IM GESPRÄCH

Neue Führungskräfte

Neue Direktorinnen und Direktoren in den letzten Monaten

DGKP Wilhelm Railender, MA

ist der neue Direktor der Allg. Schule für Gesundheits- und Krankenpflege

Mistelbach. Nach einer technischen Ausbildung begann er 1991 mit der Ausbildung zum Diplomkrankenpfleger in Mistelbach. Nach zehn Jahren auf der Dialysestation ist er seit 2004 als akademischer Pflegepädagoge an der GuKPS Mistelbach tätig, seit 2014 ist er stellvertretender Direktor. Railender absolvierte zahlreiche Zusatzausbil- dungen im Pflege- und pädagogischen Bereich, unter anderem die Sonderausbildung Nierenersatztherapie, Aus- bildung zum Praxisanleiter, Diplom als Mentaltrainer und ein Masterstudium in Provokativpädagogik an der Donau- Universität Krems.


Die Gesundheits- und Krankenpflegeschule Mistelbach ist … ein Ort der Kommunikation, Empathie und Freude, des Zuhörens und Sagen-Könnens, des Lernens und Erfahrens. Ein Ort, an dem viele hervorragende Menschen lehren und lernen. Ein Ort, an dem Ganzheitlichkeit, Diversität und Humanismus großgeschrieben werden.


Meine Hauptaufgabe ist … die Herausforderung anzunehmen, die täglichen Aufgaben zu managen, die für Auszu- bildende, Pädagoginnen und Pädagogen, das Sekretariat und alle weiteren für die Schule Tätigen wichtig sind. Im Vordergrund steht, das Ziel im Auge zu behalten, nämlich Qualität und Quantität zu bieten. Der Aspekt der Erhal- tung der menschlichen und materiellen Ressourcen innerhalb der räumlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedin- gungen muss dabei absolute Beachtung erhalten. Die Zusammenarbeit mit allen Bereichen der Pflege von Abtei- lungen der Kliniken bis hin zu den extramuralen Diensten zu intensivieren und die Schule als wichtiges Bindeglied zwischen Praxis und Theorie zu positionieren.


Die Herausforderung meiner Tätigkeit ist … Aspekte des theoretischen und praktischen Unterrichts abzustimmen und zu vereinen. Für Unvorhergesehenes vorbereitet zu sein und die Schule auch in Krisensituationen – wie der, die uns Corona beschert hat – sicher und bestimmt zu führen. Möglichst viele junge und auch ältere Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen. Den idealen Punkt zwischen Optimum und Möglichem – ohne überfordernd oder auch unterfordernd zu sein – zu finden.


Mein Motto ist … Regeln sind wichtig, aber nur, wenn sie kein Korsett sind. Erfahrungsgemäß kann ich sagen: Lie- ber zweimal hinsehen oder über eine Situation schlafen und dann noch mal betrachten, vieles wird sich dabei erle- digen, manches bedarf der Entscheidung. Und es gibt so gut wie keine Regel, die auf jede Situation passt. Ein ehrliches Lächeln und Zuhören bewirken mehr als Ge- und Verbote.


Ausgleich zu meinem Beruf finde ich … wenn ich mit meiner Familie gemeinsame Unternehmungen starte. Wenn ich an meinem Gartenteich sitze oder den Teich reinige. Große Entspannung bietet mir Literatur, deren Bogen sich von Anekdoten, Autobiografien, Romanen, Reiseerzählungen, alter Literatur über Fachliteratur bis hin zu wissen- schaftlichen Publikationen spannt. Und dann einer meiner früheren Berufe: Audio- und Videotechnik sowie Pro- grammierung diverser Anwenderprogramme – braucht oft viel Zeit, aber ist sehr entspannend.

Primaria Dr. Ingrid Geiss, MAS

ist die neue Ärztliche Standortleiterin im LK Lilienfeld. Nach der Promotion 1988 an der Universität Graz folgten drei Jahre Ausbildung Anästhesiologie und Intensivmedizin am AKH Wien. Danach folgten die Turnusausbildung im LK Mödling und Ausbildung zur Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit Schwerpunktarbeit des Aufbaus der Urogynäkologie am LK Mödling inklusive zwei Semester Austausch mit der Frauenklinik am AKH Wien. Seit 2013 leitet Primaria Geiss die Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe im LK Lilienfeld und war seit März 2018 mit der Funktion als interimistische Ärztliche Standortleiterin betraut. Primaria Geiss war von 2016 bis 2018 1. Vor- sitzende der österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Urogynäkologie und Rekonstruktive Beckenbodenchirurgie und ist seit 2016 Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.


Das Landesklinikum Lilienfeld ist ... für mich mein Krankenhaus und mein Lieblingsarbeitsplatz. Die Entwicklung der letzten Jahre ist durch die Leistung aller Mitarbeiter wunderschön zu beobachten und macht große Freude.


Meine Hauptaufgabe ist … Gespräche führen, Meinungen sammeln, Sorgen aufnehmen, Ideen generieren, Rich- tungspfeiler setzen. Zusätzlich beschäftige ich mich gerne mit der Umsetzung aller gesammelten und vereinbarten Dinge und Leistungen. Im ärztlichen Bereich sind Ausbildung des Nachwuchses und Fort- und Weiterbildung für alle Ärztinnen und Ärzte ein wesentlicher Fixpunkt in allen meinen Überlegungen. Das Schönste ist es zu sehen, wenn die fachliche Kompetenz immer weiterentwickelt wird und wir damit unsere Patientinnen und Patienten opti- mal versorgen können.


