CORONA-KRISE

Corona – ein Blick zurück

Das sagt die Führungscrew der NÖ Landesgesundheitsagentur zur Corona-Krise.


fotoS: istockphoto/ melya, philipp monihart

Auch die NÖ Landesgesundheitsagentur mit ihren rund 27.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern musste sich innerhalb kürzester Zeit an die neuen Rahmenbedingungen anpassen, sich umorganisieren und un- mittelbar Maßnahmen setzen, um Patienten, Bewohner und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen. Mit 16. März 2020 wurde der Krisenstab in der NÖ Landesgesundheitsagentur aktiviert, sagt Vorstand Mag. Mag. (FH) Konrad Kogler: „Wir haben dann umgehend damit begonnen, einen Stufenplan zu erstellen, um die notwendige medizinische und pflegerische Versorgung weiterhin sicherzustellen und gleichzeitig für die höchste Sicherheit unserer Bewohner, Patienten und Mitarbeiter zu sorgen. In einem ersten Schritt haben wir das Landesklinikum Melk als jenes Klinikum definiert, an dem spitalspflichtige Patientinnen und Patienten, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, behandelt wurden und immer noch werden. Mit den Erfahrungen, die wir hier gewonnen haben – und wofür ein ganz besonderer Dank den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Melk gilt –, sind dann in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen Führungskräften vor Ort weitere Klinikstandorte in allen unseren Gesundheitsregionen und Standorte der Pflegezentren gefolgt.“


Welche speziellen Maßnahmen hat NÖ gesetzt?

Dr. Markus Klamminger, Direktor für Medizin und Pflege: „Zu Beginn der Krise war es wichtig und notwen- dig, geplante operative Eingriffe in unseren Kliniken vorerst abzusagen. Damit konnten wir sicherstellen, ausreichend Kapazitäten und Personalressourcen frei zu halten, aber auch kranke und ältere Menschen zu schützen. Der Ambulanzbetrieb wurde ebenfalls zurückgefahren, um das Risiko einer Infektion für un- sere Mitarbeiter und Patienten so gering wie möglich zu halten.“

Obwohl die überwiegende Mehrheit der an Covid-19-Erkrankten einen milden Krankheitsverlauf zeigt, wa- ren die Kapazitäten im Intensivbereich ein wesentlicher Faktor in den Planungen, sagt Vorstand Dipl. KH- BW Helmut Krenn: „Mit der Beschaffung von 50 zusätzlichen Beatmungsgeräten konnten wir die Anzahl soweit aufstocken, um sicher zu sein, auch bei steigenden Patientenzahlen ausreichend Geräte zur Verfü- gung zu haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Zentralen Einkauf der NÖ Landesgesundheits- agentur erbringen dabei Höchstleistungen. Sie sind es gewohnt, in enger Abstimmung mit Lieferanten die Versorgung der Kliniken und Pflege-, Betreuungs- und Förderzentren mit der benötigten Schutzausrüs- tung, Testmaterialien und Geräten sicherzustellen.

Wo immer es möglich ist, setzen wir jedoch auf Eigenversorgung. So stellen wir in unseren

beiden Logistikzentren in St. Pölten und Wiener Neustadt beispielsweise Abstrichtupfer selber her und haben hier auch gebrauchte Schutzmasken aufbereitet.“


Welche Entwicklungen oder Prozesse sind beschleunigt worden?

Konrad Kogler: „Mit Start der Stabsarbeit haben wir unter anderem damit begonnen, möglichst vielen Mit- arbeiterinnen und Mitarbeitern die Arbeit im Homeoffice zu ermöglichen. Zahlreiche Meetings haben on- line über die verschiedensten Plattformen stattgefunden und wir haben die Chance der Digitalisierung genutzt, um trotz aller Herausforderungen so gut wie möglich in Kontakt zu bleiben. Gleichzeitig war und ist es notwendig, all jene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Kliniken und Pflegezentren vor Ort für ihre Patientinnen und Patienten und Bewohnerinnen und Bewohner da sind, laufend mit ausreichender Schutzausrüstungen und allen notwendigen Materialien zu versorgen sowie Rahmenbedingungen für ein sicheres Arbeiten zu schaffen.“

Markus Klamminger: „Ein großer Dank geht an dieser Stelle an all jene, die nach wie vor rund um die Uhr vor Ort für die Bewohnerninnen, Bewohner, Patientinnen und Patienten da sind. Wir wissen, dass die ver- gangenen Wochen von Ihnen allen viel abverlangt haben und dass Sie auch weiterhin viel Kraft und Aus- dauer benötigen. Ich darf Ihnen versichern, dass wir alles dafür tun, Sie bestmöglich in Ihrer Arbeit zu unterstützen.“


Die Corona-Krise war eine erste Nagelprobe für die NÖ Landesgesundheitsagentur. Haben sich die neuen Strukturen bewährt?

Helmut Krenn: „Selbstverständlich hat die Corona-Pandemie auch die NÖ Kliniken und Pflege-, Betreu- ungs- und Förderzentren vor neue Herausforderungen gestellt. Das gemeinsame Dach der NÖ Landes- gesundheitsagentur hat sich gerade hier bewährt. So ist es uns möglich, Synergien in den verschiedens- ten Bereichen zu nutzen.“

Konrad Kogler: „Gerade jetzt ist es wichtig, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Sicherheit zu ge- ben. Ein gemeinsames und geplantes Vorgehen, wie es für uns in Niederösterreich möglich ist, leistet ei- nen wesentlichen Beitrag dazu.“

Markus Klamminger: „Dadurch, dass bei uns alle NÖ Kliniken und Pflegezentren zusammengehören, kön- nen wir Personal genau dort einsetzen, wo es am meisten gebraucht wird. Das hat sich während der Co- rona-Krise als wesentlicher Vorteil gezeigt.“


Was hat man aus der Krise gelernt?

Konrad Kogler: „Das gemeinsame Dach der NÖ Landesgesundheitsagentur hat gezeigt, dass die Pla- nung und ein strukturiertes einheitliches Vorgehen wesentliche Vorteile bringen. Für alle Kliniken und Pfle- gezentren sind die verschiedensten Regelungen und Vorgehensweisen gleich, was Klarheit und Sicher- heit bringt.“

Helmut Krenn: „Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, dass auf die Qualität von Produkten ein besonderes Augenmerk gelegt werden muss. So wurde beispielsweise auf die Unterstützung durch das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen gesetzt. Die angelieferten Schutzmasken werden dort vor der Freigabe geprüft und wir behalten so den Überblick, um aus fachkundiger Sicht im internationalen Dickicht seriöse Händler oder qualitativ hochwertige Schutzmasken erkennen zu können.“


Wie haben Sie persönlich die Corona-Krise erlebt?

„Für uns hat sich in der Krise einmal mehr bestätigt, was wir tagtäglich erleben dürfen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der NÖ Landesgesundheitsagentur, sei es in den Kliniken, Pflege- zentren oder der Zentrale, arbeiten mit einem Höchstmaß an Expertise und persönlichem Einsatz. Wir möchten Ihnen allen dafür unseren größten und aufrichtigen Dank aussprechen!“, sind sich Konrad Kog- ler, Helmut Krenn und Markus Klamminger einig.

erschienen in WIR INTERN 03/2020