ABTEILUNG

Neue Kraft fürs Leben

Nach orthopädischen Operationen, am Wochenbett oder bei psychischen Erkrankungen: Das Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation hilft dabei, den eigenen Körper zu stärken und fit für den Alltag zu machen.

Das Team des Instituts für Physikalische Medizin und Rehabilitation mit Prim. Dr. Alexander Wenisch (2. Reihe, 2.v.l.) und Marita Schwarz, MA (Leitung medizinisch- technischer Dienst, 3. Reihe 2.v.l.)

Das Team

der Physikalischen

Therapie (Dienstposten):

• 4 Ärzte

• 11 Physiotherapeuten

• 3 Ergotherapeuten

• 1 Logopäde

• 3 Medizinisch-

technische Fachkräfte

• 2 Masseure

• 2 Sekretariat

Schmerzen bekämpfen, die Beweglichkeit verbessern und Ausdauer und Kraft fürs tägliche Le- ben aufbauen: Diese Ziele setzt sich das Institut Physikalische Medizin und Rehabilitation im LK Neunkirchen. Versorgt werden dabei primär stationäre Patienten nach orthopädischen Operationen oder Erkrankungen, nach der Entlassung haben die Patienten zudem die Mög- lichkeit einer ambulanten Weiterbehandlung. Doch damit ist die Arbeit des multiprofessionel- len Teams noch lange nicht getan: Nach neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfällen ist die Physikalische Medizin ebenso im Einsatz wie auf der Psychiatrischen Abteilung und der Station für Remobilisation und Nachsorge. Primar Dr. Alexander Wenisch steht dem Institut vor – er selbst ist bereits seit seinem Turnus im LK Neunkirchen tätig. Seit 1998 ist er Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation und leitet seit 2002 das Institut. Das ganze

Spektrum der Physikalischen Medizin kommt zum Einsatz: Neben Physio/Ergo- und Elektro- therapie sowie Logopädie setzt das Team auch Trainingsgeräte, Bewegungsschienen und ein Biofeedbackgerät für die Inkontinenzbehandlung ein. Mit Hilfe des Biofeedbacks werden Kör- perfunktionen, wie zum Beispiel die Aktivität des Beckenbodens, sichtbar und somit besser spürbar gemacht. So kann dann der Beckenboden effektiv trainiert werden. Weiters finden Massagen und Packungen ihre Anwendung in der Therapie. Bevor die verschiedensten Thera- pien angewendet werden, findet eine ausführliche ärztliche Anamnese und klinische Untersu- chung statt. Auch Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen und Ultraschalluntersuchungen so- wie die Therapie mit Stoßwellen werden von den Ärzten an des Instituts durchgeführt. Und auch Schluckbeschwerden, die oft nach Schlaganfällen auftreten, therapiert die Physikalische Medizin in Neunkirchen. Mittels Endoskopie untersuchen Wenisch und seine Kollegen etwa, ob der Patient noch schlucken kann und setzen dann entsprechende Maßnahmen.


Gymnastik am Wochenbett

„Die Schmerzen der Patienten zu lindern, ist eine Herausforderung“, sagt der Primar. Ziel ist, die Beweglichkeit der Muskeln und Gelenke so lange wie möglich zu erhalten – um das zu er- reichen, sind die meisten Menschen, die auf das Institut kommen, sehr motiviert.

Voller Tatendrang ist auch das Team rund um Wenisch, das aus Physio- und Ergotherapeuten, Ärzten, Masseuren, Logopäden und dem medizinisch-technischen Dienst besteht. In ver- schiedenen Sitzungen tauschen sich die Kollegen aus und besprechen die einzelnen Therapi- en. Denn seinen Einsatz findet das Team in ganz unterschiedlichen Bereichen: Bei psychisch kranken Patienten steht Morgengymnastik und Einzelentspannung auf dem Programm,  die frischgebackenen Mütter betreuen die Physiotherapeuten  am Tag nach der Geburt und unter- weisen sie in Wochenbettgymnastik. Häufig kehren diese auch ambulant wieder zurück und nehmen an Kursen rund um Rückbildungsgymnastik teil, die von der Physikalischen Medizin veranstaltet werden. Die vielfältige Arbeit wird von den Patienten oft honoriert und sehr ge- schätzt. „Es ist erfreulich, wenn der Patient wieder eine gewisse Lebensqualität genießen kann“, sagt Wenisch.


