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CIRS  –  melden, informieren, lernen

Die CIRS-Teams der Kliniken können Beinahe-Fehler auch allen anderen Häusern zugänglich machen, damit diese für ähnliche Fälle gerüstet sind.

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kann kritische Ereignisse im Klinikalltag von jedem PC aus anonym melden.

foto: istockphoto/ ipopba

CIRS (Critical Incident Reporting System) ist das (Beinahe-)Fehlermeldesystem an bereits zehn Standorten der NÖ Landes- und Universitätskliniken. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kann kritische Ereignisse im Klinikalltag von jedem PC aus melden. Das CIRS-Team des jeweiligen Klinikums erhält die anonymisierte Meldung und bearbeitet diese mit Hilfe entsprechender Experten des Hauses. In einer dieser CIRS-Meldungen wurde Folgendes geschildert: Ein Patient kam am Wochenende ins Klinikum und gab bei der Aufnahme an, unter schwerwiegenden Lebensmittelallergien zu leiden. Das Pflegepersonal der Station dokumentierte dies ordnungsgemäß. Daraufhin gab das System die entsprechende Essenskarte mit rot markiertem Hinweis auf die Allergene aus. Anhand der Essenskarten bereitet das Küchenpersonal die Speisen für Patientinnen und Patienten vor. Trotz des Hinweises gelangten Lebensmittel auf das Tablett des Patienten, gegen die eine Unverträglichkeit besteht. Dieser erkannte und meldete dies sofort, woraufhin ihm geeignete Speisen serviert wurden. Das CIRS-Team bearbeitete die Meldung gemeinsam mit Küchen- und diätologischem Personal. Folgende Maßnahmen wurden erarbeitet:

-Wochentags stellt die Diätologie sicher, dass alle Lebensmittelallergien korrekt berücksichtigt werden, am Wochenende übernimmt dies das Küchenpersonal.

-Gemeinsam wurde festgelegt, dass im Dienstplan der Küche speziell an Wochenenden und Feiertagen immer auch die Anwesenheit von diätisch geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorgesehen ist.

-Es wurde ein kücheninternes Logbuch eingeführt, in dem Spezialfälle erfasst und gemeinsam mit dem diätologischen Team nachbesprochen werden.


Um auf dokumentierte Lebensmittelallergien richtig reagieren zu können, müssen die Mitarbeitenden dazu befähigt werden. Die Verantwortlichen in den Kliniken stellen daher sicher, dass entsprechende Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen angeboten und wahrgenommen werden. Außerdem werden Dienstpläne so gestaltet, dass zu jeder Zeit geschultes Personal vor Ort ist.

erschienen in WIR INTERN 03/2019