CORONA-KRISE

Gemeinsam durch die Krise

Wie hat uns Corona verändert? Die NÖ Kliniken sprechen über die schwere und herausfordernde Zeit.

Das Team des medizinischen Sekretariats im LK Neunkirchen

Die beiden Pflegekräfte versahen ihren Dienst beim Entry Checkpoint (Triage-Zelt) im LK Wiener Neustadt

Sehr geehrte Frau Pflegedirektorin, von 29. bis 31. März 2020 lag ich als Patient auf der Isolierstation im LK Waid- hofen/Thaya und möchte das ganze Team loben. Alle waren nett, höflich und hilfsbereit. Da mein Hobby das Schnitzen ist, möchte ich mich mit einem selbstgemachten Bild erkenntlich zeigen. Nochmals ein großes Lob und Danke!


Freuen sich über das Dankeschön: (v.l.) DGKP Renate Bittner, Stationsleitung DGKP Andrea Adam, Dr. Ali Zomorrodi, DGKP Dana Krivankova, DGKP Birgit Apfelthaler und Ass. Dr. Shahram Yaghoubinia

Das Team der Station B im LK Stockerau

Unermüdlich im Einsatz im LK Hollabrunn

Sorgten für einen reibungslosen Küchenbetrieb im LK Waidhofen/Ybbs: (v.l.) Küchenleiter Georg Grübler, Claudia Wurm und Andrea Döcker


Danke den Küchenteams

Die Küchenteams der NÖ Kliniken leisteten auch in der Corona-Krise wertvolle Arbeit. Viele kochten nicht nur für die Patienten und Mitarbeiter, sondern auch für umliegende Pflege- und Betreuungszentren, „Essen auf Rädern“ usw. Die Versorgungssicherheit war immer gewährleistet. Bereits zu Beginn der Krise war klar, dass nicht nur die medizinisch-pflegerischen Bereiche an die Situation angepasst werden mussten, sondern auch alle übrigen Berei- che im Klinikum. Auch in den Küchen wurden die Teams in zwei Gruppen aufgeteilt, um im Krankheits- bzw. Qua- rantänefall einsatzfähig bleiben zu können.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Covid-Station im LK Lilienfeld

Voller Einsatz auch im LK WaidhofenThaya

Fiona Oberegger, Mitarbeiterin am Infopoint im LK Scheibbs, hat praktische Baumwoll-Mundmasken mit Filterfach, Bindebändern und herausnehmbarem Draht genäht. Zu bestellen auf ihrem Webshop https://fiona-oberegger.at

Rettet Leben: Das Team der IBS 1 der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im UK St. Pölten


ECMO-Therapie


Das Team der IBS 1 im Uniklinikum St. Pölten behandelt seit Beginn der Krise Covid-19-Patienten, bei denen her- kömmliche Behandlungsstrategien erfolglos blieben. Geballtes intensivmedizinisches und -pflegerisches Know- how sowie der Einsatz einer speziellen Lungenersatztherapie (ECMO) machen es möglich, dass auch schwerst- kranken Menschen geholfen werden kann. Der erste Patient, bei dem diese Behandlung angewandt wurde, befand sich in akuter Lebensgefahr und hätte ohne diese Therapie nicht überlebt.

Banner am Parkdeck des LK Baden: Ein anonymer Gönner brachte ein besonderes Dankeschön für die Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter an.

fotoS: Philipp Monihart

2.926 Infizierte, 100 Todesfälle und 92.627 Tests – das ist die bisherige Bilanz (Stand 17. Juni) der Co- rona-Krise in Niederösterreich. Knapp die Hälfte aller Erkrankten ist mittlerweile wieder genesen. Als Covid-19 im Februar in Österreich Einzug hält, beschließt die NÖ Landesgesundheitsagentur, ein zen- trales Klinikum mit ausreichend Platz für alle Covid-Patientinnen und -Patienten des Landes zu definie- ren. Die Wahl fällt dabei auf Melk.

