UNSERE KLINIKEN

(v.l.) Alexandra Manhart, OA Dr. Gerhard Krajnik (Klinische Abteilung  für Innere Medizin  1), OÄ Dr. Petra Pichler (Kli- nische Abteilung für Innere Medizin 1), LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf und Prim. Assoc. Prof. Dr. Martin Wies- holzer (Klinische Abteilung für Innere Medizin 1)

Fotocredit: Josef Bollwein | © 2019 flashface.com

Erste autologe Stammzelltransplantationen in NÖ

ST. PÖLTEN – Vor kurzem wurde die erste autologe Stammzelltransplantation in Niederösterreich an der Klinischen Ab- teilung für Innere Medizin 1 am Universitätsklinikum St. Pölten erfolgreich durchgeführt. Die autologe Transplantation von Stammzellen des Knochenmarks ist für ausgewählte Patientinnen und Patienten mit bösartigen Erkrankungen eine wichtige lebensverlängernde und unter Umständen lebensrettende Therapie.

„Mit der Eröffnung von zwei neuen Stammzelltransplantationseinheiten an der Klinischen Abteilung  für  Innere  Medizin 1  am  Universitätsklinikum  St.  Pölten  und  den  damit verbundenen Isoliermöglichkeiten, werden sowohl die Behand- lungsmöglichkeiten von Patientinnen und Patienten mit bösartigen Bluterkrankungen optimiert, als auch die Vorausset- zungen für die Einführung der autologen Stammzelltransplantation in Niederösterreich geschaffen“, erklärt LH-Stellver- treter Dr. Stephan Pernkopf.


Derzeit werden rund 50 niederösterreichische Patientinnen und Patienten mit dieser aufwendigen Therapieform in um- liegenden Bundesländern behandelt. Durch die Etablierung der autologen Stammzelltransplantation am Universitätskli- nikum St. Pölten können Patientinnen   und   Patienten   aus   Niederösterreich   zukünftig   im   eigenen   Bundesland behandelt werden. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt in der Versorgung niederösterreichischer  Patientinnen  und Patienten  mit  hämato-onkologischer Spitzenmedizin.


Der Ablauf der autologen Stammzelltransplantation ist folgender: Nach Erhalt einer anfänglichen Chemotherapie über mehrere Monate, um die Erkrankung zurückzudrängen, wird das Knochenmark der Patientinnen und Patienten mit Hilfe von Wachstumsfaktoren sehr stark stimuliert, sodass die Mutterzellen der Blutzellen für kurze Zeit aus dem Knochen- mark in das Blut ausgeschwemmt werden. Diese Knochenmarkstammzellen des Patienten werden gesammelt und für die weitere Verwendung tiefgefroren (Stammzellernte). Vor der endgültigen Stammzellrückgabe erhält die Patientin bzw. der Patient eine sehr hochdosierte Chemotherapie, welche die wenigen noch übrig gebliebenen Krebszellen ab- töten soll. Gleichzeitig führt diese Chemotherapie aber auch zu schweren Schäden im gesunden Knochenmark. Durch die Rückgabe der patienteneigenen Knochenmarkstammzellen gelingt es jedoch, das Knochenmark in wenigen Tagen wiederherzustellen.


Zur Durchführung der autologen Knochenmarktransplantation steht am Universitätsklinikum St. Pölten ein erfahrenes Ärzte- und Pflegeteam zur Verfügung. Ergänzt wird das Team durch   engagierte   Mitarbeiterinnen   und   Mitarbeiter der   Klinischen   Psychologie,   des Klinischen Instituts für   Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie der Diäto- logie. Darüber hinaus steht die Unterstützung von Seiten der Klinischen Institute für Hygiene und Mikrobiologie und für Medizinische Radiologie, Diagnostik, Intervention sowie der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, bis hin zur Möglichkeit einer Nierenersatztherapie im Falle von Komplikationen, zur Verfügung.