ABTEILUNG

Vielfalt am OP-Tisch

Viele verschiedene Operationen stehen in der Abteilung für Chirurgie im LK Waidhofen/Ybbs täglich auf dem Programm. Mit schonenden Methoden und einer Tagesklinik sorgt das Team für eine schnelle Genesung der Patientinnen und Patienten.

(v.l.) Prim. Dr. Stefan Leidl, Ass. Dr. Marie-Therese Howanietz, OA Dr. Marek Kalavsky, PA Michaela x, PA Eva

Sonnleitner, OA Dr. Rainer Hinterleithner, DGKP Regina Königswenger, OÄ Dr. Diana-Laura Dumitrascu, OA Dr. Gil- bert Marchard, DGKP Marion Helperstorfer, DGKP, Gabriele Holzinger, DGKP Brigitte Pilsinger, DGKP Angelika Schnabler und OÄ Dr. Alexandra-Mirabela Chivu

Das Team der Abteilung für Chirurgie im LK Waidhofen/Ybbs behandelt ein breites Spektrum an Erkrankungen mit- tels moderner Techniken. Dabei stehen ihnen mannigfaltige Möglichkeiten zur Verfügung, um die Patientinnen und Patienten, die aus Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark kommen, bestmöglich zu behandeln. Vieles davon geht bereits tagesklinisch über die Bühne.


Schonende Methoden

Der Erstkontakt mit den Patientinnen und Patienten erfolgt in der allgemeinen chirurgischen Ambulanz, erklärt Prim. Dr. Stefan Leidl, der die Abteilung seit 2012 leitet. Der Facharzt für Chirurgie entscheidet nach der Diagnosestel- lung und Therapieplanung, ob der Patient tagesklinisch behandelt werden kann oder stationär aufgenommen wer- den muss. Falls es zu einer Operation kommt, erfolgt die Eingriffsplanung über die chirurgische und anschließend über die Anästhesie-Ambulanz.

Die Aufgabe der Chirurgie in Waidhofen/Ybbs liegt in der chirurgischen Grundversorgung mit Schwerpunkt auf mini- mal-invasiver Bauchchirurgie (Gallenblase, Blinddarm, Dickdarm), Hernienchirurgie und dem Behandeln von Krampfadern und Hämorrhoiden. Patienten mit Krampfadern kommen oft ohne Leistenschnitt aus – hier kommt die RFITT-Methode zum Einsatz. Auch bei Hämorrhoiden arbeiten die Chirurginnen und Chirurgen schonend und na- hezu schmerzfrei: Mittels THD-Methode wird die Schleimhaut gerafft und nach oben gezogen. Auf der Tagesord- nung steht außerdem das Implantieren von Herzschrittmachern in Zusammenarbeit mit der hauseigenen Kardiolo- gie. Ein weiterer Bereich in der Abteilung für Chirurgie ist die Mamma-Chirurgie: Gemeinsam mit dem Radiologen erfolgt primär eine Feinnadelbiopsie des Tumors. Der Befund wird dann im interdisziplinären Tumorboard bespro- chen und die weitere Therapie geplant. Rekonstruktionen stehen in der Mamma-Chirurgie ebenso auf dem Pro- gramm wie die brusterhaltende Therapie.


Intensiv überwacht

Seit 2010 gibt es auf der Abteilung für Chirurgie außerdem die Möglichkeit, Operationen tagesklinisch durchzufüh- ren. Das betrifft vor allem Patienten, die wegen Hernien, Hämorrhoiden, Krampfadern oder Hauttumoren operiert werden. Sie kommen direkt am OP-Tag in das Klinikum, wo sie noch einmal durchgecheckt werden. Nach der Ope- ration werden sie dann von der Pflege intensiv überwacht. Ein Facharzt überprüft unter anderem die Aufzeichnun- gen der Vitalparameter, ob der Patient selbstständig essen kann und ob die Verbände sauber sind. Ist alles in Ord- nung, steht einer Entlassung nichts mehr im Wege.

Einzigartig für ein kleines „Grundversorgungs-Krankenhaus“, wie Leidl es formuliert, sind die Eingriffe an der Kör- perkontur. Neben der allgemeinen Ambulanz führt die Abteilung noch weitere Ambulanzen: In der Varizen-Ambu- lanz können Krampfadern-Patienten nach Voranmeldung behandelt werden. Brustkrebspatientinnen werden in der Mamma-Ambulanz beraten. Und in der Wundambulanz versorgt ein Team aus Wundmanagern chronische Wunden.


Zeit für Zwischenmenschliches

Auf der Abteilung für Chirurgie ist durch die breite Palette an Operationen auch jedes zuweisende Fach vertreten – das und die interdisziplinäre Zusammenarbeit sei immer wieder eine Heraus- forderung, sagt DGKP Marion Helperstorfer. Die diplomierte Pflegekraft ist bereits seit 1994 hier tätig, seit 2004 leitet sie die Abteilung. Mit 25

Patientinnen und Patienten pro Tag nimmt die Tagesklinik einen großen Bereich ihres Auf- gabengebietes ein. Die Patientinnen und Patien- ten werden, ausgestattet mit allen Unterlagen, am

OP-Tag von der Pflege aufgenommen und nach einem Check für die Operation vorbereitet. Nach der Operation beobachten die Pflegenden die frisch operierten Patienten, messen die Vitalparameter, kontrollieren die Verbände und sorgen für die Schmerztherapie. Gleichzeitig wird die Entlassung organisiert. Nachdem nicht alle Patienten tagesklinisch operiert und versorgt werden können, gibt es für die Pflege auf der Station selbst weitere vielfältige Aufgaben. Dazu gehört beispielsweise die Körperpflege, die Mobilisation oder Lagerung der (noch) nicht mobilen Patienten, die Überwachung der frischoperierten Patienten oder das Wechseln der Wundverbände. Das Team kümmert sich außer- dem um die Medikamente, verabreicht Infusionen und Injektionen, nimmt Blut ab und legt Venenverweilkanülen. Damit auch alle benötigten Medikamente und Materialien verfügbar sind, werden regelmäßig Bestellungen durchgeführt.

Gemeinsam mit Patienten, die eine längere Zeit auf der Abteilung verbringen, und dem Entlassungsmanagement, plant die Pflege die nötige Unterstützung zu Hause. Platz findet auf der Abteilung aber vor allem auch das Zwischenmen- schliche. Recht geben Helperstorfer und ihren Kolleginnen und Kollegen die hervorragenden Ergebnisse der Patienten- befragung. Das Schönste für Primar Leidl und Stationsleitung Helperstorfer an ihrer Arbeit? „Wenn wir dazu beitragen können, dass der Patient neben der besten operativen Behandlung und Pflege rascher und gut versorgt entlassen wer- den kann, haben wir die an uns gestellten Anforderungen erfüllt“, sind sich Leidl und Helperstorfer einig.


Daniela Rittmannsberger

erschienen in WIR INTERN 06/2019