Es ist der Tag des landesweiten „Lockdown“, als der erste Covid-Patient ins LK Melk kommt. Ab die- sem Zeitpunkt arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Hochtouren daran, die bis dato stillge- legte Station 3 als Isolierstation vorzubereiten. Schutzausrüstung wird organisiert und Hygienefachkraft DGKP Karin Wudenigg-Ferner erarbeitet Richtlinien mit dem hausinternen Krisenstab. Die Anfangszeit sei schwierig gewesen, erinnert sie sich. Eine besondere Herausforderung ist es, in kürzester Zeit Per- sonal für die Covid-Station zu finden. Doch alle stehen zusammen: Vom Schlaflabor bis zur Diabetes- Ambulanz stellen sich Pflegekräfte zur Verfügung. Zusätzlich schicken die Landeskliniken Waidho- fen/Ybbs, Scheibbs, Mauer und Amstetten Pflegepersonal nach Melk. Ein neu zusammengestelltes Team formiert sich. Bis der erste Patient eintrifft, ist große Spannung und Ungewissheit zu spüren, denn niemand kann sich vorstellen, was das Klinikum in nächster Zeit erwartet, sagt Pflegedirektorin DGKP Doris Roislehner, BSc. Doch dann geht es Schlag auf Schlag: Täglich kommen Verdachtsfälle ins Klinikum – meist in der Zeit von 16 bis 20 Uhr. Der Grund: Ab 16 Uhr erfahren positiv Getestete von ihrem Ergebnis. Ende März werden bereits 57 Covid-Patienten stationär im LK Melk betreut. Die zwei- te Station, die für Betroffene freigehalten wird, ist komplett gefüllt; eine dritte Station ist voll mit Ver- dachtsfällen. Auch die Kapazitäten der Intensivstation sind am Limit: von den acht verfügbaren Plätzen sind sieben belegt, erzählt der Ärztliche Direktor des Hauses, Prim. Dr. Rupert Strasser, MLS. Die NÖ Landesgesundheitsagentur definiert daraufhin mit den Landeskliniken Hollabrunn, Neunkirchen, Waid- hofen/Thaya und Lilienfeld vier weitere Covid-Kliniken.

Der Krisenstab, der im LK Melk tagt, entscheidet, wie alltägliche Handlungen auf der Covid-Station ab- laufen sollen: etwa wie das Essen abtransportiert wird oder ob ein Covid-Patient ein Formular ausfüllen darf. „Die Stabsarbeit ist wichtig und notwendig für die Kommunikation. Wir sprechen Mut zu und hören uns Sorgen an“, sagt der Kaufmännische Direktor Mag. (FH) Peter Hruschka, MAS, MA. Und fügt hin- zu: „Man muss Infos so filtern, dass keine Panik entsteht. Das Personal muss informiert werden, damit es nicht in Unruhe verfällt.“ Mehr als zwei Monate später ist das LK Melk zwar immer noch ein Covid- Haus, geht aber nach und nach in das normale Programm über. Die Bilanz dieser herausfordernden Zeit ist eine positive: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eine tolle Leistung erbracht und sich exzellent bewährt“, sagt Strasser. Roislehner und Wudenigg-Ferner betonen vor allem den Zu- sammenhalt, der noch enger geworden sei.


