MEDSUMMERSCHOOL

Praxiswissen statt Strand 

Die Kliniken in Tulln, Horn und Zwettl bieten Medizinstudierenden die Möglichkeit, in den Sommerferien das Gelernte in der Praxis zu vertiefen.

Studierende der Medizinuni Wien und der Karl Landsteiner Uni nutzen die erste Ferienwoche, um in der MedSummer- School in Tulln Praxiswissen zu sammeln.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Herbert Frank, Initiator der Summer School im UK Tulln, mit den Studierenden bei der Ultraschall-Diagnostik.

OP-Besichtigung bei der MedSummerSchool (mit insgesamt 26 Studierenden) im LK Horn: Amelie Kurnikowski, Dr. Wolfgang Staudinger-Kohl (Assistenzarzt Chirurgie LK Horn), Christina Timarac, Carina Amburs, Pamela Benedikt, Dajana Radic, Sigrid Prock und Renate Schmid (beide DGKP LK Horn)

Bei der MedSummer-School im LK Zwettl: Prim. Prof. Univ.-Doz. Dr. Manfred Weissinger mit Studentinnen

Fotos: Nadja Meister

Im Universitätsklinikum Tulln, Klinische Abteilung für Innere Medizin, schauen fünf Studierende gebannt auf den Ultra- schall-Schirm, auf dem das Herz eines Patienten mit den Herzkammern und den Herzklappen zu sehen ist. „Österreich ist ein Salzkonsum-Land, deshalb sehen wir so was öfter: Das Organ ist schon betroffen von der Hypertonie“, erklärt der Leiter der Abteilung, Prim Univ.-Prof. Dr. Herbert Frank. Und er fragt die Studierenden, die alle in Arztkitteln danebenste- hen, nach den Risikofaktoren für Bluthochdruck – etwa Ernährung mit einem hohen Salzkonsum und Bewegungsmangel. Frank erklärt dem Patienten die Untersuchungsergebnisse, fragt die Studierenden nach der richtigen Medikation und be- antwortet alle Fragen, die der Patient und die angehenden Ärztinnen und Ärzte stellen.

Frank ist Gründer der MedSummerSchool der Meduni Wien am Uniklinikum Tulln. Und stellt Jahr für Jahr mit anderen Primarii ein spannendes und praxisnahes Programm für die Studierenden zusammen. Bedside Teaching auf den Statio- nen wechselt in der MedSummerSchool-Woche mit Fachvorträgen und klinisch-praktischen Übungen ab. Eine Woche lang begleiten die Studierenden die Teams im Klinikum ab der Morgenbesprechung, sie sind bei der Radiologie-Bespre- chung der Abteilung mit dabei. Aber nicht nur die Innere Medizin ist in Tulln Lernort der MedSummerSchool. Auch die Klinischen Abteilungen für Erwachsenenpsychiatrie und Neurologie haben Studierende mit einem fünftägigen Intensiv- programm versorgt.

Warum die angehenden Ärztinnen und Ärzte nach dem langen Uni-Jahr noch eine Woche im Klinikum verbringen? „Man lernt an der Uni viel Theorie, aber man muss sie dann in der Praxis auch umsetzen können“, erklärt Christina. „Dadurch kriegen wir mehr Sicherheit, zum Beispiel für den Nachtdienst“, sagt Philipp. Prim. Frank zeigt ihnen als Nächstes das Bein eines Mannes mit einem Erysipel, einem Rotlauf. „Wer das einmal gesehen hat, erkennt es immer wieder“, sagt der Primarius. Und genau darum geht es bei der MedSummerSchool: „Um das Umsetzen theoretischen Wissens in die Praxis und das Erlernen der klinischen Diagnostik – und zwar hoch wirksam, in Kleinstgruppen.“

MEDSUMMERSCHOOL TULLN

Seit zehn Jahren bietet das Universitätsklinikum Tulln auf Initiative von Prim. Univ.- Prof. Dr. Herbert Frank die MedSummerSchool für Studierende der Medizinischen Universität Wien (MUW) und der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheits- wissenschaften (KL) an – die beiden Unis übernehmen gemeinsam mit der Donau- Universität Krems die Schirmherrschaft. In der ersten Juli-Woche wurden sie in Kleinstgruppen von 27 Professoren der MUW und des UK Tulln unterrichtet.

Das UK Tulln ist seit 2005 Lehrspital der MUW, seit 2015 der KL und wurde 2009 dank der Leistungen in Ausbildung und Lehre mit dem „Teacher of the Month“-Award der MUW ausgezeichnet.