Selbstständigkeit im Fokus

34 Menschen arbeiten auf der Physikalischen Medizin in Neunkirchen. Marita Schwarz leitet den medizinisch-technischen Dienst. Die ausgebildete Physiotherapeutin ist Ansprechpartne- rin für die Mitarbeiter und seit November 2014 im Klinikum tätig. Da das Klinikum über einen orthopädischen Schwerpunkt verfügt, finden sich viele Patienten mit Hüft-, Knie- und Wirbel- säulenbeschwerden bereits vor einer Operation im Institut ein. Dort wird dann nicht nur das Gehen mit den Krücken im Vorhinein geübt: „Wir erklären den Patienten, was nach einer OP auf sie zukommt und wie sie das Zuhause adaptieren können – rutschfeste Teppiche beispiels- weise sind optimal. Und wir klären Fragen wie: Wie ziehe ich mir die Socken an? Einen Tag nach der Operation fangen wir dann mit den Übungen an.“

Manch ein Patient mit orthopädischen Beschwerden kommt aber bereits vor einer möglichen Operation: Es wird dann abgeklärt, ob eine intensive Therapie ausreicht oder eine OP unaus- weichlich ist. Generell werden in unserem Haus aufgrund  des geänderten Leistungsspek- trums mehr orthopädische Operationen als früher durchgeführt, erzählt Marita Schwarz.  Ziel der Therapeuten ist es, durch die verschiedenen Therapien die Selbstständigkeit wiederherzu- stellen und Freude an der Bewegung zu vermitteln. Hier acht Stunden am Tag voller Motivati- on zu sein, kann eine große Herausforderung darstellen, erzählt Schwarz.

Umso dankbarer ist das Team über das Feedback von den Patienten und deren Angehörigen. Schmerzgeplagte Menschen finden übrigens nicht nur aus dem Umfeld von Neunkirchen auf das Institut, sondern auch aus umliegenden Landeskliniken wie Wiener Neustadt und Baden. Das schlägt sich auch in den Zahlen nieder: Das Institut vollbrachte im vergangenen Jahr 12.000 Einzelleistungen und 27.000 ärztliche Leistungen.


Familiäre Stimmung

Das Therapeuten-Team verhilft nicht nur den Patienten zu neuer Beweglichkeit, sondern kümmert sich auch selbst um seine eigene Fitness: Unter dem Motto „Fit am Arbeitsplatz“ trainieren die Mitarbeiter gemeinsam eine Stunde am Arbeitsplatz in ihrer Freizeit; das Phy- sio-Team hat auch die Volleyballmeisterschaft des Hauses bereits das vierte Jahr in Folge für sich entschieden. Die gute Zusammenarbeit und die Verbundenheit des Teams spüren auch die Patienten, denn der Umgang wird als sehr freundlich und familiär beschrieben. „Die Pati- enten wissen die Therapie sehr zu schätzen“, fügt Wenisch hinzu.

Das Neunkirchner Team hält zusammen und arbeitet technisch auf höchstem Niveau – Pri- marius Wenisch und Marita Schwarz formulieren ihre Ziele gleich: „Die sehr gute Qualität, die auf einem hohen Level angekommen ist, zu erhalten und die gute Stimmung beizubehalten“. „Ansonsten“, fügt Wenisch hinzu, „bin ich fast wunschlos glücklich.“

AUFGABEN & KOMPETENZEN

Das Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation be- schäftigt sich mit Diagnose und Therapie von Funktionsstörun- gen. Vor allem nach Operatio- nen, Unfällen oder Erkrankun- gen sorgt das Team dafür, dass die Beweglichkeit verbessert wird und Schmerzen bekämpft werden. Therapieformen: Ne- ben Physio- und Ergotherapie arbeitet das vielseitige Team un- ter anderem mit hochwertigen Trainingsgeräten und wendet die Stoßwellentherapie und Bio- feedback an. Tätig sind die Ärzte und Therapeuten nicht nur auf der Physikalischen Therapie selbst, sondern auch auf der Ge- burtenstation, der Station für Remobilisation und Nachsorge sowie auf der Psychiatrischen Abteilung.



Informationen:

www.neunkirchen.lknoe.at

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