Schnelles Handeln gefragt

Eigentlich sollte es ein verdienter Erholungsurlaub in Thailand werden. Doch als DGKP Andrea Wingel- hofer, MSc, Bereichsleitung Pflege des LK Waidhofen/Thaya, die Nachrichten hört, wird ihr klar, dass es nun soweit ist: Corona hat auch in Österreich Einzug gehalten. Sie bricht ihren Urlaub ab, fest ent- schlossen, ihr Team in der schweren Zeit zu unterstützen. „Als ich im Klinikum ankam, fühlte ich mich wie in einem Paralleluniversum“, erinnert sie sich. „Wie viele Umstellungen und neue Abläufe innerhalb von wenigen Tagen etabliert wurden, war einfach großartig – und auch ein bisschen verblüffend.“ In- nerhalb eines Wochenendes wird eine Verdachtsstation eingerichtet, Waidhofen/Thaya wird zum Co- vid-Haus im Waldviertel. Eine Entscheidung, die mit vielen Veränderungen einhergeht, erzählt die kauf- männische Standortleiterin DI Sonja Schindler, BSc: „Wir installierten ein Leitsystem im Haus, weil wir uns überlegen mussten, wie wir positiv getestete Patientinnen und Patienten durchs Haus führen, wie sie im Lift transportiert werden können, ohne dass ein anderer Patient zusteigen kann und dadurch ge- fährdet wird.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wappnen sich für einen großen Ansturm, der aber ausbleibt – maximal 27 Corona-Patienten zählt das Klinikum im Hochbetrieb. Doch es gilt noch viele weitere Herausforderungen zu meistern, auch im Bereich der Pflege, betont Andrea Wingelhofer: „Durch unsere spezielle Schutzausrüstung sind Mimik und Sprache verschwommen, was vor allem für demente Patientinnen und Patienten erschreckend war.“ Und Schindler ergänzt: „Extrem schwierig war es auch zu gewährleisten, dass alle Informationen wirklich jeden einzelnen Mitarbeiter erreichen. Das ist nicht immer gelungen und daraus müssen wir lernen und eine Lösung für die Zukunft finden.“ Kraft und Mut schöpfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Zusammenarbeit der Teams: „Jeder Mitarbeiter hat sich aus seiner Komfortzone begeben, stressresistent und lösungsorientiert gearbeitet und war bereit, jederzeit einzuspringen“, lobt Wingelhofer. Schindler hebt den besonderen Einsatz aller Berufsgruppen in der Ausnahmesituation hervor: „Unsere Hygienefachkraft Martha Fronhofer trug eine extrem große Last auf ihren Schultern, hat als Hauptansprechperson fungiert und zu jedem Zeitpunkt ein unglaubliches Verantwortungsbewusstsein gezeigt. Und auch unsere Portierinnen und Portiere – der Dreh- und Angelpunkt des Klinikums – haben viele zusätzliche Aufgaben übernommen und diese souverän gemeistert.“


Die Krise bewältigen

Auch das LK Neunkirchen muss sich innerhalb kürzester Zeit auf Corona-Patienten einstellen. Denn: Die erste Patientin mit Symptomen trifft bereits im Klinikum ein, bevor es zum Covid-Haus erklärt wird, erzählt der interimistische Ärztliche Direktor, Prim. Univ.-Doz. Dr. Martin Uffmann: „Wir transferierten eine Patientin mit der Verdachtsdiagnose Covid-19 ins LK Mödling.

Als bestätigt wurde, dass sie positiv ist, mussten einige unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit ihr in Kontakt waren, in Quarantäne. Kurze Zeit darauf bekam unser Haus den Covid-Versorgungs- auftrag. Der Akut-Betrieb wurde heruntergefahren, die Intensivstation vergrößert und Beatmungsgeräte angeschafft – und das innerhalb von nur fünf Tagen.“ Anfangs ist eine große Unsicherheit im Haus zu spüren. Das richtige Anlegen der Schutzkleidung, die vermehrten Intensivplätze und die Angst vor ei- ner möglichen Ansteckung sind belastend, sagt DGKP Lisa

Gutmaier, Stationsleitung Pflege: „Man fragt sich ständig, ob man auch wirklich gut vorbereitet ist. Doch als der erste Covid-Patient eintraf, war alles klar. Jeder von uns hatte die große Motivation, die Krise zu bewältigen.“ Uffmann bestätigt: „Ganz überwältigend waren die Erfahrungen der ersten Tage – die Solidarität und Selbstverständlichkeit, mit denen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Dienstpläne erarbeitet und neue Aufgaben übernommen haben. Viele von ihnen haben auch bei der Ersteinschätzung der Verdachtsfälle im Zelt vor dem Klinikum freiwillig mitgeholfen.“ Für Mitarbeitende mit Kindern oder jene mit chronischen Krankheiten wird versucht, individuelle Lösungen zu finden. Gut- maier und Uffmann erinnern sich an viele berührende, aber auch herausfordernde Momente: „Anfangs haben wir versucht, die Kontakte zu Covid-Patienten so kurz wie möglich zu halten, doch schnell ge- merkt, wie belastend die Isolation auf ihre Psyche wirkt. Also haben wir begonnen, lange Gespräche mit ihnen zu führen und uns noch mehr Zeit für die Pflegetätigkeiten zu nehmen. Als uns dann ein Pati- ent, der nach einer sechswöchigen Behandlung entlassen wurde, erstmalig ohne Schutzkleidung gese- hen hat, waren wir alle sehr gerührt von

