IM PORTRÄT

Gesundheits-Manager

Filip Deimel war beruflich immer mit dem Gesundheits- und Sozialwesen

verbunden. Nun leitet er die Gruppe Gesundheit und Soziales.

Filip Deimel wurde im Jahr 1974 geboren und wohnt in Melk. Nach der

Matura am Stiftsgymnasium Melk absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften sowie ein Studium der Pub- lizistik und Politikwissenschaften an der Universität Salzburg. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit als Landes- geschäftsführer des Verbandes der NÖ Volkshochschulen war Deimel bei der Bezirkshauptmannschaft Korneuburg tätig, in weiterer Folge Leiter der Behindertenhilfe NÖ, Abteilung Soziales, und Büroleiter in mehreren Regierungs- büros. 2019 war er Projektleiter der NÖ Landesgesundheitsagentur.

fotoS: NLK/Filzwieser

Seit Anfang April haben die Gruppe Gesundheit und Soziales und die Abteilung Landeskliniken und Landesbetreuungszen- tren mit Hofrat Mag. Filip Deimel einen neuen Leiter. Ein breites Tätigkeitsfeld: von der Kinder- und Jugendhilfe über Umwelt- hygiene und Gesundheitsversorgung bis hin zu sanitätsrechtlichen Belangen und vielem mehr. „Eine schöne und herausfor- dernde Aufgabe mit großer Verantwortung. Die Corona-Krise hat gezeigt, dass diese Themen besonders im Fokus stehen. Das wird noch eine Zeitlang so bleiben“, meint er. Auch die Agenden der neuen NÖ Landesgesundheitsagentur fallen in sei- nen Aufgabenbereich. An deren Entstehen und Struktur war Filip Deimel als Projektleiter maßgeblich beteiligt (mehr dazu fin- den Sie auf Seite 28). Diese Neuordnung bringt auch für das Amt der NÖ Landesregierung einen gewaltigen Reformprozess mit sich, einige Abteilungen wurden anders aufgestellt – wie auch die Abteilung Landeskliniken und Landesbetreuungszen- tren, der Deimel nun vorsteht.


Neue Struktur

Anfang des Jahres startete der Aufbau der neuen Landesgesundheitsagentur (LGA), Anfang Juli folgt der nächste große Schritt: Die LGA übernimmt die Betriebsführerschaft über die Kliniken sowie Pflege-, Betreuungs- und Förderzentren (PBZ/PFZ). Ein spürbarer Einschnitt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? „Es ändert sich heuer im operativen Ablauf nichts, es ändert sich nur die Verantwortlichkeit an der Spitze: weg von der NÖ Landesregierung, hin zum neuen Vorstand, Aufsichtsrat und Beirat.“ Das sei ein zentrales Element dieser Reform – wer macht was und wer verantwortet was. Wie hat sich der Übergang von der bestehenden in die neue Struktur gestaltet? „Die Planung ist eine Sache, das tatsächliche Leben unter einem Dach eine andere. Nicht alles läuft von heute auf morgen perfekt, aber die LGA wird eine schlagkräftige Ge- sundheitsorganisation.“ Die Corona-Krise hat einige Vorgänge sogar beschleunigt: So gab Deimel im März die schriftliche Weisung zur früheren Zusammenarbeit. Das hat etwa ermöglicht, dass die Heime von der LGA mit Materialien wie Masken versorgt wurden und sich nicht selber um deren Beschaffung kümmern mussten. Das bisherige Zusammenspiel der Kliniken und PBZ läuft professionell und reibungslos, von großem Respekt und Verständnis geprägt, konstatiert Deimel.

Es ist ihm ein großes Anliegen, sich bei all jenen zu bedanken, die vor Ort dem Virus den Kampf angesagt haben: den Mitar- beiterinnen und Mitarbeitern in den Bezirkshauptmannschaften, PBZ, Kliniken, Blaulichtorganisationen und vielen anderen. „Ohne sie wäre ein Aufrechterhalten des Gesundheitssystems nicht möglich gewesen. Und es war auch der Disziplin der Be- völkerung geschuldet. Niederösterreich kann stolz sein.“ Auch die höchsten Stellen im Land haben hervorragend zusam- mengearbeitet, meint er: „Sowohl während des Lockdowns als auch beim Wiederhochfahren – es war ein Zusammenspiel auf höchstem Niveau.“

Die Krise habe aber auch gezeigt, dass es in einigen Bereichen noch Verbesserungspotenzial gibt. „Das Epidemiegesetz war aus dem Jahr 1950 und ausgelegt auf Masern und Pocken. Das musste praxistauglich gemacht werden“, nennt Deimel ein Beispiel. Und viele weitere gesetzliche Grundlagen wurden geschaffen, etwa zur E-Medikation. „Es wird einen gewaltigen Schub der Digitalisierung im Gesundheitswesen geben – von der E-Gesundheitsakte bis zum Impfpasswesen, Verwaltung der Patientenströme und Zusammenspiel der Kliniken mit dem niedergelassenen Bereich“, meint Deimel. Die Zukunft bleibt also spannend, mit vielen neuen Tätigkeitsfeldern für den erfahrenen Juristen.


karin schrammel


Gruppe Gesundheit und Soziales – Abteilungen:

-Gesundheitswesen

-Umwelthygiene

-Sanitäts- und Kranken-anstaltenrecht

-Soziales und Genera-tionenförderung

-Kinder- undJugendhilfe

-Landeskliniken und Landesbetreuungszentren:

– Angelegenheiten der NÖ LGA

– Geschäftsstelle des NÖGUS

– Initiative »Tut gut!«

– Sozialpädagogische Betreuungszentren des Landes

– Beihilfenstelle nach dem Gesundheits- und Sozialbereich-Beihilfengesetz

erschienen in WIR INTERN 03/2020