ABTEILUNG

Mit Herz im Einsatz

Egal, ob Erkrankungen am Herzen, an der Lunge oder im Magen:

Die Abteilung für Innere Medizin am Universitätsklinikum Tulln kümmert

sich um internistische Erkrankungen jeglicher Art.

Das Team der Abteilung für Innere Medizin im UK Tulln. Am Bild: DGKP Thomas Wolf und Stationsleitung DGKP Manfred Lechner (beide Notfallerstversor- gung), DGKP Karin Fellinger (Stationsleitung Int. 2), OA Dr. Oliver Slezak, DGKP Christine Krumpek (Bereichsleitung Pflege Konservativ), DGKP

Heidemarie Sax (Stationsleitung Int. 3), Dr. Michael Sandhofer, OÄ Dr. Teresa Sykora, DGKP Karin Greiner, DGKP Jürgen Eder, DGKP Ulrike Necas (Stv. Stationsleitung Int. 1), DGKP Manuela Kosohorsky und Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Frank (Leiter der Internen Abteilung)

fotoS: David Prokop, NLK Burchhart

Rund 1.300 Patientinnen und Patienten kommen pro Monat auf die Notfall-Erstversorgung im UK Tulln. Betreut wer- den sie von den Ärztinnen und Ärzten sowie der Pflege der Klinischen Abteilung für Innere Medizin. Auf der Stati- on kümmert sich das Team um Patienten, die unter anderem an Herz-Kreislauferkrankungen, Lungenerkrankungen oder Magen-Darm-Erkrankungen leiden.


Moderne Diagnostik

Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Frank steht der Abteilung seit 2002 vor. Frank ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiolo- gie und internistische Intensivmedizin. Er absolvierte seine Ausbildung am AKH Wien, am Universitätsklinikum Bern Inselspital und am Massachusetts General Hospital der Harvard Medical School in Boston/USA. Die Notfall- Erstaufnahme sei die Visitenkarte des Hauses, erklärt der Abteilungsvorstand, denn dorthin komme jeder Patient, der an internistischen oder allgemeinen Beschwerdesymptomen leidet. Ein Facharzt für Innere Medizin untersucht den Patienten, es wird Blut abgenommen und ein EKG gemacht. Wenn die Diagnose gestellt ist, entscheidet der Arzt, ob die Patientin oder der Patient stationär aufgenommen oder, nach der nötigen Behandlung (zum Beispiel einer Infusionstherapie), wieder nach Hause oder zum niedergelassenen Arzt geschickt werden kann. Bleibt der Patient im Klinikum, kommt er entweder auf eine der drei Bettenstationen, oder bei einem instabilen Kreislauf auf die Intensivstation. Sechs Telemetrie-Betten stehen zur Verfügung, um Patienten mit Rhythmusstörungen engma- schig überwachen zu können. Um herauszufinden, woran ein Patient leidet, setzen Frank und sein Team unter an- derem auch auf die nicht-invasive Bildgebung. Der Herzultraschall ist Standard in der Routineuntersuchung. Ins- gesamt werden an die 3.500 Herzultraschall-Untersuchungen pro  Jahr im Echolabor der Abteilung durchgeführt. Das Herz-MRT mit oder ohne Stress hilft dabei, nicht-invasiv die koronare Herzerkrankung, Herzmuskelentzündun- gen oder Ursachen der Herzinsuffizienz zu diagnostizieren. Auch bei der CT-Coronar-Angiographie gelingt es dem Ärzteteam ohne Herzkatheter, Herzkranzgefäße abzubilden und festzustellen, ob der Patient an einer koronaren Herzerkrankung leidet oder nicht. Viele Patienten, erklärt Prof. Frank, brauchen dadurch keinen Herzkatheter. In der Schrittmacherambulanz werden Patienten mit Herzschrittmacher oder einem implantierten Defibrillator (ICD) nachkontrolliert.


