ABTEILUNG

Jeder Moment zählt

Stroke Unit, Phase-B-Überwachung und Bettenstation: Auf der Abteilung für Neurologie im LK Mödling steht die Überwachung und intensive Betreuung neurologischer Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt.

Das Ärzte-, Pflege- und Therapieteam der Abteilung für Neurologie am LK Mödling rund um Prim. Dr. Karl Matz (2. Reihe, 4.v.l.), Stationsleitung DGKP Devrim Karimi, BSc (2. Reihe, 3.v.l.) und Bereichsleitung DPGKP Martin Stei- ninger (letzte Reihe 1.v.r.)

fotoS: ZVG

DGKP Dr. An- dreas Wunsch, MAS, MBA,

Stationsleitung

Stroke Unit

Egal ob Schlaganfall, Epilepsie oder Multiple Sklerose – die Abteilung für Neurologie im Landes- klinikum Mödling findet für jegliche neurologische Erkrankungen die richtige Behandlung. Perma- nente Überwachung und verschiedene Therapien helfen den Menschen, in ihr Leben zurückzufin- den. Die Abteilung für Neurologie erlebt tagtäglich unvorhersehbare Momente – etwa wenn ein Schlaganfall-Patient eingeliefert wird. „Die Aufgabe der Ärztinnen und Ärzte ist es, für eine rasche Diagnose und Erstversorgung zu sorgen“, sagt Prim. Dr. Karl Matz. Der Facharzt für Neurologie hat die neue Abteilung aufgebaut und leitet sie. Seit Herbst des Vorjahres wird die gesamte Ver- sorgungspalette angeboten. Unter dem Leitgedanken „Mit Herz für Ihr Hirn“ arbeitet das neurolo- gische Expertenteam für die Patientinnen und Patienten.

Erleidet ein Patient einen Schlaganfall, wird er auf der Stroke Unit erstversorgt. Auf dieser Akutsta- tion stellen die Ärzte zunächst die Diagnose. Diese erfolgt über eine Computertomografie oder MRT. Der Arzt stellt dadurch fest, welcher Typ von Schlaganfall vorliegt und welches Gefäß ver- schlossen ist und zum Schlaganfall geführt hat. Steht die Diagnose, muss es schnell gehen, damit der Patient so rasch als möglich die geeignete Therapie, zum Beispiel eine Thrombolyse (Blutge- rinnselauflösung), erhält. Gleichzeitig behalten Ärzte wie Pflege den Patienten permanent im Auge, denn die Stroke Unit ist ein überwachter Bereich. Das Team kontrolliert beispielsweise, ob der neurologische Zustand oder das Herz-Kreislauf-System stabil bleibt oder besser wird. Die Überwachung dient auch dazu, Komplikationen zu vermeiden oder rasch zu erkennen. Denn er- krankt ein neurologischer Patient zusätzlich an einer Lungenentzündung, ist auch hier wieder ra- sches Handeln gefragt. Bereits auf der Stroke Unit kommen Therapien wie Physiotherapie oder Logopädie zum Einsatz.


Zurück in den Alltag

Koordiniert werden die Therapien vom Pflegepersonal der Stroke Unit unter Stationsleiter DGKP Dr. Andreas Wunsch, MAS, MBA.  Gemeinsam mit den jeweiligen Therapeuten hilft die Pflege da- bei, alltägliche Fähigkeiten wieder zu erlernen: „Bei Schluckstörungen trainieren beispielsweise Logopäden mit den Patienten. Und wir beobachten den Patienten dabei, ob er schon alleine es- sen kann“, sagt Wunsch. Je nachdem, wie mobil die Akutpatienten bereits sind, unterstützen Wunsch und seine Kolleginnen und Kollegen bei der Körperpflege oder dem Essen.