Die Herausforderung meiner Tätigkeit ist … die unterschiedlichsten Interessen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Prioritäten müssen immer wieder neu gesetzt werden. In den letzten Wochen/Monaten während der Co- vid-19-Pandemie ist die Flexibilität aller gefordert und die Kommunikation in alle Richtungen sehr aufwändig und enorm wichtig. Diese Herausforderungen haben wir alle in NÖ gut aufgenommen und umgesetzt. Die persönliche Herausforderung ist dabei mit seinen eigenen Ressourcen gut umzugehen und die Spanne zwischen ärztlicher Lei- tung und Abteilungsleitung Gynäkologie und Geburtshilfe gut zu bewerkstelligen.


Mein Motto ist … in diesem wunderbaren Beruf machen gegenseitige Unterstützung und Hilfestellung auch die schwierigste Situation leicht.


Ausgleich zu meinem Beruf finde ich … in meinen vielfältigen kulturellen Interessen und beim Treffen wunderbarer Menschen, die ich privat und auch am Arbeitsplatz gefunden habe. Seit vielen Jahren singe ich in Chören und bin Mitglied (1. Sopran) im Gospelchor in meinem Heimatort Hinterbrühl. Erfreulicherweise haben wir auch eine nette Singgemeinschaft in unserem Klinikum. Außerdem habe ich mein Elternhaus in der Südwest-Steiermark renoviert und kann mich mit Gartengestaltung, Pflanzenauswahl und natürlich mit Verkostung südsteirischer Weine im Kreise meiner Geschwister beschäftigen.

Dipl. Pflegewirt (FH) DGKP Joachim Schulze

ist der neue Pflegedirektor am LK Mistelbach-Gänserndorf. Der gebürtige Münchener diplomierte in der Gesund- heits- und Krankenpflege nach der Ausbildung am Klinikum Nürnberg 1990. Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Pflege studierte er an der Ev. Hochschule Nürnberg Pflegemanagement sowie an der Universität Erlangen Philoso- phie, Soziologie, wirtschaftliche Staatswissenschaften und schloss das Studium mit dem akademischen Grad des Diplom-Pflegewirts (FH) ab. Neben Lehraufträgen an Fachhochschulen und der Gesamtleitung des Pädagogi- schen Seminars und Managementseminars am Bildungszentrum für Pflegeberufe Nürnberg lag der Schwerpunkt der beruflichen Tätigkeit u. a. im Bereich Beratung, Entwicklung und Durchführung von Projekten zu Qualitätsma- nagement, Organisationsentwicklung sowie Prozessmanagement in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. 2009 wechselte er an die Fachhochschule Krems als Lehrender im Studiengang „Advanced Nursing Practice“ und war von 2014 bis 2020 Professor (FH) für den Studienschwerpunkt Pflegemanagement sowie den Lehr- und For- schungsbereich Pflegewissenschaft im Bachelorstudiengang Gesundheits- und Krankenpflege.


Das Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf ist ... als Schwerpunktklinikum fürs Weinviertel ein wesentlicher Bei- trag für die Gesundheits- und Krankenversorgung. Zudem ist es auch ein großer Dienstgeber. Zusammen gewähr- leistet das LK Mistelbach-Gänserndorf somit eine hohe Lebensqualität für viele Menschen.


Meine Hauptaufgabe ist … die Strukturen, die Kern- und Unterstützungsprozesse im interdisziplinären und multi- professionellen Team und im Rahmen der kollegialen Führung zusammen mit der Kaufmännischen Direktorin sowie dem Ärztlichen Direktor so zu gestalten, dass Patientinnen- und Patientenversorgung „state of the art“ auf höchs- tem Niveau auch in Zukunft gewährleistet wird. Dies meint mit dafür zu sorgen, dass die richtigen Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind und das tun

können, was getan werden muss. Und dann dafür entsprechend die Rahmenbedingungen zu gestalten.


Die Herausforderung meiner Tätigkeit ist … die Komplexität des Systems so weit zu reduzieren, dass die einzelnen Teile sichtbar werden können. Wie die Teile zusammenwirken und funktionieren zu verstehen, ist die Voraussetzung für Steuerung, Führung – eben Management. Der Einblick ist Voraussetzung für den Überblick. Diesen zu gewin- nen ist die Herausforderung.


Mein Motto ist … „Geht nicht, gibt‘s nicht“. Ohne Ziel gibt es keinen Weg. Manchmal gibt es verschiedene Wege, um ans Ziel zu gelangen. Es muss dann eben ein Weg ausgewählt werden. Ob es der richtige war oder nicht, lässt sich nicht immer vorhersehen. Entscheidend ist, ob man ans Ziel gekommen ist.


Ausgleich zu meinem Beruf finde ich …

in und durch Fotografie, Reisen und Wandern. Andere Länder, neue Menschen in verschiedenen Kulturen kennen- zulernen und andere Sichtweisen in Form von Reportagen oder Dokumentationen in Bild oder Film festzuhalten, gibt mir die Möglichkeit, neue Energie aufzunehmen.

erschienen in WIR INTERN 03/2020