M&M

Qualität und Sicherheit durch M&M

Die Morbiditäts- und Mortalitätskonferenz gibt es bis zum Jahresende an allen Klinik- Standorten. Das Ziel: Fälle gemeinsam besprechen, die einen Mehrwert für die Zukunft bringen.

fotoS: istockphoto/ skynesher, Daniela Matejschek, Irm- gard Ebner

Sicherheit für Patienten und Mitarbeiter – das ist das Ziel eines ganzen Bündels an Maßnahmen in den NÖ Kliniken: Das Messen der Ergebnis- qualität aus Routinedaten und die daraus resultierenden Peer Reviews gehören ebenso dazu wie CIRS, das präventive Risk Management in jeder einzelnen Station, oder die Morbiditäts- und Mortalitätskonferen- zen. Letztere gibt es mit Jahresende flächendeckend und sie sind Teil der Unternehmensziele.


Mehrwert für die Zukunft

Bei einer Morbiditäts- und Mortalitätskonferenz, kurz M&M, sollen alle an einem dementsprechenden Behandlungsfall beteiligten Berufsgrup- pen vertreten sein. Das Ziel: „Gemeinsam werden jene Fälle bespro- chen, die im daraus abgeleiteten Ergebnis einen Mehrwert für die Zu- kunft bringen“, erklärt Dr. Susanne Schöberl, Leiterin des Bereichs Ope-

rative Qualitäts- und Leistungsanalyse in der Abteilung Medizinische Betriebsunterstützung der Holding-Zentrale. „Daraus entsteht eine Fehlerkultur, bei der alle voneinander lernen können.“ Und ihre Chefin, Dr. Silvia Bodi, MSc, ergänzt: „Aus der Besprechung leiten die Teams dann Maßnahmen ab, die für alle Beteiligten ein Mehr an Qualität und Sicherheit bringen.“

Seit sechs Jahren gibt es M&M in den NÖ Kliniken. Vorreiter war das Uniklinikum Krems, wo der Ärztliche Direktor und HNO-Primar Assoc. Prof. Dr. Heinz Jünger regelmäßig interdisziplinäre und immer wieder auch interprofessio- nelle Teams von 20 bis 25 Menschen versammelt, um bestimmte Fälle zu besprechen. Als wichtige Parameter für eine erfolgreiche Konferenz sieht Jünger:

-Die Präsentation des Falles ist gut vorbereitet.

-Es geht nicht um Schuldzuweisungen, nur so kann man Fehler offen diskutieren und gemeinsam daraus lernen.

-Ergebnis der Besprechung sind konkrete Maßnahmen, die ein ähnliches Problem künftig ausschließen.


Konkrete Maßnahmen umsetzen

Nach den Konferenzen werden alle Aufzeichnungen vernichtet und nur das reine Ergebnisprotokoll mit den umzu- setzenden Maßnahmen wird den zuständigen Personen übermittelt. Da man für derartige Konferenzen auch einige Soft Skills braucht, werden zweimal pro Jahr entsprechende Seminare im Bildungskatalog angeboten. Das Herbst- Seminar ist bereits ausgebucht. Im Oktober gibt es aber noch ein großes M&M-Treffen zum Erfahrungsaustausch.


Riki Ritter-Börner

erschienen in WIR INTERN 04/2019