Umfangreiche Ausbildung

Neben dem Herz stehen auch andere Organe im Fokus der Abteilung: Menschen mit Beschwerden in der Lunge werden ebenso behandelt wie Patienten, die beispielsweise Probleme mit den Gallengängen haben. Hier kommt die ERCP-Untersuchung zum Einsatz. Diese endoskopische Methode hilft dabei, Veränderungen in den

Gallenwegen und den Bauchspeicheldrüsengängen zu erken- nen. Für eine Koloskopie (Darmspiegelung) kommen auch Pati- entinnen und Patienten anderer Abteilungen oder Kliniken auf die Abteilung im UK Tulln. Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, finden Hilfe in der Stoffwechselambulanz. Die Innere Medi- zin in Tulln besteht neben der Notfallaufnahme und der Intensiv- station aus drei Bettenstationen. Dort herrscht ein klarer Plan der Ärzte, was die Visiten angeht. Bei der sogenannten Sitzvisite be- sprechen Ärzte und Pflege gemeinsam die Situation eines Pati- enten. „Neben den Befunden geht es dabei um Themen wie: Was hat sich in der Nacht ergeben? Wie läuft die Nachbetreu- ung? Braucht der Patient Betreuung zuhause?“, sagt Prim. Frank. Bei der Patientenvisite bespricht die Ärztin oder der Arzt dann alles Weitere mit dem Patienten und plant weitere Untersuchun- gen oder Therapien. Drei Mal in der Woche gibt es außerdem eine Röntgen-Visite. Besonders wichtig ist dem Mediziner die Aus- und Weiterbildung der Ärzte seiner Abteilung. Jede Woche werden daher Fortbildungsveranstaltungen für das Ärzteteam angeboten. Die Assistenzärzte der Abteilung verbringen im Zuge ihrer Ausbildung jeweils ein Semester auf der Echokardiogra- phie, der Endoskopie, auf der Intensivstation und in der Notauf- nahme. Diese fundierte Ausbildung kommt den Medizinern zu- gute, denn im Laufe der Zeit veränderte sich einiges auf der Ab- teilung, meint Prim. Frank: „Die Herzinsuffizienz ist in der Zwi- schenzeit zum häufigsten Aufnahmegrund im Spital geworden. Und, die Patienten werden älter und müssen pflegeintensiver be- treut werden.“


Vorbeugen & überwachen

Diese Entwicklung spürt auch das Pflegeteam der Abteilung für Innere Medizin, so die Bereichsleiterin DGKP Christine Krumpek. Seit 1978 ist sie als diplomierte Pflegekraft im niederösterreichi- schen Landesdienst tätig. Die erste Anlaufstelle für all jene Pati- enten, die unangemeldet oder mit unklaren Symptomen kom- men, ist die Notfall-Erstversorgung. Dort triagiert das Pflegeteam den Patienten, danach wird er vom zuständigen Facharzt unter- sucht. Dieser entscheidet, ob und auf welcher Abteilung der Pa- tient aufgenommen wird oder ob er nach einer ambulanten Be- handlung wieder entlassen werden kann. Das UK Tulln verfügt insgesamt über drei internistische Abteilungen –interne 1, 2 und 3 – mit 86 Betten. Während die Interne 3 über die Telemetrie-Bet- ten verfügt, gibt es auf der Interne 1 ein Zimmer für schwerst- kranke Patienten. Dort können Angehörige 24 Stunden beim Pa- tienten verbringen.

Die Pflege richtet ihre Fokus vor allem darauf, herauszufinden, wie hoch das Risiko für Mangelernährung, einen Sturz, Decubi- tus (Druckgeschwür), Delir oder Demenz ist und ergreift vorbeu- gende Maßnahmen dagegen. Die alltägliche Pflege und vor al- lem auch die Begleitung der Patienten und ihrer Angehörigen ist außerdem ein wesentlicher Teil der Aufgaben im Pflegebereich. Welch gute Arbeit die Pflege hinsichtlich ihrer Kompetenz und menschlichen Zuwendung auf der Internen Abteilung leistet, spiegelt sich in den Patientenbefragungen und den vielen Dank- schreiben wieder: „Das macht uns sehr stolz“, sagt Krumpek. Auch wenn das Programm für den Primarius Dr. Frank und Chris- tine Krumpek aufgrund der demographischen Entwicklung im- mer dichter wird, gibt es viele schöne Momente auf der Abtei- lung für Innere Medizin: „Das Schönste ist, wenn man einem Pa- tienten helfen konnte und er geheilt nach Hause gehen kann“, sagt Prof. Frank.



Daniela Rittmannsberger

erschienen in WIR INTERN 05/2019