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UNSERE KLINIKEN

Sicherheit von Blutkonserven

Die Sicherheit von Blutkonserven in Bezug auf SARS-CoV-2 beschäftigt derzeit viele Menschen, sie ist jedoch weiterhin gewährleistet, versichern die beiden Blutbanken am Landesklinikum Mistelbach-Gänserndorf und am Universitätsklini- kum St. Pölten.

„Blut zählt im Notfall zu den wichtigsten Medikamenten und ist bis heute nicht künstlich herstellbar. Alleine unsere Klini- ken benötigen rund 55.000 Blutkonserven im Jahr. Mit einer Blutspende kann jeder Niederösterreicher und jede Nie- derösterreicherin einen wertvollen Beitrag leisten, um die Versorgung sicher zu stellen. Die Mitarbeiterinnen und Mitar- beiter in unseren Blutbanken garantieren dabei größte Sicherheit“, betont LH-Stellvertreter Dr. Stephan Pernkopf.


Ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit von Blutprodukten wird bei der Zulassung zur Blutspende durch den Blutspen- dearzt/Blutspendeärztin geleistet. Bereits mit der Temperaturmessung können fieberhafte Infekte erkannt werden und es erfolgt eine vorübergehende Sperre bis 14 Tage nach vollständiger Ausheilung. Neben dem allgemeinen Spende- Fragebogen werden zusätzlich spezifische Fragen zur Bewertung des Gesundheitszustandes eines Spenders hinsicht- lich des Risikos einer SARS-CoV-2-Infektion gestellt (Symptome eines Infekts, Aufenthalt in Risikogebieten, Kontakt mit infizierter Person). Wichtig ist ebenfalls eine hohe Sensibilisierung der Spender/-innen hinsichtlich (auch) banaler Infek- tionssymptome und der verstärkte Hinweis auf die verpflichtende Meldung des nachträglichen Auftretens von Fieber, Husten, Halsschmerzen, Schnupfen (bis 14 Tage nach der Spende). In diesen Fall erfolgen die Sperre bzw. das Aus- scheiden der betroffenen Produkte.



Das Wissen und die Datenlage zum neuen Coronavirus sind auf Grund intensiver Forschungen und Aufarbeitung der Datenlage in ständiger Weiterentwicklung. Daher kommt bei vielen Statements großer Organisationen (WHO, ECDC), wie auch auf der Informationsseite der AGES die Möglichkeitsform zur Anwendung: Neben den Sekreten des At- mungstraktes und Speichel könnten auch Ausscheidungen (Harn, Stuhl) und Körperflüssigkeiten (Blut, Rippenfellflüs- sigkeit, Gelenkspunktate, usw.) infektiös sein.


Durch Fachexperten der WHO, der EBA (European Blood Alliance) und der FDA (amerikanische Gesundheitsbehörde) ist die Aussage derzeit dahingehend spezifiziert, dass es keinen Hinweis auf eine Übertragung der Erkrankung über Blut gibt.


Bei einem (kleinen) Teil von Infizierten, das sind zum Großteil Personen mit zum Teil schweren Krankheitssymptomen (die erst gar nicht zur Blutspende zugelassen werden) kann im Blut Virus-Nukleinsäure (Erbinformation) nachgewiesen werden. Kein Nachweis bisher bestätigt, dass es sich dabei um vollständige, infektiöse Viren, die die Krankheit über- tragen können, handelt.


Es gibt bis dato generell keinen Nachweis einer Übertragung von Coronavirus-Infektionen durch Bluttransfusionen (SARS 1, MERS und diverse Coronaviren die resp. Infekte hervorrufen).


Dazu hier auch das Statement des Arbeitskreises Blut des Robert-Koch-Instituts vom 17.3.2020:


„2. Übertragungswege, Relevanz für die Transfusionsmedizin

Der Hauptübertragungsweg des SARS-CoV-2 ist die Tröpfcheninfektion. Das Virus wurde bisher vor allem im Sekret des Nasen- und Rachenraumes, in den unteren Atemwegen (Sputum), im Stuhl, und in der Tränenflüssigkeit nachge- wiesen. […]


Mittels Nukleinsäureamplifikationstechnik (NAT) wurde das Genom des Virus in wenigen Fällen bei Erkrankten, z.T. auch mit geringen Symptomen, auch im Blut nachgewiesen; ob dies mit einer Infektiosität verbunden ist, ist derzeit un- klar. Die Viruslast war im Vergleich zu respiratorischen Körperflüssigkeiten niedrig. Bisher gibt es keine Berichte, dass prä- oder asymptomatisch Infizierte ebenfalls virämisch sind. In der Untersuchung eines deutschen Clusters mit vor- wiegend milden respiratorischen Symptomen wurde in 31 Blutproben kein Virus nachgewiesen. Es gibt keine Berichte von transfusionsassoziierten Infektionen mit SARS-CoV-2, auch nicht mit SARS- und MERS-Coronavirus. Auch bei an- deren Erregern respiratorischer Infektionen, insbesondere Influenza, gibt es keine Hinweise auf transfusionsassoziierte Infektionen.


Somit wird das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 durch Transfusion von nicht-virusinaktivierten Blutkomponenten als sehr gering eingeschätzt. Zu dieser Einschätzung kommt auch das European Center for Disease Prevention and Control (ECDC, www.ecdc.europa.eu) in seinem aktuellen Risk Assessment.“


Für das Blutspendewesen bedeutet das:

Nach derzeitigem Wissensstand gibt es derzeit keinen Hinweis auf eine Übertragung von SARS-Cov-2 über Blut. Eine generelle Testung ist derzeit nicht empfohlen. Die Sicherheit von Blutkonserven ist also weiterhin gewährleistet.