UNSER WEG - ABTEILUNG

(links) Die Allentsteiger Standortleitung: (v.l.) Ärztlicher Standortleiter Prim. Univ.-Doz. Dr.Christian Bancher, Kaufmännischer Standortleiter Dipl. KH-BW Reinhold Fleischha- cker und Pflegerische Standortleiterin DGKP Beatrix Litschauer

(rechts) Der Patient ist halbseitig gelähmt. Am Pedago-Gerät muss er nun Gehen üben. Die Physiotherapeutinnen Katharina Nuc (l.) und Diana Denk (r.) leiten ihn an.

Erfolgsformel

Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder Morbus Parkinson: Das Team der neurologischen Rehabilitation in Allentsteig hilft am Weg zurück in ein

lebenswertes Leben.

Jährlich erleiden rund 20.000 Menschen in Österreich einen Schlagan- fall, also alle sechs Minuten ein Schlaganfall. Es geschieht ganz plötz- lich: Die Durchblutung im Gehirn ist gestört, die Nervenzellen erhalten zu wenig Sauerstoff und Nährstoffe und gehen zugrunde. Je nachdem, welcher Gehirnanteil betroffen ist, bilden sich unterschiedliche Sym- ptome aus, meist entstehen halbseitige Lähmungen, wobei der Mund- winkel der betroffenen Seite herabhängt und Sprach- und Gefühlsstö- rungen auftreten. Oft bleiben Folgeschäden zurück: „Mehr als zwei Drittel der Schlaganfall-Patienten leiden unter Defiziten, nachdem sie aus der Akutbehandlung entlassen wurden“, weiß Prim. Univ.-Doz. Dr.Christian Bancher. Er ist Vorstand der Abteilung Neurologie im LK Horn und Ärztlicher Leiter des LK Allentsteig. Eine sinnvolle Doppel- funktion, denn es ist wichtig, die Akutbetreuung rasch mit der Frühre- habilitation zu verknüpfen. Eine komplette regionale Versorgungskette bei Schlaganfall: In Horn gibt es eine spezielle Schlaganfall-Einheit (Stroke Unit), in der die akute Behandlung stattfindet, in Allentsteig die neurologische Rehabilitation.

Einige Folgeschäden eines Schlaganfalls lassen sich wieder rückgängig machen. Das Gehirn kann sich auf neue Situationen einstellen, im Fachjargon neuronale Plastizität genannt; unter guten Bedingungen übernimmt dann ein Teil des Gehirns die Aufgabe. Das geschieht je- doch nur zum Teil von allein. Die Übernahme der verlorenen Gehirn- region zu fördern ist das Spezialgebiet der neurologischen Rehabilitati- on. „Spezifische therapeutische Verfahren unterstützen die Patienten dabei, die Funktionen verlorener Gehirnregionen in andere Bereiche überzuleiten“, sagt Neurologe Bancher. Je früher man nach einem Schlaganfall damit beginnt, desto besser stehen die Chancen.


Multiprofessionell

In Allentsteig werden nicht nur Patienten mit Schlaganfall behandelt, sondern auch mit anderen neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Multipler Sklerose, Schädel-Hirn-Trauma, Verletzungen des zentralen und peripheren Nervensystems und viele andere. Den jähr- lich 800 bis 900 Patientinnen und Patienten steht ein multiprofessionel- les Team aus Ärzten, Pflegepersonal, Physio- und Ergotherapeuten, Lo- gopäden, Psychologen, Musik-Kunsttherapeuten, Sozialarbeiterin, Diä- tologen und medizinischen Masseuren zur Verfügung. Außerdem ste- hen Therapien der Physikalischen Medizin wie Elektro-, Hydro- und manuelle Therapien an. Welche Behandlung ein Patient bekommt, hängt von seinen Bedürfnissen ab. „Jeder Patient bekommt genau den Therapieplan, den er braucht“, betont Bancher, „maßgeschneidert und individuell angepasst mit mindestens drei Stunden spezieller Therapien am Tag.“ Die Fülle der bestehenden Probleme erfordert einen interdis- ziplinären Zugang – und besondere Kompetenzen: Das Team ist auf die speziellen Bedürfnisse von Personen mit neurologischen Krankheiten geschult.

