ABTEILUNG

Begleitet & umsorgt

Die 1. Medizinische Abteilung im LK Stockerau kümmert sich neben allgemeinen, internistischen Erkrankungen vor allem um jene Krankheit, die immer häufiger wird: Diabetes.

Das Team der 1. Medizinischen Abteilung: (v.l. sitzend) Univ.-Prof. OA Dr. Andreas Festa, OÄ Dr. Ingrid Fürst-Burgschmidt, Prim. Dr. Christian Schelkshorn, OÄ Dr. Ina Klammer, OÄ Dr. Elisabeth Hartl, (v.l. stehend) Dr. Gerhard Funk, DGKP Michael Eichberger, Ass. Dr. Christoph Zieger, DGKP Beatrix Perschon, Dr. Bernhard Schnei- der, DGKP Ilse Haimeder, OA Dr. Bernhard Kandler, DGKP Monika Zimmermann, Ass. Dr. Laszlo Bota, DGKP Annemarie Mück, DGKP Gerit Chromy-Scheichl, DGKP Brigitte Schwarz, DGKP Martina Skof, Dr. Joseph Lehner, DGKP Granita Birg, Dr. Monika Kressnik

Das Team

der 1. Med. Abteilung (Dienstposten):

• 23 Ärztinnen & Ärzte

• 48,5 Pflegepersonal


Ob Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen oder Fettleibigkeit: Stoffwechselerkrankungen nehmen immer mehr an Gewicht zu. Primarius Dr. Christian Schelkshorn formuliert es sogar so: „Es rollt eine gro- ße Welle auf uns zu und sie ist immer noch im Steigen.“ Der Mediziner muss es wissen, denn er steht seit fünf Jahren der 1. Medizinischen Abteilung im Landesklinikum Stockerau vor, die ihren medizinischen Schwerpunkt auf die Behandlung von Stoffwechselerkrankungen legt. Er ist selbst Diabetiker und fand zur Zeit seiner Diagnose ein System vor, das wenig informierte und kommunizierte. Das ist heutzutage anders – in Stockerau wird der betroffene Patient umfassend behandelt: Die Station A – die Diabetologie – wid- met sich speziell den Betroffenen der sogenannten Zuckerkrankheit. Patienten, die an klassischen, inter- nistischen Erkrankungen leiden und gleichzeitig Diabetiker sind, kommen auf diese Station ebenso wie Menschen, bei denen es  einer Neu- bzw. Ersteinstellung des Zuckers im stationären Bereich bedarf.  Aber auch vor einer Operation kommen Diabetes-Patienten auf die Diabetologie, damit die Stoffwechselsituati- on verbessert wird. Und auch Schwangerendiabetes wird dort behandelt.


Selbstständigkeit als Ziel

DGKP Ilse Haimeder leitet die Station A. Der Fokus des Pflegeteams auf dieser Station liegt auf dem Anlei- ten hin zur Selbstständigkeit der Patienten. Auf der Diabetologie werden auch sehr viele Patienten für eine Ersteinstellung mit der Insulin-Pumpe aufgenommen. Das Team bringt in Kooperation mit den Kollegin- nen und Kollegen der Diabetesambulanz  den Patienten dann den Umgang mit den Geräten bei und gibt Tipps für die Körperpflege. Den Finger einfach hinzuhalten für den Blutzuckertest – das lässt Haimeder nicht gelten, denn Ziel ist es, zuhause gut mit der Krankheit zurechtzukommen. Sollte der Patient nicht mehr alleine in der Lage sein, sich beispielsweise Insulin zu spritzen, kümmern sich die Pflegekräfte dar- um, die passende Versorgung zu organisieren und diese gleich mitzuschulen. Wichtig sei es aber, dass der zuckerkranke Mensch sich selbst besser kennenlernt, denn der Blutzuckerwert hängt von vielen Faktoren ab – bei Stress und Krankheit schnellt er beispielsweise in die Höhe, erzählt Haimeder.


