UNSER WEG - ABTEILUNG

Innovativ & maßgeschneidert

Immer in Bewegung, immer innovativ: das Team der Physikalischen Medizin und Rehabilitation im LK Mistelbach-Gänserndorf.

Ein Teil des Mistelbacher Teams am Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation mit Leiterin Prim. Dr. Eva-Maria Uher (2.v.l.) und Christian Fichtinger, BSc (4.v.l., Leitung medizinisch-technisches Personal)

Oberarzt Dr. Mathias Wewalka bei der Radiofrequenztherapie, einer effektiven Behandlung bei chronischen Schmerzen. Der Radiofrequenzgenerator erzeugt

hochfrequente Stromfelder, die die Reizleitung unterbrechen, wodurch der Schmerz ausgeschaltet wird.

Rückenbeschwerden, Schmerzen nach einem Unfall oder einer Operation: Hilfe gibt es am In- stitut für Physikalische Medizin und Rehabilitation (PMR) im Landesklinikum Mistelbach- Gänserndorf. Ein multiprofessionelles Team aus Fachärzten für Physikalische Medizin (auch Physikalisten genannt), Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, medizinisch-technischen Fach- kräften und Heilmasseuren kümmert sich hier um den schmerzgeplagten Menschen. Geleitet wird das Institut seit zwölf Jahren von Prim. Dr. Eva-Maria Uher, die daraus ein Zentralinstitut gemacht hat, das mit 15 Abteilungen im Klinikum zusammenarbeitet: Die Patientinnen und Patienten werden stationär und poststationär betreut, sagt die Leiterin: „Wir erkennen die Ur- sachen, erstellen den optimal abgestimmten Therapieplan, kontrollieren den Therapiefort- schritt und therapieren auch selbst.“ Als Schwerpunkte des Instituts nennt sie Bewegungsthe- rapie und Schmerztherapie.


Krankheitsbilder

Das Spektrum der Krankheitsbilder, die behandelt werden, ist vielfältig: Von Problemen mit der Wirbelsäule, mit Knie, Schulter oder Hüfte bis hin zu Überlastungserscheinungen oder Be- schwerden nach Operationen, unfallchirurgischen Eingriffen oder Bandscheibenoperationen. Hier gilt es, die ursprüngliche Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Doch bevor die eigentli- che physikalische Therapie beginnen kann, müssen die Schmerzen möglichst ausgeschaltet werden. Die Frührehabilitation ist ein großer Aufgabenbereich. Die Patienten kommen aus al- len Altersgruppen: vom Kleinkind mit Entwicklungsstörungen bis hin zu hochbetagten geria- trischen Patienten. Eine Besonderheit des Instituts ist die Rehabilitation von Amputierten: „Wir machen die Stumpfversorgung und Interims-prothese. Wenn der Stumpf nicht ordent- lich versorgt wird, schwillt er an – starke Schmerzen sind die Folge und die Patienten verlieren ihre Mobilität. Der Patient wird angeleitet, spezielle Übungen zum Aufbau von Muskelmasse durchzuführen, damit die Prothese gut sitzt“, erklärt Eva-Maria Uher. „Seit über zehn Jahren bieten wir das an, mit exzellenten Versorgungsergebnissen“, wie die Primaria stolz betont.


Viele Schwerpunkte

Mit ihrem Team hat die Primaria zahlreiche weitere Schwerpunkte auf- und ausgebaut, bei- spielsweise die Radiofrequenztherapie, eine Methode zur Schmerzausschaltung. In der Physi- kalischen schmerztherapeutischen Ambulanz der Abteilung liegt der Fokus auf dem Bewe- gungsapparat, „hier hat auch die Stoßwellentherapie ein breites Einsatzgebiet“, erklärt Eva- Maria Uher. Sie ist sehr stolz, wenn sie über „ihr“ Institut spricht, „wir haben viel aufgebaut und bieten moderne Therapien an“ (siehe auch Infokasten).

Auch Tabuthemen greift die innovative Primarärztin auf: In der Beckenboden- und sexualme- dizinischen Ambulanz gibt es etwa Hilfe bei Beschwerden des Beckenbodens, bei Stuhl- oder Harnverlust oder bei erektiler Dysfunktion. „Dafür muss eine klinische Indikation gegeben sein“, sagt die zertifizierte Sexualmedizinerin. Besonders am Herzen liegt der Primaria die Mu- siktherapie: „Sie ist universell einsetzbar – angefangen bei Frühchen und Babys mit Entzug, bei Palliativ- und Aufwach-Patienten, bis hin zu Patienten mit Lungenerkrankungen, die spie- lerisch lernen, die Atemmuskulatur zu bedienen. Musiktherapie dient auch der Verarbeitung von belastenden Situationen, die der Patient zu bewältigen hat.“

Uher ist stolz auf das breite Angebot, das ständig verbessert wird: Gemeinsam mit der Chirur- gischen Abteilung baut sie gerade eine Gefäßtherapie auf und mit der II. Medizinischen Abtei- lung ein medizinisches Aufbau- und Entspannungstraining für onkologische Patienten. 2018 will sie die Kombination von Biofeedback mit Elektrostimulation mit einem neuen Therapie- gerät weiter verfeinern, das gezielt verschiedene Muskelanteile des Beckenbodens mit Elektro- stimulation ansprechen kann. Dies ist etwa wichtig bei vielen Beschwerden des Beckenbo- dens, Inkontinenz und chronischen Schmerzen (CPP, Vulvodynie).