Die Überwachung spielt in der Stroke Unit die Hauptrolle, daher registrieren Ärzte, Pflege und Therapeuten jede noch so kleine Veränderung: „Wir erheben, ob etwa der Speisebrei dorthin kommt, wo er hingehört, ob sich am Patienten etwas verändert hat oder ob er sich von sich aus mehr bewegt.“ Der Umgang mit verschiedenen Emotionen gehört für Andreas Wunsch und sein Team zum täglichen Brot, denn nicht nur die Patienten befinden sich in einem Ausnahmezustand, sondern auch die Angehörigen. Es sei immer wieder eine Herausforderung, die Ängste der Men- schen professionell in Einklang zu bringen, sagt Wunsch. Gemeinsam mit dem Entlassungsma- nagement organisiert die Pflege die weitere Unterstützung für die Zeit nach dem Klinikaufenthalt.


Therapien

Patientinnen und Patienten, die nach einem Schlaganfall schwer beeinträchtigt sind, kommen nach der Stroke Unit auf die Phase-B-Station. Viel Pflege und medizinische Betreuung sorgen da- für, dass sie sich weiter erholen. Auf dieser Station werden nicht nur Schlaganfall-Patienten, son- dern auch Menschen mit epileptischen Anfällen, Entzündungen des Nervensystems oder Menin- gitis versorgt. Auf der Bettenstation der Neurologie besteht der Tagesablauf zum größten Teil aus Therapien und Organisation von abklärender Diagnostik und pharmakologischen sowie rehabilita- tiven Therapien. Die Pflegekräfte arbeiten intensiv mit den Angehörigen und dem Entlassungsma- nagement zusammen, um gemeinsam zu besprechen, wie es mit dem Patienten weitergeht und welche Rehabilitation er benötigt. Die Pflege begleitet in der Therapie und unterstützt bei alltägli- chen Handlungen. Gleichzeitig stellen Ärzte Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck ent- sprechend ein. Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie Epilepsie, Multipler Sklerose oder Parkinson kommen ebenfalls auf die Bettenstation. Um die Entwicklung der Patienten gut im Auge behalten zu können, hält die Stationsleitung jeden Tag ein Pflege-Organisationsgespräch mit ih- rem Team ab. Für die Patienten, erklärt Karimi, sei es wichtig, Vertrauen zum Pflegepersonal und zu den Therapeuten aufzubauen.


Erfolge

Viele Patienten standen mitten im Leben, ehe die Diagnose ihr Leben auf den Kopf gestellt und die Mobilität und die kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt hat. Dass es viele Monate dauern kann, bis der Patient wieder gesund ist und es ein harter Weg ist, müsse man ihnen klarmachen, fügt Karimi hinzu. Den Herausforderungen auf der Abteilung stehen viele schöne Momente ge- genüber – und die sind für Primarius Matz wie für die Stationsleitungen Karimi und Wunsch diesel- ben: „Wenn ein Patient nach einer Zeit wieder mobil ist und nur mehr leichte Ausfälle hat – dieser Erfolg macht uns glücklich“, fasst es Devrim Karimi zusammen.


Daniela Rittmannsberger

Aufgaben & Kompetenzen


Im Falle eines akuten Schlaganfalles ist neben einer raschen Diagnose

eine möglichst schnelle Therapie wesentlich, um die späteren Rehabilitations- und Überle- benschancen zu steigern. Neben der Bettenstation im Pavillon C, 3. Stock, gibt es eine Stroke Unit für neurologische Notfälle (insbesondere Schlaganfälle), eine Phase-B-Station für schwer betroffene und pflege-intensive neurologische Patientinnen und Patienten sowie eine Neurolo- gie-Ambulanz. Neben Schlaganfällen werden verschiedene neurologische Erkrankungen, un- ter anderem Epilepsie, Multiple Sklerose oder Parkinson, behandelt. Die Abteilung ist mit hochmodernen Diagnostikmöglichkeiten  wie beispielsweise MR (Magnetresonanztomogra- phie), EEG (Elektroenzephalographie–Unter-suchung zur Gehirnaktivität) und Gefäß-Ultra- schall ausgerüstet.

Informationen: www.moedling.lknoe.at

erschienen in WIR INTERN 02/2019