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Text: Die „ABCD-Regel“ im Überblick

Sicher in die Sonne

Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit der Sonneneinstrahlung ist sehr wichtig. Rund um diese Themen informiert Prim. Univ.-Prof. Dr. Franz Trautinger, Leiter der Klinischen Abteilung für Haut- und Geschlechtskrankheiten am Universitätsklinikum St. Pölten.

Wird die Haut im Laufe des Lebens in der Freizeit oder im Beruf einer hohen Belastung durch ultraviolette Strahlung aus dem Sonnenlicht oder aus Bräunungsgeräten ausgesetzt, kommt es als Spätfolgen zu vorzeitiger Hautalterung und vermehrtem Auftreten von Hautkrebs. Vor allem Sonnenbrände in der Kindheit erhöhen das Hautkrebsrisiko be- trächtlich. Beim Hautkrebs unterscheidet man zwei Hauptgruppen, den sogenannten „Weißen Hautkrebs“ (medizi- nisch: Plattenepithel- und Basalzellkarzinom) und den „Schwarzen Hautkrebs“ (medizinisch: Melanom). Weißer Haut- krebs ist sehr häufig, vor allem bei älteren Menschen, die jahrelang sehr viel der Sonne ausgesetzt waren, wie Landwir- te und Bauarbeiter. Von allen erwachsenen Patientinnen und Patienten, die einen Hautarzt aufsuchen, sind 30 % zu- mindest von einer Vorstufe betroffen. Nur in sehr seltenen Ausnahmefällen bildet Weißer Hautkrebs Metastasen. Die Heilungschancen sind daher in der Regel sehr hoch und die Behandlung erfolgt meist mit einfachen operativen Eingrif- fen.


Selbstkontrolle

Im Gegensatz dazu ist das Melanom seltener, kann aber wesentlich gefährlicher sein. Hier spielt der Faktor Zeit eine wesentliche Rolle. Prof. Trautinger merkt an: „Früherkennung ist entscheidend, denn wenn Melanome entfernt werden, solange sie noch oberflächlich sind, ist die Prognose für die meisten Betroffenen sehr gut. Melanome sehen anfangs oft aus wie Muttermale. Es gibt eine einfache Faustregel, die sogenannte ABCD-Regel, die bei der Unterscheidung von Melanomen und Muttermalen helfen soll.“

A steht für Asymmetrie, das heißt, während ein Muttermal meist rund oder oval ist, wächst ein Melanom oft verstärkt in eine Richtung und wird dadurch unregelmäßig. Die Begrenzung (B) ist ein weiteres Unterscheidungsmerkmal – ein Me- lanom ist oft unscharf begrenzt und kann Ausläufer haben. Die Farbe (Colorit – C) gibt ebenfalls wichtige Hinweise: Ein Muttermal ist braun bis schwarz, hat aber im Normalfall einen einheitlichen Farbton. Melanomverdächtig ist das Vorlie- gen verschiedenster Farbschattierungen von hellbraun, dunkelbraun bis grau, schwarz oder auch rot. Zuletzt kann auch der Durchmesser (D) ein Warnsignal sein, besonders wenn er größer als 5 mm ist.


Der beste Schutz

Ein Hinweis des Hautspezialisten: „Sobald sich ein Muttermal zu verändern beginnt, ist das ein Grund, den niederge- lassenen Hautarzt aufzusuchen, der meist mit einfachen Untersuchungen die Veränderung beurteilen kann.“ Wie oft eine Kontrolle beim Hautarzt nötig ist, hängt vom jeweiligen Hauttyp ab. Nach eingehender Untersuchung kann der Facharzt eine Empfehlung abgeben, in welchen Zeitabständen ein Muttermal-Screening durchgeführt werden sollte.

Neben der Sonnenstrahlung ist Solarienbenützung ein wissenschaftlich anerkannter Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Solarienbräune schützt zudem nicht - wie viele Menschen glauben - vor der nachfolgenden Sonnenbelas- tung im Urlaub. Nur wenn man die natürliche Sonne aufsucht, sich langsam vorbräunen lässt und dabei Sonnenbrände vermeidet, wird ein gewisser Schutz aufgebaut.

Wichtig ist jedenfalls, sich ein paar „Sonnenregeln“ in Erinnerung zu rufen. Der beste Schutz vor Sonnenbrand und Spätfolgen ist das Vermeiden der prallen Sonne, vor allem um die Mittagszeit zwischen 11.00 und 14.00 Uhr. Beim Auf- enthalt in der Sonne lässt sich der Körper durch Kleidung und Schirmkappen schützen. Jene Hautpartien, die nicht durch Kleidung geschützt werden, sollten bereits vor dem Aufenthalt in der Sonne ausreichend mit Sonnenschutzmittel eingecremt werden. Prof. Dr. Trautinger merkt an, dass die Sonnencreme häufig zu dünn aufgetragen wird. 30 ml, also ein „Stamperl“ voll, gelten als Faustregel für den ganzen Körper eines Erwachsenen.