Mentale Unterstützung

Auch wenn der Patient gelernt hat, gut mit der Krankheit zu leben, sind regelmäßige Kontrollen unerläss- lich – diese erfolgen dann in der Stoffwechselambulanz. Dort tummeln sich Patienten, die an der gesam- ten Bandbreite an Stoffwechselstörungen erkrankt sind: Diabetiker Typ 1 und 2 besuchen die Ambulanz ebenso wie Schilddrüsenpatienten, Menschen mit Fettstoffwechsel- und Hormonstörungen. Vor allem Diabetes wird dabei immer häufiger, wie die vielen Pumpenpatienten zeigen, erzählt Schelkshorn. Die Pa- tienten werden meist vom Hausarzt in die Ambulanz für eine Therapieeinstellung geschickt. Dort findet eine Anamnese statt. Persönliche Daten und aktuelle Beschwerden werden zuerst vom Team der Stoff- wechselambulanz erhoben, erzählt DGKP Annemarie Mück von der Stoffwechselambulanz. Der richtige Umgang mit Insulin gehört genauso zum Aufgabenbereich der Pflege wie die mentale Unterstützung, denn oft sind die betroffenen Diabetiker unsicher. Mit viel Geduld und Gesprächen gelingt es dem Team der Ambulanz, dass die Patienten die neue Herausforderung annehmen können. Da die Patienten immer wieder zu Untersuchungen und Nachschulungen in die Stoffwechselambulanz kommen, begleitet Mück zahlreiche Patienten schon über viele Jahre - sie sieht, wie sie älter und junge Patienten erwachsen wer- den und sich mit ihrem Diabetes weiterentwickeln. Neben der Stoffwechselambulanz gibt es eine Ambu- lanz, an der für sowohl stationäre als auch ambulante  Patienten endoskopische Untersuchungen angebo- ten werden.  Weiters finden Befundbesprechungen und Therapieeinstellungen für Patienten mit chroni- schentzündlichen Darmerkrankungen statt.


Demenz nimmt zu

Neben den Stoffwechselerkrankungen finden auf der 1. Medizinischen Abteilung in Stockerau aber auch Patienten mit allgemeinen, internistischen Erkrankungen ihren Platz. Mitte März wird die neue Station B eröffnet – zuständig für sämtliche  Krankheitsbilder wie Asthma, Lungenentzündung oder Herzerkrankun- gen. Leiten wird die neue Station DGKP Monika Zimmermann. Vor allem ältere Menschen führen häufig altersbedingte Schmerzen oder Abnützungen auf die Interne Station. Herausfordernd sei aber vor allem eines heutzutage: die zunehmende Demenz der Patienten. Eine Kollegin, erzählt Zimmermann, wird in Zukunft die Ausbildung absolvieren, um im Umgang mit dementen Patienten besser geschult zu sein. Die neue Station bietet nicht nur mehr Platz und mehr Stauraum, sondern auch ein durchdachtes Farbenkon- zept aus Blau- und Grautönen, das besonders beruhigend und entspannend auf die Patienten wirken soll.


Rasche Therapie

Wenn der Patient an Herzrasen leidet oder nach wochenlanger Übelkeit in das Klinikum kommt, wird er zunächst in der Erstversorgungsambulanz nach Dringlichkeit eingestuft. Besonders kritische  Fälle wer- den auf der IMCU (internistische Intensiv-Überwachungseinheit) behandelt, wo mit modernen Geräten die Herz-Kreislauf-Situation des Patienten überwacht wird. Der IMCU steht DGKP Michael Eichberger als Stationsleiter bevor. Nachdem der Patient beim Arzt war, wird er entweder stationär aufgenommen oder medizinisch erstversorgt zur weiteren Betreuung in den niedergelassenen Bereich weitergeschickt.  DGKP Gerit Chromy-Scheichl und ihre Kolleginnen und Kollegen leiten bei jedem Patienten unter anderem die Diagnostik – beispielsweise ein EKG ein – und therapieren in Absprache mit dem ärztlichen Dienst je nach Bedarf den Patienten an.  „Dadurch, dass wir rasch eingreifen können, stellt sich schneller ein Erfolg ein“, sagt Chromy-Scheichl. Herausfordernd ist die Arbeit in der Ambulanz auf alle Fälle, denn oft werden in den einzelnen Kojen sechs bis acht Patienten gleichzeitig betreut. Wichtig ist es, betont die Leiterin, die wartenden Menschen gut informiert zu halten.

Auf der 1. Medizinischen Abteilung arbeiten die verschiedenen Ambulanzen und Stationen sehr gut zu- sammen. Primarius Schelkshorn übernahm vor fünf Jahren die Leitung der Abteilung mit einem Ziel, das aufzugehen scheint: „Ich möchte den Patienten nicht nur schulmedizinisch behandeln, sondern in seiner Gesamtheit begleiten und führen. Die Möglichkeiten sind heutzutage sehr umfangreich und wir schöpfen aus einem Bauchladen an Therapien. Das gilt es den Patientinnen und Patienten letztendlich zu vermit- teln."

AUFGABEN & KOMPETENZEN


Die 1. Medizinische Abteilung behandelt die gesamte Band- breite internistischer Erkran- kungen und legt ein besonderes Augenmerk auf die Bereiche Stoffwechselmedizin (Diabeto- logie, Schilddrüsenerkrankun- gen, Fettstoffwechselstörungen etc.) und Gastroenterologie (Verdauungsorgane). Die Volks- krankheit Diabetes wird nicht nur auf der Station A – Diabeto- logie – behandelt, sondern auch auf der Stoffwechselambulanz. Eine zentrale internistische In- tensiv-Überwachungseinheit (IMCU) ist ein weiterer Bestand- teil der Abteilung. Diese verfügt über modernste Geräte zur Überwachung der Herz-Kreis- lauf-Situation.


Informationen:

www.stockerau.lknoe.at

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