BETREUUNG

Tennis-Elite zu Gast

Das LK Baden ist die medizinische Heimat von Dominic Thiem.


Etwa fünfmal pro Jahr macht Dominic Thiem Zwischenstopp im LK Baden, lässt sich durchchecken, mit Leistungsdiagnostik, Blutb- efunden, EKG. Am Bild oben mit dem Ärztlichen Direktor Prim. Univ.-Doz. Dr. Johann Pidlich.

fotos: Philipp monihart

Er ist Österreichs Tennis-Nummer-eins, hat sich konsequent nach oben gespielt, ist seit Jahren konstant im Top-Ten-Ran- king der Weltrangliste vertreten: Dominic Thiem. Der 25-Jährige wollte nie etwas anderes werden als Tennisspieler. Dass in dem aufstrebenden Jungstar ein ganz Großer steckt, war spätestens im Oktober 2011 klar, als Thiem beim Wiener Stadt- hallenturnier Thomas Muster besiegte. „Vor diesem Match bin ich sehr nervös gewesen“, meint Thiem, „vor allem deshalb, weil ich die Punkte dringend für die Saison gebraucht habe.“ Seither hat der Niederösterreicher zehn Turniere gewonnen und Stars wie Rafael Nadal, Novak Djokovic und Roger Federer geschlagen. Angstgegner hat er keinen, lächelt Thiem: „Mittlerweile habe ich gegen viele Top-Spieler gewonnen.“


Medizinische Expertise

Wenn Dominic Thiem medizinischen Rat braucht, führt ihn sein erster Weg ins LK Baden. Mit Prim. Univ.-Doz. Dr. Johann Pidlich, dem Ärztlichen Leiter des LK Baden-Mödling, verbindet ihn viel: Einerseits sind sie miteinander verwandt und eng befreundet, andererseits ist die Heimatgemeinde von beiden Lichtenwörth im Bezirk Wiener Neustadt. „Ich kenne Dominic seit seiner Geburt, unsere Familien haben seit jeher engen Kontakt“, sagt Pidlich. Dominic Thiem hat mittlerweile eine eige- ne Wohnung und ist ständig unterwegs, doch die Wege der beiden kreuzen sich häufig. Es war der Internist Pidlich, der vor einigen Jahren dafür verantwortlich war, dass sich Thiem aus einem Formtief erholte:

Jahrelang hatte sich der Tennis-Star mit Anfällen von Durchfall und Bauchschmerzen herumgequält, aber lange nieman- dem davon erzählt, weil er nicht aufs Tennisspielen verzichten wollte, bis er schließlich einen Monat lang völlig geschwächt im LK Baden lag. Pidlich konnte den Auslöser diagnostizieren – das Darmbakterium Campylobacter. Nach einer Behand- lung mit Antibiotika und einer Erholungsphase war Dominic Thiem körperlich wieder komplett fit.


Ohne Allüren

Etwa fünfmal pro Jahr macht Thiem Zwischenstopp im LK Baden, lässt sich durchchecken, mit Leistungsdiagnostik, Blut- befunden, EKG. „Dominic hat immer Topwerte“, freut sich Pidlich. Wie viel Profisport tut dem Körper gut? „Das ist eine Gratwanderung, man darf gewisse Grenzen nicht überschreiten“, weiß Pidlich, der ihm mit seinem medizinischen Rat und der Expertise seines Teams stets zur Seite steht. Denn Tennis ist auch belastend für die Gelenke, vor allem am Hartplatz. Neben seinem Trainer Günter Bresnik oder einem Co-Trainer begleitet Thiem ein eigener Physiotherapeut auf der Tour, der ihm beim Regenerieren hilft. Mehr Betreuung will er nicht, hat keinen Betreuerstab wie in manch anderen Sportarten üblich. Dominic Thiem ist am Boden geblieben, ein Bursche von nebenan, der sich stets hautnah präsentiert. Den einen oder an- deren Fan freut das besonders, wenn er den Tennisspieler im LK Baden erspäht und um ein Autogramm bittet. Höflich un- terschreibt Dominic Thiem und posiert für Selfies. Ein äußerst sympathischer Star zum Anfassen.



Karin Schrammel

erschienen in WIR INTERN 04/2018