Trainingstherapie

Ein großer Aufgabenbereich ist zudem die onkologische Rehabilitation, „denn auch während der Chemo bieten wir ein interdisziplinäres Konzept von medizinischem Aufbau- und Ent- spannungstraining an“, sagt sie. Spezielle Übungen sollen das Erschöpfungssyndrom vermin- dern und stufenweise die Muskelkraft wieder verbessern. Die medizinische Trainingstherapie, ein gezieltes körperliches Training, setzt Belastungsreize auf den gesamten Organismus, er- klärt der Physiotherapeut Christian Fichtinger, BSc: „Nach der individuellen Trainingsplaner- stellung in der Einzeltherapie trainiert der Patient nach Grundsätzen der medizinischen Trai- ningstherapie ähnlich wie in einem Fitness-Studio, jedoch unter fachlicher Aufsicht.“ Fichtin- ger ist seit einem Jahr Leiter des medizinisch-technischen Personals und hat gemeinsam mit dem Team ein eigenes Dokusystem für die Trainingstherapie entwickelt, mit dem die Trai- ningsgewichte für die Patienten bestimmt werden – für ein optimales Therapieergebnis. Für zuhause bekommen die Patienten ein eigenes Übungsprogramm mit. Stolz ist das Team auf den neuen medizinischen Trainingsraum, der demnächst eröffnet wird. „Mit den neuesten Geräten aus der Sport- und Trainingstherapie können wir unsere Prozesse und Projekte wei- terentwickeln“, sagt Christian Fichtinger. Stillstand ist hier keine Option. Eva-Maria Uher ist stolz darauf, dass alle Berufsgruppen auf Augenhöhe zusammenarbeiten: „Unser Fokus liegt darauf, dass die Patienten eine individualisierte und personalisierte Medizin bekommen. Wir wollen den Patienten ermöglichen, möglichst schmerzfrei und gut weiterzuleben.“ Dazu hat sie mit Unterstützung der Holding-Zentrale eine große Studie zum Thema Compliance ge- macht: „In über tausend Fragebögen wurde sichtbar, dass die Nachhaltigkeit unserer Arbeit garantiert wird, wenn die Therapie auf die Zielerwartungen des Patienten abgestimmt wird und nicht nur einer Leitlinie folgt“, fasst sie das Ergebnis zusammen. Das verdanke sie ihrem ausgezeichneten und kompetenten Team und der guten Kooperation mit den 15 Abteilungen im Haus, sagt die Primaria. „Wir haben sogenannte ‚red flags‘ definiert, also Alarmsignale für die Mitarbeiter, bei denen sie die Ärzte der PMR kontaktieren sollen. Wenn nach einer gewis- sen Zeit der Therapieerfolg nicht gegeben ist, müssen wir den Therapieplan modifizieren.“ Diese Kooperation mit dem Team hat sich außerordentlich bewährt, „sonst könnte ich das hier nicht schupfen.“

Eine der vielen Erfolgsformeln des Teams – bunt gemischt aus verschiedenen Berufsgruppen, das einen Blumenstrauß voller Therapieformen für die Patientinnen und Patienten bereit hält und die passende Blume pflückt. Personalisierte Medizin und Rehabilitation nach Maß.

Das Team:

(Dienstposten):

3 Ärztinnen & Ärzte

21,5 Physiotherapie

4,5 Ergo- und Musiktherapie

2 medizinisch-technische Fachkräfte

3,5 Medizinische Masseure & Heilmasseure

• 2,5 Leitstellenpersonal

AUFGABEN & KOMPETENZEN

Im Mittelpunkt der interdiszipli- nären Zusammenarbeit steht die effektive und effiziente Be- treuung der Patientinnen und Patienten – von der Abklärung der Funktionsstörungen zur Er- stellung und Umsetzung des Therapie- und Rehabilitations- plans.

Schwerpunkte (Auszug):

Allgemeine Ambulanz

(Abklärung von Funktionsstö

rungen des Bewegungsappara

tes, Manuelle Medizin , Reha

bilitationsplanung)

Physiotherapeutische

schmerztherapeutische Ambu

lanz (gezielte Infiltrationen,

Neuraltherapie, Stoßwellen

therapie) Beckenboden- und

Pelvic-Pain-Ambulanz

(Funktionsdiagnostik, Schmer

zanamnese, sexualmedizini

sche Beratung)

Medizinische Trainingsthera

pie – Sportphysiotherapie

Bewegungstherapie und Nach

behandlung nach stationärem

Aufenthalt

• Rehabilitation nach Amputa

tionen, bei Gefäßpatienten

• Onkologische und palliativme

dizinische Betreuung

• Atemtherapie, COPD-

Behandlung

• Elektrotherapie und

Heilmassagen

• Laserbehandlung

• Manuelle Lymphdrainage und

Kompressionstherapie

• Ergotherapie –

Handrehabilitation

• Musiktherapie


Informationen:

www.mistelbach.lknoe.at