000 Patientinnen und Patien- ten, 1.200 Bedienstete, 21 Kindergärten, 14 Kinderhorte, vier Mittelschulen und für „Essen auf Rädern“. Aufs Jahr gerechn- et werden etwa zwei Millionen Essensportionen ausgegeben. Konkret bedeutet das: Im Vorjahr hat das Küchenteam etw- a 33.000 kg Fleisch verarbeitet, 30.500 kg Erdäpfel, 44.200 kg frisches Gemüse, 17.280 Stück Eier und 84.500 Liter Milch- . Dabei hat Rene tatkräftig mitgeholfen- .


Lehrlingsmenü

Renes Großeltern hatten ein Gasthaus, „ich bin in die Gastronomie hineingewachsen“, sagt er. Dass er eine Küchenlehre absolvieren will, stand für ihn immer schon fest. Während der Schulzeit hat er ein Praktikum in der St. Pöltner Klinikumskü- che gemacht und sich danach um eine Lehrstelle beworben. Mit Erfolg. „Es gefällt mir sehr gut hier“, lächelt er zufriede- n. Insgesamt sind in der Küche 88 Personen beschäftigt, davon 26 Fachkräfte und zwei Lehrlinge. Am liebsten arbeitet Ren- e im Gemüserüstraum, putzt und schneidet Karotten, Sellerie, Salat, Paradeiser – was eben so anfällt. Renes wöchentliche- s Highlight ist, wenn er jeden Mittwoch gemeinsam mit dem zweiten Lehrling das Lehrlingsmenü zubereiten darf. Unterstüt- zt vom erfahrenen Koch Thomas Brandstätter, der für die Lehrlingsausbildung zuständig ist. Etwa 250 bis 350 Portionen wer- den benötigt, verkauft wird das Lehrlingsmenü im Restaurant. In der Vorwoche gab’s etwa Kaspressknödel auf Blattsala- t. „Davor müssen wir das Rezept zusammenstellen, die Zutaten berechnen und abwiegen“, sagt Rene. Eine Aufgabe, die höchste Genauigkeit verlangt, weiß der Küchenleiter Martin Knabb: „Wenn man bei diesen Größenordnungen nicht genau abwiegt, sind gleich ein paar hundert Portionen ungenießbar.“ Martin Knabb arbeitet seit 28 Jahren in der St. Pöltner Klini- kumsküche, ist seit zehn Jahren der Leiter – derartige Erfahrungen habe er schon einige Male machen müssen. Allerdings nicht mit Rene, mit ihm ist der Küchenleiter hochzufrieden. Und auch in der Berufsschule hat Rene brilliert und das erste Jahr mit Auszeichnung abgeschlossen.


Gutes Lernumfeld

Seit 2007 stehen in der St. Pöltner Küche Ausbildungs- plätze zur Verfügung. Schwerpunkte sind neben dem Zu- bereiten der Speisen auch die Speisenausgabe, Lebensmittelkunde und die Verinnerlichung von Abläufen und Arbeitsvorgängen in Fleischerei, Logistik und Küchen- magazin. Rene arbeitet in allen Bereichen und schätzt die Abwechslung: „Ich helfe auch gern bei der Essensausga- be im Mitarbeiterrestaurant. Da kann ich mit den Leuten reden und sehe, wie das Essen ankommt.“ Die Qualitäts- ansprüche in den NÖ Klinikküchen sind hoch, das Essen wird täglich frisch gekocht, mit besten Zutaten, die zu e- inem hohen Prozentsatz aus biologischem Anbau stam- men. Viele Lebensmittel werden lokal beschafft und direkt von regionalen Produzenten in die Kliniken geliefert. Und das Essen schmeckt – das zeigen jährlich die Ergebnisse bei der Patientenbefragung: Für die Qualität der Speisen gibt es jedes Mal Höchstwerte. Für Rene ein gutes Um- feld, um zu lernen.


Logistik

Ein anderes Umfeld hat Lisa Dvoracek (17) gewählt. Sie macht im Logistikzentrum St. Pölten die Ausbildung zur Betriebslogistikkauffrau. Das Logistikzentrum versorgt die

Landeskliniken Amstetten, Mauer, Melk, St. Pölten-Lilienfeld, Scheibbs und Waidhofen/Ybbs mit Produkten aus der hauseigenen Apotheke, mit Medikamenten, Verbrauchsartikeln und Medizinprodukten wie etwa Operationsbesteck. Und das mit einem Sortiment von rund 90.000 und einem durchschnittlichen Lagerstand von 5.000 Artikeln. Jedes Klinikum wird bis zu dreimal täglich von einer Spedition beliefert. Circa 170 Container verlassen jeden Tag das Lo- gistikzentrum, 450 sind ständig im Umlauf. Die Versorgung der Kliniken mit den richtigen Waren zur richtigen Zeit spielt eine wesentliche Rolle. Seit kurzem wird hier auch fürs LK Hollabrunn das Operationsbesteck aufbereite- t.