seiner tiefen Dankbarkeit“, erzählt Gutmaier.

Hilfreich in dieser schwierigen Zeit sei das Vernetzen mit anderen Kliniken und das Wissen um die je- weiligen Nöte gewesen, sagt Uffmann: „Kommunikation ist der Schlüssel – und ich glaube, dass der regelmäßige Austausch in kürzeren Intervallen auch über die Krise hinaus bestehen bleibt.“


Große Herausforderungen

Das LK Hollabrunn lagert die sensibelsten Bereiche aus, um sich für Covid-Patienten zu rüsten, erzählt Primaria Dr. Susanne Davies, die Ärztliche Direktorin: Eine Station der Internen Abteilung wird bereit- gestellt; später kommen noch zwei weitere Abteilungen dazu. Die Onkologie-Ambulanz wird in die GuKPS Stockerau verlegt, die bevorstehenden Geburten ins UK Tulln verlagert. Vor dem Klinikum wird ein Triage-Bereich eingerichtet. Bestätigte Covid-Patienten und Verdachtsfälle werden in separaten Räumen von einer Ärztin oder einem Arzt und zwei diplomierten Pflegekräften untersucht. Eine von ih- nen ist DGKP Dagmar Stocker. In den ersten Wochen ist der Zustrom stark, erst als auch in Stockerau Covid-Patienten betreut werden, wird das LK Hollabrunn entlastet. Für Stocker ist die Corona-Krise vor allem psychisch herausfordernd: „Die Berichte aus Italien waren eine Belastung. Erfahrungswerte feh- len und das Arbeiten in kompletter Schutzausrüstung ist eine große Herausforderung.“ Der erste Co- vid-Patient im LK Hollabrunn ist ein älterer Herr, dessen ebenfalls infizierte Ehefrau gleichzeitig im LK Lilienfeld stationär behandelt wird. Schnell entscheidet man sich dazu, die Frau zu ihrem Ehemann in die Isolierstation zu verlegen. Bereits am zweiten Tag wird ein Patient beatmungspflichtig, fünf weitere Patienten folgen. Doch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meistern die neue Situation bravourös, sagt Davies. Die Medizinerin arbeitet eng mit den Ärztlichen Direktoren des Weinviertels zusammen. Tipps holt sie sich außerdem aus dem LK Melk. Und bald gibt es auch schon erfreuliche Nachrichten: Die erste Patientin konnte die Intensivstation in gutem Zustand wieder verlassen. Die Krise habe die Stärken eines kleinen Klinikums gezeigt, meint Davies: „Alle Berufsgruppen sind zusammengestanden, um die großen Herausforderungen zu stemmen.“


