UNSER WEG - KOOPERATION

Kooperation

Im Landesklinikum Melk entsteht in Kooperation mit den Spezialisten vom Krankenhaus Znaim ein Zentrum zur Behandlung von Frauen mit Erkrankung der Gebärmutterschleimhaut.

Unerklärliche Schmerzen Monat für Monat – Frauen, die darun- ter leiden, brauchen meist sehr lange, bis sie eine Diagnose und eine entsprechende Behandlung bekommen. Das Phänomen heißt Endometriose, eine gutartige Wucherung der Gebärmutter- schleimhaut (Endometrium), die sich außerhalb der Gebärmut- ter ansiedelt. Betroffen sind häufig der untere Bauch- und Be- ckenraum, die Eierstöcke, Eileiter und die tieferen Wandschich- ten der Gebärmutter. Prinzipiell kann das Endometrium an jeder Stelle im Körper wachsen.

Woher kommen die Schmerzen? Einzelne Endometriose-Herde wachsen während des Monatszyklus parallel zur Gebärmutter- schleimhaut. Das erzeugt krampfartige Schmerzen sowie andau- ernde Bauch- und Rückenschmerzen während des Menstruati- onszyklus. Diese Endometriose-Herde können winzigklein sein, aber auch zu großen Zysten werden – denn sie bluten bei jeder Menstruation ebenfalls, das Blut kann aber oft nicht abfließen. Diese Zysten entstehen besonders häufig an den Eierstöcken. Sie können die Eileiter verkleben. Die Erkrankung gilt als eine der wichtigsten Ursachen für weibliche Unfruchtbarkeit. Unbehan- delt kann sie bis zum Beginn der Wechseljahre zu großen Be- schwerden führen.

Um betroffenen Frauen zu helfen, entsteht im EU-Projekt „Ge- meinsam Grenzenlos Gesund“ das erste EU-zertifizierte Endo- metriose-Zentrum der Stufe 1 in Niederösterreich im Landeskli- nikum Melk. Basis dafür ist der Wissensaustausch zwischen Melk und dem Krankenhaus Znaim, das bereits ein solches Zentrum der Stufe 2 ist.

Die designierte Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner, Vorsitzende des NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS), freut sich über diese Kooperation: „Mit dem Endometriose-Zen- trum im Landesklinikum Melk setzen wir bewusst einen Schwer- punkt auf Frauengesundheit. In Zukunft werden betroffene Frau- en dort eine schnellere Diagnose und Therapie erhalten.“ Umge- setzt wird das Projekt von der Stabsstelle EU im NÖGUS (siehe Infokasten).

Das Landesklinikum Melk veranstaltete als einen der ersten Schritte auf dem Weg zum Endometriose-Zentrum einen Infor- mationsabend für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Zahlrei- che Haus- und Fachärztinnen und -ärzte aus der Region nahmen teil. Prim. Dr. Leopold Wanderer, Leiter der Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Landesklinikum Melk, betont die Bedeutung des Endometriose-Schwerpunkts: „Wir wissen, dass in Österreich rund 300.000 Frauen betroffen sind.“ Die Erkrankung verursache neben dem persönlichen Leiden der Frauen volkswirtschaftliche Schäden von mehr als 300 Millionen Euro. Durchschnittlich dauere es sechs Jahre, bis eine Frau eine korrekte Diagnose und Behandlung bekomme. „Der lange Leidensweg der Patientinnen wird durch dieses Projekt verkürzt und den Betroffenen in kurzer Zeit die bestmögliche Versorgung geboten werden“, sagt er.

„Wir setzen bewusst einen Schwerpunkt auf Frauen- gesundheit.“ Mag. Johanna Mikl-Leitner, designierte Lan- deshauptfrau und Vorsitzende NÖ Gesundheits- und

Sozialfonds (NÖGUS)

Prim. Dr. Leopold

Wanderer, Leiter der

Frauenheilkunde

und Geburtshilfe

im LK Melk

Das Team der Stabsstelle EU: Julia Auer, Mag. (FH) Judith Kramer (stellvertretende Leiterin), Mag. Elke Ledl (Leiterin) und Kerstin Kittenberger, MA

NÖGUS: Stabsstelle EU


Die Stabsstelle EU im NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) bündelt regionale und überregionale Landesinter- essen im Gesundheitsbereich in Form der internationalen Vernetzung, Kooperation und Informationsaustausch ins- besondere durch die Initiierung und Umsetzung von innovativen, grenzüberschreitenden und internationalen Projek- ten im Gesundheitswesen im Sinne der NÖ Landesstrategie.

Informationen: www.noegus.at