Verschiedene Bereiche

Lisa ist im zweiten Lehrjahr. Während ihrer dreijährigen Lehrzeit durchläuft sie alle relevanten Bereiche im Logistik- zentrum, von der Warenübernahme  lagerung und Kommissionierung bis hin zur Inventur. Dazu kommen Arbeiten im Rechnungswesen (Kostenrechnung, Kalkulation). Heute arbeitet sie im Apothekenlager und teilt Medikamente zu. Um den rechten Arm hat sie ein mobiles Datenerfassungsgerät gebunden, kurz MDE, „das ist mein ständiger Begleiter“, lacht Lisa. Am MDE sieht sie, welche Medikamente benötigt werden, die sie dann holt und auf das Fö- rderband eines Halbautomaten legt, das alles in die richtige Box befördert – sortiert je nach Station. Danach ist Lisa in einem anderen Lagerbereich eingeteilt, um Waren zu kommissionieren. Mit einem Transportwagen fährt sie durch die Hochregale, schaut immer wieder auf das MDE und lädt die benötigten Waren auf. Als Betriebslogisti- kkauffrau liegt ihre Hauptaufgabe in der ständigen Kontrolle der Lagerbestände, im Transport bzw. in der Einlage -

rung und Ausgabe der Waren sowie in der genauenAufzeichnung (bzw. elektronischen Erfassung) aller Lagerbe- wegungen.


Vertrauensvolles Umfeld

Eigentlich kein typischer Mädchenberuf. Woher kam der Wunsch, Betriebslogistikkauffrau zu werden? „Ich habe mir die Liste aller Lehrberufe durchgeschaut, dabei blieb ich beim Logistikbereich hängen. Meine Tante arbeitet in e- inem Transportunternehmen, das hat mich immer schon fasziniert. Außerdem wollte ich keinen typischen Mädchen- beruf lernen“, sagt Lisa. Der Rest ergab sich per Zufall: Lisa hörte, dass im Logistikzentrum jemand gesucht wurde, bewarb sich und wurde genommen. „Für mich genau der richtige Beruf“, strahlt sie. Seit Ende 2016 werden im L- ogistikzentrum St. Pölten Lehrlinge ausgebildet, Lisa ist der zweite. Dipl. KH-BW Jacqueline Brandstetter, MBA, die Leiterin des Logistikzentrums, ist zufrieden mit ihren Schützlingen: „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir als Gesund- heitsunternehmen Lehrlinge im Logistikbereich ausbilden dürfen. Denn wir sind nicht das klassische Logistikunte- rnehmen.“ Eine außergewöhnliche Konstellation, in der Lisa ihre Lehre absolviert- .

Rene und Lisa: Zwei Beispiele von Lehrlingen in den NÖ Kliniken. Beide sind überaus zufrieden mit ihrer Ausbil- dungsstätte, schätzen den guten Kontakt zu ihren Ausbildnern. „Die regelmäßige Betreuung ist wichtig, und dass man eine Vertrauensperson hat“, sind sie sich einig. Nach der Lehre wollen beide gern im Klinikum bleibe- n.



Karin Schrammel

Lehrlinge in den NÖ Kliniken


In den NÖ Klinken sind 54 Lehrlinge beschäftig- t (Stand Juni 2018). Ausgebildet werden sie in den Beru- fen:

- Betriebslogistikkaufmann/-frau

- Elektrotechniker/in

- Gastronomiefachmann/-frau

- Informationstechnologie–Informatik

- Koch/Köchin

- Pharmazeutisch-kaufmännische Assistent/in


Wenn nach positiver Beendigung der Lehrzeit ein ent- sprechender Dienstposten frei ist, besteht die Möglich- keit, in ein Dienstverhältnis zum Land NÖ aufgenommen zu werden. Im NÖ Landesdienst werden auch in ande- ren Dienststellen, bei denen dies organisatorisch mög- lich ist, Lehrlinge ausgebildet (z. B. NÖ Pflege- und Be- treuungszentren, Straßendienst, Amt der NÖ Landesre- gierung).

erschienen in WIR INTERN 04/2018