KLINIKEN

Entlastung für die Kliniken

Das Land NÖ fördert mit einer akademischen Kombi-Ausbildung Sanitäter und Pflegekräfte der präklinischen Versorgung. Das Pilotprojekt zur Umsetzung im Weinviertel startet im April 2020.

(v.l.) Notruf-Niederösterreich Geschäftsführer Christof Chwojka, FH-St. Pölten-Geschäftsführer Gernot Kohl, Lan- desrat Martin Eichtinger und Rotes-Kreuz-NÖ-Präsident Josef Schmoll

An der FH St. Pölten gibt es die österreichweit einzige integrierte Ausbildung „Gesundheits- und Krankenpflege PLUS Akademischen Lehrgang für Präklinische Versorgung und Pflege“. Das Land Niederösterreich unterstützt die- ses Projekt in den nächsten vier Jahren mit 1,6 Mio. Euro. Die Nachfrage nach Studienplätzen ist groß. Diese Aus- bildung wird in sieben Semestern absolviert. Sie ist in den Bachelor-Studiengang Gesundheits- und Krankenpflege als Lehrgang integriert. Die FH St. Pölten ist damit die einzige Hochschule in Österreich, die die Berechtigung zur Ausbildung von Rettungs- sowie Notfallsanitäterinnen und -sanitätern hat.


Pilotprojekt „Acute Community Nursing“

Erste Absolventen der integrierten Ausbildung sind auch für das in anderen Ländern bereits genutzte Berufsbild der „Acute Community Nurse“ ausgebildet – eine diplomierte Gemeinde-Pflegekraft, die auch für die Notfall-Versorgung gerüstet ist. Sie soll zum Beispiel zum Einsatz kommen, wenn bei einem pflegebedürftigen Menschen der Katheter gespült werden muss: Aktuell wird dieser dafür ins Klinikum gebracht, dort aufgenommen, kurz behandelt und wie- der heim gefahren. In der Pilotregion Bruck an der Leitha, wo das Projekt im April starten soll, übernimmt diese Auf- gabe eine „Acute Community Nurse“ (ACN). Sie erspart dem Patienten und den Angehörigen die Aufregung und die Wartezeit des Klinik-Transports – und den Kliniken die zusätzliche Behandlung. LR Martin Eichtinger, als NÖ- GUS-Vorsitzender für das Projekt verantwortlich: „Dieses Leuchtturmprojekt will Patientinnen und Patienten am Best Point of Service versorgen und die bestehenden Systeme der Gesundheitsversorgung entlasten.“ Die ACN wird über die Rufnummern 144 oder 1450 alarmiert. Sie fährt mit einem speziell ausgerüsteten Fahrzeug an den Einsatzort und versorgt Menschen im Rahmen eines Notfalleinsatzes oder als Community-Nursing-Einsatz.

erschienen in WIR INTERN 06/2019