Ein Weckruf im Haus

Während Patientinnen und Patienten im Normalfall durchschnittlich viereinhalb Tage auf der Intensiv- station behandelt werden, sind es bei Covid-Erkrankten bis zu 20 Tage. Das ist auch für die Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im UK St. Pölten eine Herausforderung. Obwohl das Klinikum nicht als Covid-Haus definiert ist, kommen viele Patienten, die eine spezielle Behandlung benötigen. Die vier Intensivstationen des Hauses werden coronafit gemacht, eine vierte sperrt sogar frühzeitig auf. Akut- patienten wie Verdachtsfälle werden isoliert, bis der negative Bescheid da ist. Hier lernt man aus der Erfahrung: Der erste Covid-Patient im Haus steckt nämlich ein ganzes Team an. „Das war ein Weckruf im Haus“, sagt Prim. Assoc. Prof. Dr. Martin Wiesholzer, Leiter der Klinischen Abteilung für Innere Me- dizin 1. Er übernimmt in der Corona-Krise gleichzeitig die medizinische Betriebsleitung. Daraufhin wer- den zahlreiche Maßnahmen ergriffen: In einem Zelt vor dem Klinikum wird eine Triage eingerichtet. Pa- tienten mit Covid-Verdacht kommen auf die Screening-Station, die sich auf der extra dafür umgebauten Dermatologie-Station befindet. Mitte März landen die ersten Patienten auf der Intensivstation; inner- halb von drei Tagen sind es 15 schwer kranke Patienten. Nachdem sehr rasch sehr viele Patienten eine intensivmedizinische Betreuung benötigen, flacht die Kurve Anfang April schnell wieder ab. Für Prim. Assoc. Prof. Dr. Christoph Hörmann, Leiter der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensiv- medizin, ist vor allem erfreulich zu sehen, wie viele ehemalige Intensivpflegepersonen des Hauses nun auf der Intensivstation mitarbeiten. Das Arbeiten in Schutzkleidung erschwert selbst Routinetätigkeiten: „Man braucht unter diesen erschwerten Bedingungen viermal so lange für etwa einen Ultraschall. Wir haben unser Personal daher massiv aufstocken müssen“, sagt Hörmann. Primar Wiesholzer ist vom Einsatz der Kolleginnen und Kollegen beeindruckt: „Alle sind unglaublich engagiert und motiviert. Ge- rade in der Triage waren die Nächte bitterkalt.“ Die erste Zeit mit dem Virus beschreibt der Mediziner so: „Diese Tage waren die intensivsten in meiner medizinischen Laufbahn. Am Anfang hat uns das Vi- rus überholt. Nach einer Woche waren wir aber wieder auf Augenhöhe.“

Bereits Ende Februar findet die erste Sitzung des Krisenstabes statt, dem OA Dr. Serge Weinmann vorsteht. Aufgeteilt in zwei Gruppen wechselt sich der Stab täglich ab. Jedes Mitglied ist dabei für ei- nen Bereich zuständig – sei es Personal, Lage oder Kommunikation. Entscheidungen werden getrof- fen, mögliche Szenarien durchgespielt: „Was machen wir, wenn wir an die Grenze unserer Behand- lungsmöglichkeiten im Universitätsklinikum St. Pölten kommen? Welche Ressourcen sind noch vor- handen und wie setzen wir sie optimal ein? Wie können wir Reserven bilden? Das waren wesentliche Fragestellungen unserer Stabsarbeit“, sagt Weinmann. Dabei stehen für ihn immer auch die Mitarbeite- rinnen und Mitarbeiter im Fokus, denn sie sollen nicht überfordert werden. Gleichzeitig ist es wichtig, in diesen Sonderlagen damit zu rechnen, dass Personal krankheitsbedingt ausfällt. Für Weinmann selbst ist eines wichtig: „Mitarbeiter zu motivieren und manchmal auch ein Stück mitzutragen, wenn es not- wendig ist. Trotz der eigenen Müdigkeit darf man das Ziel nie aus den Augen verlieren.“

Die Krise bestätigt dem Leiter des Krisenstabes, dass man nie auf alle Eventualitäten vorbereitet sein kann, es aber einen entscheidenden Vorteil bringt, auf ein Grundgerüst – wie es etwa in Form von Not- falleinsatzplänen vorhanden ist – aufbauen zu können.

Die NÖ Kliniken kehren langsam zum Normalbetrieb zurück. Den Wunsch, künftig mit ausreichend Schutzkleidung gewappnet zu sein, äußern viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Krise zeigte auf, welch Zusammenhalt in den Kliniken herrscht. Und dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch im äußersten Ausnahmefall professionell und motiviert ihren Dienst leisten.


Daniela Rittmannsberger, Michaela Neubauer

erschienen in WIR INTERN 03/2020