IM GESPRÄCH

"Gestalten, nicht verwalten" 

1.200 Menschen arbeiten im Uniklinikum Krems. Als neuer Kaufmännischer Direktor ist Dr. Gerhard Knor verantwortlich für ein breites Tätigkeitsfeld.

Er steht WIR INTERN Rede und Antwort.

Foto: Philipp Monihart

ZUR PERSON

Dr. Gerhard Knor ist seit Juni 2017 Kaufmännischer Direktor des Universitätskli- nikums Krems. Der Langen- zersdorfer absolvierte das Studium der Betriebswirt- schaftslehre an der Wirt- schaftsuniversität Wien und schloss zahlreiche Aus- und Weiterbildungen ab, unter anderem im Bereich Organi- sationsentwicklung. Seine Erfahrungen gab er unter anderem als Lehrbeauftrag- ter an Universitätslehrgän- gen und an der Fachhoch- schule Burgenland weiter. Mit mehr als 20 Jahren Be- rufserfahrung im Gesund- heitswesen bringt Knor ein hohes Maß an fachlicher Ex- pertise und Erfahrung mit nach Krems. Ab 1998 war er Verwaltungsdirektor im St.- Josef-Krankenhaus in Wien. Im Jahr 2000 wurde er Ge- schäftsführer des Hauses und war somit unter ande- rem für die Integration des Klinikums in die Vinzenz- Gruppe mitverantwortlich. Seit 2010 sammelte er als Berater im Gesundheits- und Sozialbereich auch in- ternationale Erfahrungen mit Schwerpunkten im deutschsprachigen Raum sowie in Osteuropa. Der 52- Jährige ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.


Gesundheit ist ... das höchste Gut für uns Menschen.


Das Universitätsklinikum Krems ... hat durch die klare medizinische Profilierung und die Eta- blierung als Universitätsklinikum in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Als neues Mitglied der Klinikleitung freue ich mich, die künftige Entwicklung des Klinikums zu unterstüt- zen und mitzugestalten.


Meine Hauptaufgabe ist ... die kaufmännischen Belange mit den medizinischen Bereichen gut zu verzahnen, sodass die Qualität der Behandlung der Patientinnen und Patienten und die Arbeits- bedingungen für das Personal gut sind. Die Wirtschaftlichkeit des Betriebes soll gesichert werden.


Verwalten oder gestalten? ... Gestalten. Der Begriff „verwalten“ passt nicht mit modernem Kran- kenhausmanagement zusammen.


Die Herausforderungen meiner Tätigkeit sind ... gemeinsam darauf zu achten, ein soziales Ge- sundheitssystem mit den modernsten medizinischen Standards zu erhalten. Das war der Grund, warum ich mich um diese Stelle beworben habe. Es erfordert sehr viel Zusammenarbeit sowohl innerhalb des Klinikums als auch mit anderen Kliniken und Gesundheitsversorgern. Eine weitere Herausforderung ist, die Infrastruktur an die Anforderungen anzupassen. Und Medizin und Pfle- ge müssen von administrativen Aufgaben entlastet werden. Ich will die Innovationskraft im Klini- kum stärken; dafür braucht es qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, fachlich und sozial. Ich freue mich, dass es in Krems eine gute Kultur der Zusammenarbeit gibt. Dafür hat das Klini- kum einen begehrten Kategoriepreis bekommen und war deshalb Anwärter auf den Staatspreis für Unternehmensqualität (siehe Infokasten nächste Seite).


Die NÖ Kliniken unter dem Dach der NÖ Landeskliniken-Holding ... sorgen für eine umfassen- de und gute Versorgung der Menschen im Land.


Bisherige Berührungspunkte mit dem Klinikum ... hatte ich als Patient noch nicht. Der gute Ruf des Klinikums war mir aber bekannt. Die Stadt Krems habe ich unter anderem als Teilnehmer beim Wachau-Marathon schätzen gelernt.


Meine Stärken als Manager sind ... dass ich eine strategische Ausrichtung mit einem guten Draht zu Menschen verbinde. Mein Führungsstil ist auf Augenhöhe, ich will die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrer Eigenverantwortung stärken und ihnen Entscheidungsfreiräume lassen. Wir müssen die langfristigen Ziele im Blick haben – und die können wir nur gemeinsam mit allen Mit- arbeiterinnen und Mitarbeitern erreichen, alleine geht es nicht.


Ein großes Anliegen ist ... dass das Gesundheitssystem erhalten und verbessert wird. Ich habe auch in Ländern gearbeitet, in denen es kein vergleichbares soziales Gesundheitssystem gibt, wie in Nigeria oder im Kosovo. Dort ist es nicht üblich, dass jeder die Versorgung bekommt, die er braucht.


Meine Wünsche für die Zukunft ... dass das österreichische Finanzierungssystem die Zusam- menarbeit zwischen Kliniken und niedergelassenem Bereich stärker unterstützt. Wir spüren das bei unserem onkologischen Schwerpunkt genauso wie im Bereich Orthopädie und Unfallchirur- gie. Hoch spezialisierte und wohnortnahe Versorgung sind kein Widerspruch.


Was ich schon immer „loswerden“ wollte, ist … dass alle Beteiligten im Gesundheitswesen dar- auf achten müssen, den Menschen im Fokus zu haben.


Ausgleich zu meinem Beruf finde ich ... beim Sport. Ich laufe viel, spiele Beachvolleyball, gehe bergwandern. Ich genieße einfach Bewegung in der Natur und die Zeit mit meiner Familie.