UNSER WEG - ABTEILUNG

Hochgelobt

Fachliche Kompetenz gepaart mit Empathie: So lautet das Erfolgsrezept des Pulmologie- Teams im LK Hochegg.

Ein Teil des Hochegger Pulmologie-Teams mit Abteilungsleiter Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Schenk, MSc, MBA (1. Reihe 1.v.l.), DGKP Brigitte Huber (Leitung Station A,

1. Reihe Mitte), DGKP Helene Wachabauer (Stationsleitung Ambulanz, ganz links) und DGKP Johann Wagner (Stationsleitung IMCU/RCU, ganz rechts)

Hochegg liegt heilklimatisch besonders günstig, weswegen hier bereits 1898 ein Privatsa- natorium für Lungenkranke und 1918 eine Heilanstalt für lungenkranke Soldaten des Ers- ten Weltkriegs errichtet wurde. Seit 1998 ist das Klinikum mit den Abteilungen Pulmologie und Neurologie in Betrieb. Und über die Grenzen des Bundeslands hinaus bekannt, ist die Pulmologie doch eine der größten und modernsten Abteilungen ihres Fachs in Österreich. Das gesamte Spektrum der Pneumologie wird abgedeckt, sagt Abteilungsleiter Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Schenk, MSc, MBA: „Unsere Aufgaben sind die Abklärung, Diagnostik und Therapie sämtlicher Lungenerkrankungen, mit Schwerpunkt auf der Onkologie und Verabreichung von Chemotherapien, personalisierter Behandlung inkl. Immuntherapien. Alle interventionellen diagnostischen Eingriffe und Behandlungen sind möglich, ausge- nommen thoraxchirurgische Eingriffe.“ Alle Schwerpunkte aufzuzählen würde den Rah- men sprengen (siehe dazu auch Infokasten). Lungenkrebs, Pneumonie, Lungenembolie, Tuberkulose: Viele Lungenerkrankungen sind lebensbedrohlich. Kann man sie verhin- dern? „Einige Erkrankungen sind durch ungesunden Lebensstil verursacht. 80 bis 90 Pro- zent der Lungenkrebsfälle sind durch Rauchen bedingt. Auch Passivrauchen ist ein großer Risikofaktor“, weiß Schenk. Er spricht sich daher vehement für ein Rauchverbot für unter 18-Jährige aus: „Tabakkontrolle und Nichtraucherschutz sollten in Österreich rigoroser umgesetzt werden.“ Schenk kam 2008 als Abteilungsleiter ans Klinikum, war davor im AKH Wien, und kann durch seine Ausbildung als Arzt für Lungenerkrankungen, Innere Medi- zin, Internistische Intensivmedizin und Allgemeinmedizin ein breites fachliches Spektrum abdecken. Ab Herbst wird er auch Präsident der Österreichischen Fachgesellschaft für Pneumologie (ÖGP).


Große Zufriedenheit

Zur Abteilung gehört die Respiratory Care Unit (RCU), eine Station, die Patienten mit aku- tem oder chronischem Versagen der Atmung betreut – die bislang einzige RCU in Nieder- österreich. Diese Intensivstation der Stufe I gibt es seit zwei Jahren, berichtet DGKP Jo- hann Wagner, Stationsleitung IMCU/RCU und Schlaflabor: „Davor war es 15 Jahre lang eine pulmologische Überwachungsstation (IMCU), nun ist es eine RCU mit Intensivstatus für schwerere Fälle. Die Intermediate Care Unit (IMCU) ergänzt nach wie vor die RCU als Akutstation. Hier werden kritisch kranke Patienten mit oder ohne mechanische Atemun- terstützung überwacht.“ Wagner ist seit 1981 in Hochegg tätig, hat immer an der Pulmolo- gie gearbeitet und die Station mitaufgebaut. Besonders stolz ist er auf die RCU, die über die Landesgrenze hinaus bekannt ist: „Wir sind vernetzt mit ähnlichen Einheiten in Salz- burg, Feldkirch und angrenzenden Bundesländern. Man kennt und schätzt uns.“ Eine neue Isoliereinheit (10 Betten)  für Patienten mit Lungentuberkulose wurde im Herbst 2015 eröffnet. Dadurch erfolgt die Betreuung dieser Patienten nach modernsten hygieni- schen Richtlinien. Zur Abteilung gehört auch ein Schlaflabor, eines der größeren im Land, vor fünf Jahren wurde es auf acht Positionen aufgestockt. Hier werden Personen im Schlaf auf ein Schlafapnoesyndrom untersucht, im Vorjahr waren es 1.894 Patienten. Seit dem Vorjahr gibt es auch eine Palliativstation, die das Spektrum enorm erweitert.

