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10 Fragen

an Martin Kirchmayer und Adrian Kutschera, UK Krems

DGKP Martin Kirchmayer (links)

ICU der Klinischen Abteilung füry Innere Medizin 1, gelernter Elektroinstallateur. Pflegeschule ab 1993, seit 1996 auf der Station. 46 Jahre, ver- heiratet, eine Tochter


DGKP Adrian Kutschera

ICU der Klinischen Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin, gelernter Einzelhandelskaufmann.

Pflegeschule ab 1993, seit 1996 auf der Station. 49 Jahre, verheiratet, ein Sohn, eine Tochter. Fährt täglich 30 km mit dem Fahrrad in die Arbeit (insgesamt 60 km).



„Möglichst oft das Auto stehen lassen“: Das ist der Grundsatz, nach dem die beiden Diplompflegekräfte Martin Kirchmayer und Adrian Kutschera leben. Die meisten Strecken legen sie mit dem Fahrrad zurück. Einmal jährlich unternehmen sie eine zweitägige Bergtour, bei der sie mit dem Rad zum Berg fahren und im Anschluss mit eigener Kraft den Gipfel erreichen. Sie radeln auch, um zu helfen: 2014 stellten sie sich einer „End to End“-Strecke quer durch Großbritannien, vom südwest- lichsten Punkt Englands zum nordöstlichsten Punkt des schottischen Festlands. Dabei sammelten sie Spenden für die Ge- sellschaft für ganzheitliche Förderung und Therapie, die Menschen mit Behinderung unterstützt. Fast 4.000 Euro kamen zusammen. Das nächste Projekt ist für 2019 geplant. Für den guten Zweck soll Irland einmal umrundet werden. Informatio- nen folgen auf bike2help.com. Die beiden planen Radtouren, unter anderem für den Radclub des Klinikums, „Klinikex- press UK Krems“. Mit ihren Familien fahren sie regelmäßig aus und machen gemeinsame Radurlaube mit Campingausrüs- tung im Gepäck. Auch ihre Kinder sind so oft wie möglich am Fahrrad unterwegs – den Leitspruch ihrer Väter haben sie bereits verinnerlicht.


Welchen Berufswunsch hatten Sie als Kind?

Kirchmayer: Ich wollte Fotograf werden, was aus organisatorischen Gründen aber leider nicht möglich war. Übers Bun- desheer bin ich dann zur Pflege gekommen.

Kutschera: Ich habe lange nicht gewusst, was ich machen soll. Über den Zivildienst bin ich in die Pflege gelangt. Martin und ich haben gemeinsam die Ausbildung gemacht.


Was macht die meiste Freude am Beruf?

Kirchmayer: Der ständige Kontakt mit den unterschiedlichsten Persönlichkeiten.

Kutschera: Die Vielfältigkeit und die Gratwanderung bei extremen Situationen sehe ich als täglichen Anreiz und Herausfor- derung.


Was bringt Sie zum Lachen?

Kirchmayer: Ich lache viel und gerne, am meisten über Situationskomik.

Kutschera: Unsere gemeinsamen Tätigkeiten – wenn wir Herausforderungen mit viel Anstrengung gut bewältigen und den Humor nicht verlieren.


Worüber ärgern Sie sich?

Kirchmayer: Engstirnigkeit, Ignoranz und Überheblichkeit.

Kutschera: Aber auch Faulheit.


Mit welchen drei Worten würden Ihre Kollegen Sie beschreiben?

Beide: Verlässlich, aber ein bisschen verrückt.

Kirchmayer: Bescheiden.

Kutschera: Nein, glaub ich nicht. Eher verrückt.

Beide: Und bodenständig.


Ihr Motto?

Kirchmayer: Dranbleiben – am Hinterrad des Vordermannes genauso wie im übrigen Leben.

Kutschera: Nur nicht nachlassen. Immer zäh sein.


Mit welcher Person, egal ob noch am Leben oder nicht, würden Sie gerne einen Kaffee trinken?

Kirchmayer: Mit dem deutschen Moderator Jan Böhmermann. Er hat sich nie verändert durch Druck von außen.

Kutschera: Sven Regener. Er schreibt berührende und tiefsinnige Texte.


Wozu hätten Sie gerne mehr Zeit?

Kirchmayer: Zum Reisen.

Kutschera: Mir fehlen die Berge. Früher, als ich noch keine Kinder hatte, war ich fast jedes Wochenende bergsteigen – auch in Nepal und im Mont-Blanc-Gebiet.


Wenn Sie eine Sache an sich ändern könnten, was wäre das?

Kirchmayer: Dass ich manchmal etwas schlampig bin.

Kutschera: Ich könnte ein bisschen weniger stur sein.

Kirchmayer: Deine Sturheit hat uns schon oft gerettet.


Was gefällt Ihnen an Ihrem Klinikstandort am meisten?

Kutschera: Krems ist zwar groß, aber trotzdem persönlich.

Kirchmayer: Man kennt hier fast jeden. Die Nähe zum Wohnort ist mir außerdem wichtig.

erschienen in WIR INTERN 03/2018