LERNKONZEPT

Neues Lernkonzept

Die Corona-Krise bedeutete auch für die Gesundheits- und Krankenpflegeschulen eine große Umstellung. Thomas Mörth, BScN, Direktor der GuKPS Baden und Vorsitzender der Schuldirektoren NÖ, berichtet.

Thomas Mörth, BScN, Direktor der GuKPS Baden und Vorsitzender der Schuldirektoren NÖ

Welche ersten Schritte haben die Schulen gesetzt?

In der zweiten Märzwoche war uns klar, dass wir die Schulen mit 16. März schließen müssen. Für uns hat das eine völlige Umstrukturierung und einen immensen organisatorischen Aufwand bedeutet. Wir haben sofort Kontakt zu den

Schülerinnen und Schülern aufgenommen, den Praxisunterricht beendet und alle Klassen in den Theorieunterricht geholt. Unser oberstes Ziel war es, Ausbildungsverlängerungen zu verhindern.


Wie wurde der Unterricht gewährleistet?

Gemeinsam mit den Pflegepädagoginnen, -pädagogen und externen Vortragenden haben wir evaluiert, in welchen Bereichen E-Learning möglich ist. Über unser Moodle-System haben wir Arbeitsaufträge, Videokonferenzen und

-vorlesungen sowie Chats angeboten. Es ist uns gelungen, den Stundenplan beinahe 1:1 online zu übernehmen. Das E-Learning-System wurde immer mehr ausgebaut, sodass wir auch Multiple-Choice- und mündliche Prüfungen via Videochat durchführen konnten.


Wie haben die Schülerinnen und Schüler auf das neue Lernkonzept reagiert?

Überwiegend positiv und dankbar. Trotzdem war auch viel Überforderung zu spüren, gerade bei Schülerinnen und Schülern im ersten Ausbildungsjahr, bei jenen mit Kindern oder wenn das erforderliche Equipment nicht vorhanden war. Gemeinsam haben wir aber alle Herausforderungen gut gemeistert. Unsere Auszubildenden haben gewusst, dass sie sich bei Fragen und Problemen jederzeit an uns wenden können – das hat sehr geholfen.


Gab es Austausch mit den anderen Schulen?

Ja, über Tele- und Videokonferenzen haben wir einander regelmäßig mitgeteilt, wo wir gerade stehen und wie wir vorgehen. So konnten wir voneinander lernen und uns gegenseitig unterstützen.


Wie geht es jetzt weiter?

Inzwischen haben die Schulen wieder geöffnet und begonnen, Unterrichtseinheiten und Trainings nachzuholen. Das ist wichtig, denn Pflege kann man natürlich nicht nur auf E-Learning aufbauen. Nun gilt es, die Abstands- und Hygie- neregeln einzuhalten, was nicht immer ganz einfach ist. Ab Herbst wollen wir versuchen, dort wo es möglich ist, „Blended Learning“ einzuführen – also eine Mischung aus Fern- und Präsenzunterricht.


Was nehmen Sie aus der Krise mit?

Die gute Zusammenarbeit und das Engagement der einzelnen Teams in dieser herausfordernden Zeit. So anstren- gend und aufwändig die letzten Monate auch waren, merke ich doch, dass viele von uns zahlreiche neue Kompeten- zen erworben haben – gerade was neue Medien, Zeiteinteilung und Prioritätensetzen betrifft. Und: In Zukunft wird sich noch viel mehr digital abspielen.


Michaela Neubauer

erschienen in WIR INTERN 03/2020