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Fabian Stenzel, Head of Retail Koordination, Erste Bank der Österreichischen Sparkassen AG und Dr. Konstantin Bergmeister, Assistenzarzt an der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am Universitätsklinikum St. Pölten; Copyright: Stefan Seelig

Forschungspreis für Bergmeister

ST. PÖLTEN – Dr. Konstantin Bergmeister, Assistenzarzt an der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am Universitätsklinikum St. Pölten erhielt von der Wiener Ärztekammer den For- schungsförderungspreis 2019 für seine Arbeit „Peripheral nerve transfers change target muscle structure and function“.


Zur Förderung der wissenschaftlichen Tätigkeit von jungen Ärztinnen und Ärzten verleiht die Ärztekammer Wien einmal jährlich zwei Forschungspreise an Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftler. den Theodor Billroth-Preis und den  Forschungspreis der Erste Bank der Österreichischen Sparkassen AG.


Dr. Konstantin Bergmeister, Assistenzarzt an der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, unter der Leitung von Prim. Assoc. Prof. Dr. Klaus F. Schrögendorfer, MBA, FEBOPRAS, erhielt für seine Arbeit „Peripheral nerve transfers change target muscle structure and function“, erschienen im Topjournal Science Advances (Impact Faktor 12,8) den 1. Platz des Forschungsförderungspreises 2019.


Chirurgische Nerventransfers werden schon jetzt mit großem Erfolg in der Rekonstruktion von peripheren Nervenverlet- zungen und zur verbesserten Steuerung von bionischen Prothesen eingesetzt. Bisher war noch wenig über die Verände- rungen von Muskeln nach dieser Therapie bekannt, und damit über weitere Verbesserungsmöglichkeiten. In Kooperation mit Kollegen aus England und Kanada,  untersuchte Ass. Dr. Konstantin Bergmeister experimentell die neurophysiologi- schen Effekte dieser modernen Therapie und konnte zeigen, dass die Muskelsteuerung viel präziser ist als bisher ange- nommen. In Folge übernimmt der Zielmuskel die physiologische Identität des Spendernervens und kann somit Signale erzeugen die seiner Ursprungsfunktion ähneln. Hiermit kann man zum Beispiel die speziellen Eigenschaften von Hand- muskeln auch in verbliebenen Stumpfmuskeln wie dem Bizeps erzeugen, um optimale Steuersignale für die Handfunktio- nen einer Prothese zu ermöglichen. Die Vision einer intuitiv gesteuerten Prothese, die alle Funktionen der Hand ersetzen kann, rückt hiermit einen großen Schritt näher. Außerdem können Nerventransfers mit diesen Erkenntnissen noch selekti- ver in der Therapie von Nervenlähmungen, spastischen Lähmungen nach Schlaganfall, oder Fazialisparesen eingesetzt werden.


Vor seiner Tätigkeit am Universitätsklinikum St. Pölten hat Ass. Dr. Konstantin Bergmeister sein wissenschaftliches Dokto- rat  an der Medizinischen Universität Wien abgeschlossen und von 2016 bis 2018 an der Klinik für Hand-, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum der BG Klinik Ludwigshafen bei Prof. Dr. med. Ulrich Kneser gearbeitet.