Abgesehen von der fachlichen Kompetenz und Expertise: Was die Abteilung zusätzlich auszeichnet, sind die zufriedenen Patientinnen und Patienten, bei der Patientenbefragung liegt man seit Jahren immer ganz vorne und ständig trudeln Dankschreiben ins Haus (ei- nen dieser Danke-Briefe finden Sie auf diesen Seiten. Auch die Hochegger Neurologie be- kommt ähnlich viele Danke-Briefe). Woran liegt das? DGKP Helene Wachabauer, Stations- leitung Ambulanz, glaubt die Antwort zu kennen: „Die Patienten spüren, dass sie wertge- schätzt und wahrgenommen werden. Beim Eintritt in unser Klinikum spüren sie schon die gute Atmosphäre. Bei uns sind alle freundlich und haben einen respektvollen Umgang  un- tereinander, vom Portier, zum Sekretariat bis zum Pflege- und Ärzteteam an der Abtei- lung.“ Die Betreuung der Patienten steht im Mittelpunkt, sagt der Abteilungsleiter: „Jeder ist höflich und nett zu den Patienten. Auch das Umfeld spielt eine Rolle: Das Haus hat ei- nen gewissen Charme, der Ausblick ist toll. Und nicht zu vergessen das gute Essen, die Kü- che bemüht sich enorm.“ Den Führungskräften ist der sorgsame Umgang und Kontakt mit den Patienten ein Herzensanliegen, sagt DGKP Brigitte Huber, Leitung Station A: „Ich fin- de es wichtig, dass eine Stationsleitung nicht nur im Büro mit Managementaufgaben zu tun hat, sondern auch bei der Visite mitgeht. Zusätzlich zum fachlichen Wissen, denn das bringt Sicherheit für Mitarbeiter und Patienten.“ Einfach sei das nicht immer, gibt Huber zu bedenken: „Wir haben es oft mit schwerkranken Menschen zu tun, manche sterben bei uns. Es kostet auch Kraft, beizustehen.“

Helene Wachabauer und Brigitte Huber zählen genauso wie Johann Wagner zu den „Urge- steinen“ im Haus, alle drei sind bereits an die vierzig Jahre hier tätig und haben die gute Atmosphäre und das freundliche Arbeitsklima mitgeprägt. „Wir haben ein freundschaftli- ches Miteinander“, sagt Wagner, „eine Hierarchie auf Augenhöhe, auch mit den Ärzten.“ Und Wachabauer und Huber bringen das Hochegger Erfolgsrezept auf den Punkt: „Wir fühlen uns hier wohl, die Voraussetzungen stimmen einfach. Das geben wir den Patienten zurück.“ Und das beflügelt auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ständig neue Wege zu beschreiten: Heuer gab es den ersten Pneumo-Pflegetag im Haus, ein neues Bettenma- nagement sorgt für effektivere Belegung, um nur zwei Beispiele zu nennen. Der Abtei- lungsleiter kann sich auf sein Team verlassen: „Ich bin stolz aufs Engagement jedes und jeder Einzelnen.“


Das Team:

(Dienstposten):

18,5 Ärztinnen & Ärzte

74,375 Pflegepersonal

1,75 Psychologinnen &

Psychologen

6 Physiotherapeutinnen & Physiotherapeuten

3,5 Röntgenpersonal

AUFGABEN & KOMPETENZEN

Das LK Hochegg verfügt über eine der modernsten pulmologi- schen Abteilungen Österreichs. Spezielle medizinische Versor- gungsschwerpunkte sind die Abklärung und Behandlung sämtlicher pulmologischer Er- krankungen wie chronisch ob- struktive Lungenerkrankung (COPD), Asthma bronchiale, Lungentumore, interstitielle Lungenerkrankungen, Pneumo- nie, Pneumothorax und vieler anderer. An der Abteilung wer- den regelmäßig klinisch-wissen- schaftliche Studien durchge- führt.

Die Respiratory Care Unit (4 RCU-Betten) ist bislang die ein- zige RCU in NÖ. Schwerpunkte dieser Intensivstation der Stufe I sind die Entwöhnung von ma- schineller Beatmung, nicht-in- vasive Beatmung und Einschu- lung auf außerklinische Beat- mung.

Die Intermediate Care Unit (IMCU, 2 Betten) ergänzt die RCU als Akutstation zur Über- wachung von kritisch kranken Patienten mit oder ohne mecha- nische Atemunterstützung.

Das Schlaflabor besteht seit 1994 und zählt zu den größten Österreichs (8 Polysomnogra- phieplätze).

Das Röntgen bietet ein breites Untersuchungsspektrum. Tele- radiologische Zusammenarbeit mit dem Zentralröntgeninstitut des LK Wiener Neustadt.

Physiotherapeuten mit atem- physiologischer Zusatzausbil- dung behandeln die Patienten.

Neue Palliativstation (6 Bet- ten) für unheilbar kranke Men- schen

Informationen:

www.hochegg.lknoe.at