Man stoße manchmal auch an Grenzen, denn nicht jede Störung lässt sich in der Rehabilitation beheben. Aber man könne in jedem Fall viel für die Lebensqualität der Betroffenen tun, weiß Bancher: „Die Patien- ten lernen hier mit Experten verschiedener Fachbereiche, wie sie sich mit ihrer jeweiligen Störung am besten arrangieren und ins Leben zu- rückfinden.“ Die Pflege versucht, die Patienten wieder für den Alltag „draußen“ zu rehabilitieren, sagt die Pflegerische Standortleiterin DGKP Beatrix Litschauer: „Das Entlassungsmanagement geschieht oft schon vor der Aufnahme, damit nach dem Reha-Aufenthalt alles bereit steht. Wir beziehen von Anfang an die Angehörigen mit ein.“

Die durchschnittliche Verweildauer bei akut neurologisch erkrankten Patienten liegt bei circa 25 Tagen. Es werden Patienten aller Altersgrup- pen aufgenommen, sofern ihr Zustand und die Art ihrer Erkrankung auf einen Erfolg der Rehabilitation schließen lassen. Auch sehr junge Pati- enten, beispielsweise mit Multipler Sklerose: Hier hilft die Reha, den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen.


Jubiläum

Seit beinahe zehn Jahren gibt es die neurologische Rehabilitation im da- mals neu gebauten LK Allentsteig. Im Mai 2017 feiert man das erste run- de Jubiläum. Die Standortleitung war damals mit anderen Mitarbeite- rinnen und Mitarbeitern in die Planung des neuen Hauses involviert, gemeinsam wurden neue Strukturen aufgebaut. Dass dies hervorragend gelungen ist, steht außer Zweifel.

Beim Rundgang durchs Haus sticht besonders die gute Atmosphäre ins Auge. Überall freundliche Gesichter, die Mitarbeiterinnen und Mitar- beiter sind mit Freude an der Arbeit – und zufrieden mit ihrem Arbeits- platz, bei der Mitarbeiterbefragung gibt’s nur Bestwerte. Auch bei der Patientenbefragung ist Allentsteig immer ganz vorn dabei. Die gute At- mosphäre motiviert die Patienten, sagt Bancher: „Denn nach dem Spi- talsaufenthalt sind sie noch einmal vier Wochen hier, müssen mitma- chen und sich anstrengen. Das ist wichtig für den Therapie-Erfolg.“ Auch Litschauer ist stolz auf das tolle Team: „Alle sind hochmotiviert, geben ihr Bestes, quer durch alle Berufsgruppen.“ Fachliche Kompetenz mit Freundlichkeit und Empathie – die Allentsteiger Erfolgsformel.


Interdisziplinär, kompetent und hochmotiviert: das Allentsteiger Team der Neuro-Reha

Das Team

der Allentsteiger

Neuro-Reha

(Dienstposten):

7 Ärztinnen & Ärzte

47,5 Pflegekräfte

39 Therapeutinnen & Therapeuten

24,5 Betriebspersonal



Neurologische Rehabilitation in NÖ:

LK Allentsteig

LK Mauer

LK Hochegg

AUGABEN & KOMPETENZEN


Das LK Allentsteig ist eine Einrichtung für neurologi- sche Rehabilitation und organisatorisch der Abteilung für Neurologie am LK Horn zugeordnet. Der medizini- sche Auftrag besteht in der Behandlung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen, die spezifischen re- habilitativen Ansätzen zugänglich sind. Im Besonderen richtet sich der Schwerpunkt auf Patienten der soge- nannten Kategorie C, das heißt Patienten, die wach, nicht überwachungspflichtig, zumindest teilweise ko- operativ und im Stande sind, mindestens drei Stunden Therapie am Tag in Anspruch zu nehmen.

Medizinische Schwerpunkte: Rehabilitation von Patien- ten mit neurologischen Erkrankungen, die dem rehabi- litativen Behandlungskonzept zugänglich sind

Informationen: www.allentsteig.lknoe.at