NÖGUS

Gesundheit unter einem Dach

Die Stabsstelle PVE-Koordination im NÖGUS unterstützt bei der Umsetzung von Gesundheitszentren.

Mag. Renate Reingruber (Leiterin der Stabsstelle PVE-Koordination, links) und Erika Loichtl unterstützen Interes- senten bei der Umsetzung von Gesundheitszentren und -netzwerken- .

fotoS: Christa Hochpöchler, zVg

Das Gesundheitssystem befindet sich im Wandel – neue Angebote wie die Primärversorgungseinheiten (PVE), die telefonische Gesundheitsberatung 1450 oder der zukünftige elektronische Impfpass sind die besten Beispiele dafü- r. Die Gründe für diesen Wandel sind vielfältig. Einerseits ermöglicht die Digitalisierung zunehmend neue Informat- ions- und Kommunikationstechnologien und sorgt im Zuge dessen für neue Behandlungswege. Andererseits wir- d die integrierte und kontinuierliche Versorgung chronisch Kranker und multimorbider Patientinnen und Patienten im- mer wichtiger. Und zudem ändern sich auch das Arbeitsleben und die Anforderungen an einen attraktiven Arbeit- splatz. Für die kommenden Generationen an Ärzten und anderen Gesundheitsberufen werden beispielsweise Ver- einbarkeit von Beruf und Familie, Teamarbeit oder Entlastung bei administrativen Aufgaben immer wichtiger- .

„Ein modernes Gesundheitssystem passt sich den aktuellen Erfordernissen an. Optimale Qualität, interprofessione- lle Zusammenarbeit, Betreuungskontinuität und Serviceleistungen für Patienten sowie attraktive Rahmenbedingun- gen für alle Berufsgruppen stehen im Mittelpunkt. Die neuen Gesundheitszentren sind ein Ergebnis davon und ei- n zukunftsweisender Schritt in der Gesundheitsversorgung“, erklärt Mag. Renate Reingruber, Leiterin der Stabsstell- e PVE-Koordination beim NÖGUS.


Zentren & Netzwerke

Das Team der Stabsstelle ist erste Anlaufstelle für Interessenten und informiert, unterstützt und koordiniert bei de- r Umsetzung von Primärversorgungseinheiten, besser bekannt als Gesundheitszentren. „Bis 2021 werden 14 neu- e Gesundheitszentren bzw. -netzwerke in Niederösterreich entstehen“, sagt Reingruber. Die Primärversorgung fäll- t grundsätzlich in den Zuständigkeitsbereich der Sozialversicherung. Im Fall dieser neuen Versorgungsmodelle i- st eine gemeinsame Umsetzung von Land Niederösterreich, NÖ Gebietskrankenkasse und Ärztekammer NÖ vorge- sehen.

Das erste Gesundheitszentrum eröffnete mit 1. Oktober 2018 seine Türen in Böheimkirchen. Anfang 2019 folgen Schwechat und St. Pölten. Weitere Gesundheitszentren in der Nähe von oder in einem NÖ Landes- oder Universi- tätsklinikum sind in Planung. Ebenso sollen zukünftig auch Gesundheitsnetzwerke, die eine umfassende Grundver- sorgung in räumlicher Nähe anbieten, an mehreren Standorten in Betrieb gehen- .


Rundum-Versorgung

Von der medizinischen Grundversorgung über die Behandlung chronischer Erkrankungen bis hin zur Gesundheit- sförderung und Prävention: „Der Patient wird in einem Gesundheitszentrum umfassend betreut – unter einem Dac- h und zu verlängerten Öffnungszeiten von 7 bis 19 Uhr. Lange Wege zu Behandlungen und Wartezeiten werden re- duziert, das Gesundheitszentrum lotst den Patienten an die richtige Stelle im System und es bleibt unterm Stric- h auch mehr Zeit für das Arzt-Patienten-Gespräch“, betont Reingruber- .

Das multiprofessionelle Team eines Gesundheitszentrums besteht aus mindestens drei Allgemeinmedizinern, di- plomiertem Gesundheits- und Krankenpflegepersonal, Ordinationsassistenz und mindestens drei anderen Gesund- heits- bzw. Sozialberufen (Logopäden, Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Diätologen, Hebam- men etc.).

Nicht nur die Patienten und die multiprofessionellen Teams sollen von den Gesundheitszentren profitieren, sondern auch die Ambulanzen in den NÖ Kliniken. „Durch die Stärkung der Primärversorgung erwarten wir uns neben eine- r besseren Versorgung schlussendlich auch eine Entlastung der Spitalsambulanzen“, sagt Reingruber. In den letzte- n 20 Jahren haben sich die Patientenzahlen in den Ambulanzen verdoppelt, dabei liegt deren Kernaufgabe in der No- tfall- und Spezialversorgung. Die Gesundheitszentren sollen zukünftig, so wie jeder Hausarzt, die ersten Anlaufste- llen bei gesundheitlichen Problemen sein. Es sei sowohl für die Patienten als auch für alle in der Gesundheitsver- sorgung Tätigen und letztlich für das gesamte Gesundheitssystem entscheidend, „dass die Patienten am Bes- t-Point-of-Service behandelt werden, damit sie die richtige Leistung, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und m- it höchster Qualität erhalten“, betont Reingruber- .


Informationen:

www.noegus.at

erschienen in WIR INTERN 05/2018